Neue Kriminalstatistik
Straftaten mit Waffen auf Zehnjahreshoch in Hessen
30.08.2026 – 07:31 UhrLesedauer: 1 Min.
Ein Schild weist auf ein Verbot von Waffen und gefährlichen Gegenständen hin (Symbolbild): Die meisten Straftaten mit Schusswaffen wurden in Frankfurt verzeichnet. (Quelle: Imago/brennweiteffm)
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Die Zahl der Straftaten mit Waffeneinsatz ist in Hessen deutlich gestiegen. Die meisten Fälle wurden 2025 in Frankfurt verzeichnet.
In Hessen sind im vergangenen Jahr 878 Straftaten registriert worden, bei denen eine Waffe eingesetzt wurde – das ist der höchste Wert seit mindestens zehn Jahren. In 459 Fällen wurde mit einer Waffe gedroht, in 419 Fällen wurde geschossen. Das geht aus einer Antwort des hessischen Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Maximilian Müger hervor.
Erfasst wurden nicht nur scharfe Schusswaffen, sondern auch Schreckschuss-, Reizstoff- und Soft-Air-Waffen. Zum Vergleich: 2024 lagen die Werte bei 329 Bedrohungen und 340 Schüssen. Regional entfiel der größte Anteil auf die Stadt Frankfurt mit 227 Fällen. Dahinter folgen Wiesbaden (49), Kassel (45), Offenbach (35) und Darmstadt (9). Bei den Landkreisen waren Main-Kinzig mit 76, Offenbach mit 54 und Gießen mit 37 Fällen Spitzenreiter.
Als mögliche Erklärungsansätze nennt das Ministerium nach polizeilicher Erfahrung mehrere Faktoren. Zum einen die wachsende Verfügbarkeit sogenannter Jet-Protektoren – Reizstoffsprühgeräte, deren Besitz nicht unter das Waffengesetz fällt und genehmigungsfrei ist. Zudem gebe es eine zunehmende Verfügbarkeit illegaler oder modifizierter Waffen aus Krisen- und Kriegsgebieten, die Reaktivierung ehemals frei verkäuflicher Schreckschuss- und Deko-Waffen, Fälschungen und Umbauten sowie Waffen aus dem 3D-Drucker.
