Die belgischen Behörden haben zur Bekämpfung des größten Waldbrands in der Geschichte Belgiens Einsatzkräfte aus Deutschland angefordert. Die Unterstützung sei bereits angelaufen, teilte die Städteregion Aachen mit. Die Einsatzkräfte sollen bei Küchelscheid eingesetzt werden, einem belgischen Nachbarort Monschaus, wie ein Sprecher Monschaus sagte.
Derzeit würden die für den grenzüberschreitenden Einsatz vorgesehenen Kräfte gesammelt. In Monschau selbst ist die Situation statisch: Das Feuer sei etwa 1,5 Kilometer von der deutschen Grenze und 1,8 Kilometer von deutscher Bebauung entfernt. Derzeit seien die Windverhältnisse aber günstig: Der Wind wehe von Monschau weg.
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SZ PlusVon Markus Hametner, Sören Müller-Hansen und Sarah Unterhitzenberger
Die Stadt rechnet aktuell nicht mit einem Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet, sondern warnte vor allem vor Gesundheitsgefahren durch den Qualm. Rund 2700 Hektar Fläche sind jenseits der Grenze vom größten Waldbrand in der Geschichte Belgiens betroffen. Aktuell sei in den Ortsteilen des Stadtgebietes Monschau nur geringer bis gar kein Rauch festzustellen.
Die erwogene Evakuierung von zwei Ortsteilen in Monschau – Mützenich und Kalterherberg – mit rund 5000 Einwohnern war zuvor bereits als aktuell nicht erforderlich eingestuft worden. In der Nacht zu Sonntag waren Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Ortsteile aufgerufen worden, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Belgiens Innenminister Bernard Quintin schrieb auf der Plattform X, Teile des Brandes in Richtung Monschau seien unter Kontrolle.
Auch in Deutschland gibt es derzeit aber weitere Waldbrände. Gute Nachrichten kommen dabei aus Rheinland-Pfalz. Ein Waldbrand im Westerwald bedroht nicht mehr unmittelbar Wohngebäude. „Durch unsere Maßnahmen konnte eine Ausbreitung Richtung Bebauung verhindert werden“, sagte Björn Jestrimsky, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises Altenkirchen.
Betzdorf-Gebhardshain: Ein Hubschrauber nimmt Wasser auf. Sascha Ditscher/dpa
Gebhardshain liegt etwa 60 Kilometer östlich von Bonn in einer waldreichen Mittelgebirgsregion in Rheinland-Pfalz an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Jestrimsky sprach jedoch auch davon, dass sich der Brand weiter in Richtung Wald ausbreite. „Wir haben uns gewisse Ziele gesetzt, wo wir das Feuer letzten Endes abfangen werden. Bis dahin lassen wir es derzeit kontrolliert brennen“, erläuterte der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur. Zuvor waren Anwohner einer Straße aufgefordert worden, ihre Häuser sofort zu verlassen. Von dieser ursprünglichen Evakuierung waren 20 Familien betroffen, wie eine Sprecherin der Verbandsgemeindeverwaltung mitteilte.
Das Feuer hatte sich zunächst bis auf rund 20 Meter an die ersten Häuser heran gefressen. Rund 300 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen. Auch Landwirte unterstützten mit Wasserfässern. Zwei Hubschrauber waren im Einsatz, ein Dritter wurde angefordert.
Derweil hat sich die Lage im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald ebenfalls weiter entspannt. Der dortige Waldbrand sei unter Kontrolle, sagte Landrat Ralf Nolten (CDU).
Auch in anderen Regionen Deutschlands hat es in den vergangenen Tagen gebrannt. In Baden-Württemberg hatte die Feuerwehr am Wochenende mit kleineren Bränden zu tun. Nahe Heilbronn löschten mehr als 100 Einsatzkräfte am Samstag einen Flächenbrand, der sich auch in ein Waldstück ausgebreitet hatte. Einsatzkräfte sind auch in Unterfranken alarmiert worden. In Waldaschaff brannte es laut Feuerwehr auf etwa 29 Hektar. Es handele sich um einen Flächenbrand, der in den angrenzenden Wald gezogen sei, sagte Markus Fischer, Kreisbrandmeister im Landkreis Aschaffenburg. Drei Polizeihubschrauber warfen bei dem Einsatz am Samstag Löschwasser ab. 600 Einsatzkräfte waren vor Ort.
Rund um die sächsische Stadt Plauen ist die Feuerwehr tagelang im Einsatz gewesen. Am Sonntag teilte die Stadt mit, die Lage habe sich „maßgeblich entspannt“. Mit Unterstützung von Drohnen löschten die Einsatzkräfte demnach in der Nacht noch einzelne Glutnester.
Neben Belgien und Deutschland brennt es auch in weiteren europäischen Ländern. Bei einem Brand auf der griechischen Insel Salamis sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Ihre Leichen wurden im Gebiet Peristeria gefunden. Die Identität der Toten war zunächst nicht bekannt, wie der griechische öffentlich-rechtliche Rundfunk ERT unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete. Starke Winde erschwerten die Löscharbeiten erheblich. Für die Region im Raum Athen galt nach Angaben des Zivilschutzes eine sehr hohe Waldbrandgefahr.
