Stand der Bürgerinitiative "Westprotest" vor dem Landtag in Hannover

Stand: 09.09.2026 17:49 Uhr

Die Bürgerinitiative „Westprotest“ hat am Mittwoch vor dem Landtag in Hannover gegen den Ausbau des Westschnellwegs protestiert. Teile der Straße könnten auf mehr als 20 Meter verbreitert werden.

Die Initiative befürchtet, dass durch die Verbreiterung in großem Umfang Natur zerstört wird. Außerdem würde sie langwierige Bauarbeiten mit sich bringen und wäre eine hohe Belastung für die Anwohner in Linden, heißt es in einem offenen Brief. Diesen verteilten die rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Landtag an Abgeordnete. „Westprotest“ fordert, die bereits bestehende Strecke im Bestand zu sanieren und nicht zu verbreitern. Die entscheidenden Weichen würden aktuell im Rahmen der Variantenfindung gestellt, so die Bürgerinitiative. Es drohe eine Vorfestlegungen wie beim Südschnellweg, die später eine anwohner- und klimagerechte Lösung unmöglich mache.

IHK für schnellen Ausbau: Wichtige Hauptverkehrsachse

Die Industrie- und Handelskammer Hannover hat sich für eine schnelle Sanierung beziehungsweise einen Neubau nach heutigem Sicherheitsstandard ausgesprochen. Der Westschnellweg müsse als leistungsfähige Hauptverkehrsachse für die Wirtschaft erhalten bleiben, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Mirko-Daniel Hoppe dem NDR Niedersachsen. Das sei für die Erreichbarkeit und Versorgung der gesamten Region unverzichtbar. Auch der ADAC hält eine Sanierung für zwingend nötig. Ein leistungsfähiges Schnellwegenetz entlaste die Straßen in der Innenstadt. Außerdem sei der Westschnellweg wichtig für den Gütertransport per Lkw.

Stadt Hannover favorisiert Tunnel-Lösung

Die Landeshauptstadt Hannover ist für eine Tunnellösung am Westschnellweg. Damit würden Barrieren abgebaut und die Lebensqualität in den umliegenden Quartieren deutlich verbessert, sagte ein Sprecher dem NDR. Verbunden mit einer großflächigen Begrünung könnte ein Tunnel auch einen Beitrag gegen die Überhitzung in Folge des Klimawandels leisten. In etwa einem Jahr will sich das Bundesverkehrsministerium für eine Ausbauvariante entscheiden. Gebaut wird in frühestens zwei Jahren.

Arbeiter arbeiten auf einer Tunnel-Baustelle in Hannover

Laut der zuständigen Behörde liegen die Arbeiten im Zeitplan. Rund 320 Kubikmeter Beton wurde am Mittwoch eingebaut.

Blick auf die Bardowicker Straße in Hannover, auf der Autos fahren.

Die Mitglieder sprechen sich für eine teilweise Untertunnelung und gegen den Bau eines Standstreifens an der Straße aus.

Blick auf die Bardowicker Straße in Hannover, auf der Autos fahren.

Mehr als 2.000 Menschen in Hannover erhalten eine Einladung. Sie sollen die Schnellstraße im Vorfeld mitgestalten.

Schlagwörter zu diesem Artikel

Hannover