In ihrem aktuellen Bericht zur Bedrohungslage durch Künstliche Intelligenz für das dritte Quartal 2026 stellt die Google Threat Intelligence Group (GTIG) eine deutliche Veränderung in der globalen Cyber-Sicherheitsarchitektur fest.
Demnach setzen staatlich gesteuerte Akteure aus China, dem Iran und Russland vermehrt KI-Technologien ein, um bösartige Operationen nicht nur zu beschleunigen, sondern auch in ihrem Umfang massiv zu skalieren. Trotz dieser Professionalisierung beobachteten die Experten bisher noch keine vollständig autonomen Angriffspipelines.
Beschleunigte Angriffe und automatisierte Spionage
Die Analysen der GTIG belegen, dass die Integration von KI-Modellen die Effizienz von Angriffen bereits heute drastisch steigert. In einem dokumentierten Fall aus dem zweiten Quartal 2026 gelang es einem finanziell motivierten Akteur, eine Cloud-Umgebung zu kompromittieren.
Anzeige
Wer die Sicherheit der eigenen IT-Infrastruktur angesichts automatisierter Bedrohungen stärken möchte, findet in diesem E-Book wertvolle Lösungsansätze. Gratis-Leitfaden für proaktive IT-Sicherheit herunterladen
Durch den Einsatz eines sogenannten Multi-Agenten-Frameworks konnten innerhalb von weniger als 6 Stunden tausende Zugangsdaten erbeutet werden. Die Dimensionen der Datendiebstähle verdeutlicht zudem ein exponierter Command-and-Control-Server mit dem Namen „Recon“, auf dem mehr als 23.800 gestohlene Geheimnisse verwaltet wurden.
Besondere Aufmerksamkeit widmet der Bericht den Aktivitäten chinesischer Gruppen. Dem Akteur UNC6508 wird vorgeworfen, Rechenleistung über Open-Source-KI in der Cloud zu entwenden und gezielt Open-Weight-Modelle zu nutzen, um bestehende Überwachungsmechanismen zu umgehen.
Diese Gruppe brach laut GTIG bereits in Netzwerke von US-Schulen, Krankenhäusern und militärischen Einrichtungen ein. Eine weitere Verbindung nach China besteht bei der Gruppe BASIN CASTLE sowie bei einer Einheit, die versuchte, automatisierte Penetrationstests über das KI-Modell Gemini durchzuführen.
Gezielte Manipulation der Software-Lieferkette
Ein weiterer Schwerpunkt der Angreifer liegt auf der Manipulation von Entwicklerplattformen. Die China-verbundene Gruppe UNC6780, auch bekannt als TeamPCP, nutzt Prompt-Injection-Techniken, um Plattformen wie PyPI, npm und Docker Hub anzugreifen. Dabei kommt der sogenannte DUSTMAKOR-Stealer zum Einsatz, der speziell auf KI-Codierungsassistenten abzielt. Ziel dieser Angriffe ist es, Schadsoftware direkt in den Entwicklungsprozess von Software zu integrieren.
Anzeige
Angesichts neuer Bedrohungsszenarien durch KI-gestützte Angriffe müssen Unternehmen ihre Sicherheitsstrategien und gesetzlichen Pflichten grundlegend neu bewerten. Kostenlosen Report zu neuen Cyberrisiken und Rechtsfolgen anfordern
Auch andere Nationen passen ihre Strategien an. Russische Akteure, konkret die Gruppe UNC5792, nutzen KI-Tools zur großflächigen Überwachung des Messenger-Dienstes Telegram. Der Iran setzt Gemini-Modelle zur Erstellung von Deepfakes ein, während Nordkorea vermehrt LLM-API-Konten kapert, um Zugriff auf leistungsfähige Sprachmodelle zu erhalten.
Neue Bedrohungsmuster durch LLMJacking
Die Fachleute der GTIG warnen zudem vor einem trend, der als „LLMJacking“ bezeichnet wird. Hierbei werden gezielt KI-Assets angegriffen, um diese für eigene Zwecke zu missbrauchen oder Modelle zu entwenden. Ein solcher Diebstahl eines KI-Modells wurde bereits im Gesundheitssektor dokumentiert. Zudem identifizierte die Gruppe Destillationsangriffe auf Google-eigene KI-Modelle sowie die Malware SANDCLOCK, die auf Krypto-Wallets abzielt.
Insgesamt verdeutlicht der Bericht, dass die Risiken für die Software-Lieferkette durch die Verbindung von klassischer Malware und modernen KI-Frameworks stetig zunehmen. Die Sicherheitsforscher gehen davon aus, dass der Diebstahl von Rechenkapazitäten und KI-Modellen künftig eine zentrale Rolle in der Strategie globaler Bedrohungsakteure einnehmen wird.
Hinweis:
Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf Börse Express bereitgestellten Informationen stellen keine Anlage- oder Finanzberatung dar und sind nicht als solche gedacht. Die Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken. Für individuelle Finanzberatung wenden Sie sich an einen qualifizierten Finanzberater. Börse Express schließt jegliche Regressansprüche aus.