Ein russischer Drohnenangriff auf ein Munitionslager fordert mindestens 37 Tote. Nun untersuchen die Behörden mögliche Versäumnisse.
Jetzt hören
Jetzt hören
Was ist bei Kiew passiert? Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Munitionslager sind westlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens 37 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Das erklärt der Gouverneur des Gebiets Kiew, Tymur Tkatschenko. Mehr als 300 Rettungskräfte waren demnach im Einsatz. Präsident Selenski zufolge wurden fast 400 Menschen in Sicherheit gebracht. Nach russischen Angaben war ein Munitionslager mit Einzelteilen für weitreichende Drohnen das Ziel des Angriffs.
Legende:
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde bei dem Angriff auf das knapp fünf Kilometer von der Stadtgrenze Kiews entfernte Dorf Myla ein Unternehmensgelände getroffen. (29.08.2026)
Reuters/State Emergency Service Of Ukraine
Welche Schäden sind entstanden? Nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski wurden auch Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim beschädigt. Wegen der Löscharbeiten blieb die wichtigste Strassenverbindung von Kiew Richtung Westen mehrere Stunden gesperrt. Erst in den Mittagsstunden am Samstag konnte der Verkehr nach Polizeiangaben auf der zweispurigen Schnellstrasse einspurig in beide Richtungen wieder aufgenommen werden.
Warum ermitteln die ukrainischen Behörden? Die Staatsanwaltschaft untersucht den Verdacht auf «dienstliche Fahrlässigkeit». Munition dürfe nicht neben Wohnhäusern und anderen bewohnten Gebäuden gelagert werden, erklärte Selenski. Regierungschef Serhij Korezkyj sprach von «krimineller Fahrlässigkeit» und verwies auf einen ähnlichen Vorfall Anfang Juli in Wyschnewe. Damals starben mindestens neun Menschen.
Gab es weitere russische Angriffe? Bei einem weiteren Drohnenangriff im Gebiet Kiew wurde nach Behördenangaben ein 14-jähriges Mädchen getötet. Auch im südukrainischen Gebiet Odessa sei ein Mensch ums Leben gekommen, drei weitere seien verletzt worden. Fünf Getreidetransporter seien ausgebrannt und drei weitere beschädigt worden. Zuvor hatte die Verwaltung des Landkreises Ismajil, in dem sich die Donauhäfen des Landes befinden, vor russischen Drohnen gewarnt. Anlagen der Transportinfrastruktur seien beschädigt worden.
Legende:
Kiew und das Umland kommen seit Tagen aufgrund ständigen Luftalarms wegen anfliegender Drohnen oder Raketen kaum zur Ruhe. (29.08.2026)
REUTERS/Alina Smutko
Welche Folgen hatten die ukrainischen Angriffe? Im russischen Grenzgebiet Belgorod wurden nach Angaben der dortigen Behörden drei Menschen getötet und 14 verletzt. Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim kam nach Angaben der russischen Besatzungsbehörden mindestens ein Mensch ums Leben, drei weitere wurden verletzt. 26 Drohnen wurden demnach abgeschossen. An knapp einem Dutzend Häusern in Sewastopol habe es Schäden gegeben.