Tiergesundheit

Aktualisiert am 15.08.2026, 04:32 Uhr

Ein Tierarzt reinigt die Zähne eines Hundes.

Die Zahngesundheit von Hunden ist wichtiger, als manche Hundehalter annehmen.
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Parodontitis wird von Hundehaltern gerne unterschätzt. Bei schweren Verläufen wird häufig festgestellt, dass auch Organe erkrankt sind.

Zahnprobleme beim Hund wirken anfangs oft harmlos. Viele Halter bemerken zunächst nur Mundgeruch oder Zahnstein. Tatsächlich kann sich dahinter jedoch eine Parodontitis verbergen, die mit weiteren gesundheitlichen Problemen im Körper zusammenhängen kann.

Wie Parodontitis entsteht

Parodontitis beginnt meist mit Zahnbelag aus Bakterien und Futterresten. Wird dieser Belag nicht entfernt, kann sich das Zahnfleisch entzünden. Im weiteren Verlauf können auch tiefere Strukturen des Zahnhalteapparats betroffen sein. Die Erkrankung geht mit Entzündungsprozessen im Gewebe einher. Bei fortgeschrittener Parodontitis können Zahnfleisch, Zahnhaltefasern und Knochen geschädigt werden.

Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Forscher fanden in einer Studie mit mehr als 59.000 Hunden heraus, dass ein Zusammenhang zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht. Die Forscher befanden, dass Hunde mit schwerer Parodontitis häufiger bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelten als Hunde ohne Parodontitis.

Besonders deutlich war der Zusammenhang bei der Endokarditis, einer Entzündung der Herzinnenhaut. Auch für andere Herzerkrankungen wie Kardiomyopathien wurde ein erhöhtes Risiko beobachtet. Die Autoren vermuten, dass chronische Entzündungsprozesse eine wichtige Rolle spielen könnten.

Zusätzlich zeigte sich, dass vor allem ältere und leichtere Hunde häufiger von schwerer Parodontitis betroffen waren. Grund dafür könnte sein, dass kleinere Hunde durch ihre engere Zahnstellung und das ungünstigere Verhältnis von Zahn- zu Kiefergröße häufiger zu Zahnstein und Plaque neigen. Außerdem spielen vermutlich auch Unterschiede in Zahnpflege und Alltag der Tiere eine Rolle, wie die Forscher schreiben. Der Tierarzt Dr. Eickhoff bestätigte dem Portal „Petbook“ zudem, dass stark erkrankte Zähne für kleine Hunde nicht selten lebensbedrohlich werden.

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Wichtig ist jedoch: Die Studie zeigt einen Zusammenhang, nicht den direkten Nachweis einer Ursache-Wirkungs-Beziehung. Aus den Ergebnissen lässt sich daher nicht ableiten, dass Parodontitis diese Herzerkrankungen unmittelbar verursacht.

Auch Leber und Nieren betroffen?

Ein weiteres Paper beschreibt Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Veränderungen an Nieren und Leber. Als mögliche Erklärung nennen die Autoren Bakterien und Entzündungsprozesse, die sich von der Maulhöhle aus auf andere Bereiche des Körpers auswirken können. (paf)

Verwendete Quellen

 
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