Ein Blick auf den bevorstehenden Tag an den europäischen und globalen Märkten von Ankur Banerjee

Die Anleger haben die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch Moody’s gelassen hingenommen und sehnen sich wieder nach Handelsabkommen, da die Verhandlungen weiterhin ohne Ergebnis bleiben und die 90-tägige Pause der USA immer näher rückt.

Die sogenannten Gegenzölle von US-Präsident Donald Trump werden Anfang Juli wieder in Kraft treten, und Verhandlungsführer auf der ganzen Welt bemühen sich intensiv um Handelsabkommen mit der größten Volkswirtschaft der Welt.

Bislang sind jedoch nur wenige erfolgreiche Vereinbarungen zustande gekommen.

Die bisherigen Schlagzeilen haben die unsichere Stimmung nur noch verstärkt, da das US-Finanzministerium keine Ankündigungen zu Vereinbarungen während des Treffens der Finanzminister der G7 in dieser Woche in Kanada erwartet.

Japans oberster Handelsunterhändler erklärte, dass Tokio an seiner Forderung nach einer Aufhebung der US-Zölle festhalte.

Nachdem ein anfänglicher Ausverkauf von US-Staatsanleihen am Montag nach der überraschenden, aber nicht völlig unerwarteten Entscheidung von Moody’s einen Schatten auf die Märkte geworfen hatte, haben sich die Märkte am Dienstag in Asien etwas stabilisiert.

Die Renditen für US-Staatsanleihen bleiben hoch, steigen jedoch nicht rapide an, und der US-Dollar tendiert gegenüber den wichtigsten Währungen nahe seinen jüngsten Tiefstständen, während sich die Aktienmärkte lebhaft zeigen.

Die europäischen Futures deuten nach einem flachen Handel am Vortag auf einen starken Start am Dienstag hin. Da der Wirtschaftskalender in Europa ziemlich leer ist, werden die Anleger auf alle Informationen zu Handelsabkommen fixiert sein.

In Asien war die wichtigste Nachricht, dass China am Dienstag zum ersten Mal seit Oktober die Leitzinsen gesenkt hat. Große Staatsbanken senkten ebenfalls die Einlagenzinsen, da die Behörden daran arbeiten, die Geldpolitik zu lockern, um die Wirtschaft zu stützen.

Der australische Dollar blieb nach der erwarteten Zinssenkung durch die Reserve Bank of Australia in einem unruhigen Handel nahezu unverändert.

In Ermangelung konkreter Nachrichten könnten geopolitische Sorgen in den Vordergrund rücken.

Trump erklärte nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag, dass die verfeindeten Nachbarn Russland und die Ukraine unverzüglich Verhandlungen über einen Waffenstillstand aufnehmen werden.

Der Kreml erklärte jedoch, dass dieser Prozess Zeit brauchen werde, und Trump deutete an, dass er nicht bereit sei, sich den neuen Sanktionen Europas gegen Moskau anzuschließen.

Wichtige Ereignisse, die die Märkte am Dienstag beeinflussen könnten:

* Wirtschaftliche Ereignisse: Produzentenpreise in Deutschland für April, Daten zum Verbrauchervertrauen in der Eurozone für Mai

* Unternehmensergebnisse: Vodafone, Diploma

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