Es ist ein extrem sonniger Tag. Zur Mittagszeit ist in diesem Viertel im Augsburger Stadtteil Hochzoll vergleichsweise wenig los. Auf der Karwendelstraße herrscht kaum Verkehr. Es sind nur vereinzelt Fußgänger unterwegs. Wer aber draußen ist, scheint guter Dinge zu sein. Hannelore Facher gehört dazu. Die Rentnerin wohnt in der Karwendelstraße. Sie hat in den zurückliegenden Monaten einiges mitgemacht. Vor ihrer Haustüre wurde gebaut. „Es war laut, sehr laut“, sagt Hannelore Facher. Jetzt steht sie an einer Bauabsperrung und strahlt: „Ich bin sehr glücklich, dass die Dauerbaustelle vorbei ist.“ Für andere Anlieger gibt es einen weiteren Grund zur Freude.

Die 1600 Meter lange Karwendelstraße in Hochzoll Nord ist eine Erschließungsstraße (Sammelstraße) zwischen Zugspitzstraße und Friedberger Straße. Seit ihrem Bestehen sei sie hohen Belastungen durch Verkehr ausgesetzt gewesen, so die Stadt Augsburg. Lange wurde über Verbesserungen diskutiert. Dann rollten die Bagger an. Das Bauprojekt wurde auf zwei Jahre gestreckt. Witterungsbedingt gab es eine Winterpause. Das Ergebnis: Jetzt sind Fahrbahn und beide Gehwege auf voller Breite und Länge grundhaft erneuert und alle vier Bushaltestellen erneuert und barrierefrei ausgebaut.

Umbau der Karwendelstraße in Augsburg-Hochzoll kostet 4,7 Millionen Euro

Im Viertel darf jetzt aufgeatmet werden. Jetzt läuft nach Auskunft der Stadt wieder alles reibungslos. Sämtliche Absperrungen sind abgebaut. Von den Gesamtkosten von rund 4,7 Millionen Euro übernimmt der Freistaat rund 2,9 Millionen Euro an Förderung. Das zuständige städtische Amt informiert: „Der Straßenzustand der Karwendelstraße ist sehr gut.“

So sehen es ebenfalls Anwohner. Hannelore Facher kann über die Dauerbaustelle einiges berichten. Weil im Viertel viele ältere Menschen leben, seien die Beeinträchtigungen massiv gewesen. Das habe daran gelegen, dass die Buslinie umgeleitet wurde. Für viele Senioren sei diese Phase beschwerlich gewesen. Die Rentnerin aus der Karwendelstraße will nicht meckern. Im Gegenteil. „Wir hatten sehr freundliche und fröhliche Bauarbeiter“, sagt sie. Auch diese Erinnerungen würden bleiben. Ihre Gedanken richten sich nicht nur an die Arbeiter. „Ich möchte mich bei der Stadt Augsburg bedanken, dass die Baustelle so gut verlaufen ist.“

Andrej Razmislovic wohnt in der Karwendelstraße. Er freut sich auf stolperfreie Busfahrten dank des neuen Straßenbelags.

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Andrej Razmislovic wohnt in der Karwendelstraße. Er freut sich auf stolperfreie Busfahrten dank des neuen Straßenbelags.
Foto: Peter Fastl

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Andrej Razmislovic wohnt in der Karwendelstraße. Er freut sich auf stolperfreie Busfahrten dank des neuen Straßenbelags.
Foto: Peter Fastl

Mit dieser Einstellung steht Hannelore Facher nicht allein. Andrej Razmislovic lebt ebenfalls in der Karwendelstraße, Zur Bushaltestelle hat er es nicht weit. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt der Mann, „es ist wirklich super.“ Razmislovic freut sich bereits auf Busfahrten durch die Karwendelstraße, wenn die Straße dann freigegeben ist: „In der Vergangenheit hat es im Bus immer geschüttelt, jetzt passt alles.“

Kerstin Deicsman leitet einen Pflegekreis, der in der Karwendelstraße sitzt. Dass die Baustelle schneller fertig wurde, freut sie besonders.

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Kerstin Deicsman leitet einen Pflegekreis, der in der Karwendelstraße sitzt. Dass die Baustelle schneller fertig wurde, freut sie besonders.
Foto: Peter Fastl

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Kerstin Deicsman leitet einen Pflegekreis, der in der Karwendelstraße sitzt. Dass die Baustelle schneller fertig wurde, freut sie besonders.
Foto: Peter Fastl

Anlieger warten sehnsüchtig auf die Freigabe der Straße. Zu ihnen gehört Kerstin Deicsman. Sie leitet den Pflegekreis Mittermaier, dessen Adresse in der Jochbergstraße ist. Sie zweigt von der Karwendelstraße ab. Die weißen Dienstfahrzeuge vom Pflegekreis sind nun zurück an gewohnter Stelle in der Karwendelstraße. „Während der Baustelle war die Parkplatzsituation sehr belastend“, sagt Kerstin Deicsman. Im Viertel seien Parkplätze ohnehin rar, man habe insofern viel Geduld benötigt. Aber auch für die Pflegekreis-Leiterin geht der Blick nach vorne: „Uns freut es natürlich, dass die Arbeiten viel schneller fertig geworden, als anfangs geplant.“ Informationen von Seiten der Stadt zur Baustelle habe es gegeben. Wichtig sei allerdings der Austausch mit Bauarbeitern gewesen: „Mit ihnen konnte man reden.“

Jetzt wird in der Zugspitzstraße in Augsburg-Hochzoll gearbeitet

In den Sommerferien rücken Bauarbeiter nun in der Zugspitzstraße in Hochzoll-Nord an. Es werden neue Fernwärmeleitungen verlegt. Die Arbeiten dauern bis November. Zuständig sind die Stadtwerke. Die Arbeiten in der Zugspitzstraße sind zwischen Eibseestraße und Hochgratstraße. Sie werden in zwei Bauabschnitten durchgeführt. Die Zuspitzstraße wird für die Arbeiten zur Einbahnstraße Richtung Friedberger Straße. Die Umleitung wird über die Berliner Allee und Blücherstraße eingerichtet.

Während der Baustellenphase war der Nahverkehr in der Karwendelstraße ausgebremst. Die Buslinie 31 musste umgeleitet werden. Mittlerweile stehen Fahrgästen vier barrierefreie Haltestellen zur Verfügung. Zuständig ist die Stadt Augsburg. Die Stadtwerke sind ihrerseits für Straßenbahnen zuständig. Von den insgesamt 206 Bahnsteigen für Tram-Fahrgäste sind 172 barrierefrei, entweder vollständig (140) oder bedingt (32).