US-Präsident Donald Trump hat die Umbenennung des Ontariosees in »Amerikasee« angeordnet. Trump unterzeichnete im Oval Office vor laufenden Kameras eine entsprechende Verfügung, die für das offizielle US-Verzeichnis geografischer Namen gilt. Die Änderung sei »sofort wirksam«, sagte Trump. Hintergrund ist der Handelsstreit mit dem Nachbarland Kanada.
Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind derzeit aufgrund
der von den USA verhängten 50-prozentigen Zölle auf zahlreiche
kanadische Waren und der angekündigten kanadischen Vergeltungszölle
besonders angespannt. Trump hatte zuletzt betont, die USA rechneten nicht
damit, mit der kanadischen Provinz Ontario noch nennenswerte Geschäfte
zu machen. Der US-Präsident kann Kanada jedoch nicht dazu zwingen, die
neue Bezeichnung für das Gewässer zu übernehmen. Die US-Regierung betonte, dass der größte Teil des Seevolumens in den Vereinigten Staaten liege, ebenso die tiefsten Stellen.
»Jetzt brauchen wir nur noch einen Ozean«
Durch den Ontariosee verläuft die Grenze zwischen der kanadischen
Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat New York. Das Gewässer gehört zu
den fünf Großen Seen Nordamerikas, von denen drei weitere sowohl an die USA als auch an Kanada grenzen.
Die USA hätten nun einen Golf und einen See, sagte der US-Präsident. »Jetzt brauchen wir nur noch einen Ozean. Vielleicht müssen wir auch den Namen des Atlantiks und/oder des Pazifiks ändern. Vielleicht ändern wir sogar beide.«
Trump im Oval Office mit dem Dekret zur Umbenennung des Ontariosees in »Amerikasee«.
© Andrew Harnik/Getty Images
Der kanadische Premierminister Mark Carney sagte zu Trumps Umbenennungsplänen, dass der Ontariosee weiterhin diesen Namen tragen werde. »Der Name ist mehr als 400 Jahre alt und existierte bereits vor der Gründung der Kanadischen Konföderation und der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika.« Auf der Plattform X führte Carney aus, dass das indigene Volk der Wendat dem See seinen Namen gegeben haben. »Ontari’io« bedeutet demnach in ihrer Sprache »Der See ist schön, der See ist groß«.
© Lea Dohle
Newsletter
Was jetzt? – Der tägliche Morgenüberblick
Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.
Prüfen Sie Ihr Postfach und bestätigen Sie das Newsletter-Abonnement.
Auch der Regierungschef der kanadischen Provinz Ontario, Doug Ford, zeigte sich empört. »Für Kanadier und den Rest der Welt ist es der Ontariosee. Jetzt und für immer«, schrieb er auf X. Ford hatte der Nachrichtenagentur AP Anfang der Woche gesagt, der frühere US-Präsident Ronald Reagan würde sich wegen Trumps Zollpolitik und dessen Abkehr von Reagans Freihandelstradition »übergeben« und wäre von Trump »angewidert«. Trump wies Fords Äußerungen als »große Sprüche« zurück, bezeichnete ihn als »Laufburschen« von Premierminister Carney.
Trump hat in seiner zweiten Amtszeit wiederholt mit Ansprüchen auf ausländisches Territorium für Irritationen gesorgt. Mehrfach erwog er öffentlich, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen. Den Golf von Mexiko benannte er gleich am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit per Dekret in »Golf von Amerika« um. Mexiko akzeptiert die Umbenennung zwar nicht, aber auf offiziellen US-Karten und auch bei Google in den USA erscheint die neue Bezeichnung.
Streit zwischen Kanada und USA
USA und Kanada:
Und plötzlich ist der Handelskrieg zurück
Z+ (abopflichtiger Inhalt);
Zollstreit zwischen den USA und Kanada:
Mit Boykott und Ellbogen gegen Trump
Kanada und die USA:
Und dann stellt sich Mark Carney gegen Donald Trump