Die Münchner haben es gut, sie können immer auf Thomas Mann zurückgreifen, wenn sie sich selbst loben wollen, oder wenn bei irgendeiner Festrede etwas literarischer Glitzer gefragt ist: „München leuchtete…“, so beginnt die Erzählung „Gladius Dei“. Thomas Mann beschwört hier mit feiner Ironie das „amüsante Treiben der schönen und gemächlichen Stadt“, den „Himmel von blauer Seide“, die Kunsthandlungen rund um den Odeonsplatz und die Künstler selbst, die sich in der südlichsten Residenzstadt Deutschlands einem besonderen Schönheitskult hingeben. Ja, der Münchner Hedonismus blüht auf, sobald die Sonne scheint!