Das nach hinten raus klare 0:3 von Borussia Mönchengladbach bei RB Leipzig rückte nach dem Abpfiff zunächst einmal in den Hintergrund. Die Verletzung von Rechtsverteidiger Daiki Hashioka, die sich der Japaner beim Zusammenprall mit Antonio Nusa zuzog, überschattete das sportliche Tagesgeschäft.
Hashioka knallte in der 72. Minute bei einem Rettungsversuch mit dem Kopf gegen den Leipziger und knickte dabei extrem mit dem Hals weg. Hashioka rappelte sich zunächst wieder auf, war aber sichtlich benommen und hielt sich den Nacken. Er wurde vom Platz geführt und am Spielfeldrand noch minutenlang behandelt. Dann wurde er in die Katakomben des Leipziger Stadions getragen, in der Mixedzone wurde er weiter behandelt, um dann zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus gefahren zu werden.
„Wir haben ihn jetzt in die Uniklinik gebracht. Daiki – den man jetzt vielleicht noch nicht näher kennt – ist schon ein harter Brocken. Wenn da etwas ist, wäre das natürlich eine andere Nummer. Gerade wenn es im hinteren Bereich ist, müssen wir vorsichtig sein“, gab Gladbachs Sportchef Rouven Schröder ein Update. „Man sieht es ja: Er wird sofort ruhiggestellt, weil man sich bei größeren Bewegungen noch mehr verletzen könnte. Jetzt hoffen wir erst einmal, dass alles glimpflich ausgeht.“
Schröder über das 0:3: „Verdient für Leipzig“
„Der Sieg ist verdient für Leipzig. Wir sind ganz ordentlich ins Spiel gekommen und haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten: mutig zu sein und Leipzig zu zeigen, dass wir auch zwischen die Linien kommen können“, sagte Schröder.
Kurz vor dem ersten Gegentor hatte Gladbach die beste Chance zur Führung. Einen Schuss von Hugo Bolin lenkte RB-Torwart Maarten Vandevoordt an den Pfosten und fingerte ihn dann kurz vor dem einschussbereiten Tim Kleindienst von der Linie.
„Was schade ist: Wir haben keinen richtigen, klaren Abschluss hinbekommen. Wir waren am Sechzehner zu ungenau. Ich fand schon, dass wir die eine oder andere Situation mit mehr Entschlossenheit zu Ende hätten spielen und zu Torchancen kommen können. Wenn du dann zurückliegst, ist es vollkommen klar, dass das schwierig wird. Beim 1:0 kam ein bisschen ein Knacks“, gab der Sportchef zu.
„Da hat der Punch gefehlt, um Leipzig nicht nur spielerisch ein bisschen zu dominieren, sondern vor allem auch ein Zeichen dafür zu setzen, wirklich mal etwas Zählbares stehen zu haben“, sagte Trainer Eugen Polanski. Bis zur Pause war Gladbach aber dran, dann kippte es klar zugunsten von RB.
„Wir sind aber schlecht aus der Halbzeit gekommen, waren nicht wach und haben Leipzig mit den Chancen aufgebaut“, sagte Schröder. Nach der Pause dann ging es fast nur noch Richtung Gladbach-Tor, Antonio Nusa und der Ex-Gladbacher Rocco Reitz erzielten die weiteren Tore. Allein Torwart Moritz Nicolas verhinderte eine noch höhere Niederlage, insgesamt kam er auf acht Paraden, drei davon binnen weniger Sekunden.
Die Verletzung Hashiokas könnte direkten Einfluss auf die Transferpläne Schröders haben. Denn eigentlich war klar, dass Joe Scally möglichst noch abgegeben werden sollte bis zum Ende des Transferfensters. Doch ist Yukhym Konoplia (Innenbandanriss) noch länger nicht spielfähig, und nun könnte auch Hashioka ausfallen je nach Schwere der Verletzung.
Schröder muss nun mit Polanski besprechen, wie es mit Scally weitergehen kann. „Man sieht es ja im Endeffekt: Man redet gefühlt ein halbes Jahr über Transferfenster, Deadline Day und sonstige Geschichten – und dann passiert etwas. Von daher ist es immer ein Abwägungsthema. Wir werden uns natürlich auch abstimmen, wenn wir morgen mehr wissen“, sagte Schröder.
„Joe hat sehr gut reagiert. Wie er reinkam, war er direkt da“, lobte er den US-Amerikaner, dem zuletzt noch signalisiert worden war, dass er keine große Rolle in den Planungen spielen und womöglich einen Tribünenplatz haben würde, wenn er sich nicht verändert.