
Stand: 16.08.2026 13:46 Uhr
Bei Protesten gegen Abtreibungsgegnern in Göttingen ist es zu Tumulten gekommen. Die Polizei verhinderte teilweise mit Zwang ein Aufeinandertreffen der Gruppen. Zwölf Einsatzkräfte wurden verletzt.
Unter dem Motto „Öffentlicher Rosenkranz gegen Abtreibung“ hatten sich am Samstag zunächst rund 20 Abtreibungsgegner auf dem Marktplatz versammelt, wie die Polizei mitteilte. Ein Teil sei aus Frankreich angereist. Im Umfeld der Versammlung formierte sich in der Folge laut Polizei spontaner Gegenprotest. Es sei zu „zu lautstarken Störungen“ gekommen. Polizistinnen und Polizisten vor Ort hätten die Stimmung als „zunehmend angespannt“ beschrieben. Es hätte im Vorfeld keine konkreten Hinweise auf eine geplante Gegenversammlung gegeben, konkretisierte die Polizei auf Nachfrage von NDR Niedersachsen.
Polizei setzte Pfefferspray ein
Nach dem Ende der Versammlung versuchten Gegendemonstranten, zu den Abtreibungsgegnern zu gelangen. Dabei wollten sie eine von der Polizei gebildete Kette durchbrechen. Sie hätten „Druck und Gewalt gegen die Einsatzkräfte“ ausgeübt. Die Polizei drängte die Gegendemonstranten nach eigenen Angaben zurück, wandte dabei körperliche Gewalt und Pfefferspray an. Es sei zu rund 200 solcher sogenannten Zwangsanwendungen gekommen, was nicht bedeute, dass gegen 200 Personen vorgegangen wurde. „Gegenüber einer Person können im Verlauf eines dynamischen Einsatzgeschehens auch mehrere solcher Maßnahmen erforderlich werden“, teilte die Polizei weiter mit.
Ermittlungen aufgenommen
Zwölf Einsatzkräfte seien durch den Einsatz von Pfefferspray verletzt worden, teilte die Polizei weiter mit. Zur medizinischen Versorgung waren mehrere Rettungswagen im Einsatz. Ob es auch unter den Demonstranten verletzte Personen gab, ist unklar. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und prüft mögliche Straftaten.