Wer an Pfadfinder denkt, sieht vor seinem geistigen Auge junge Leute in Kluft mit Säge und Strick beim Zeltaufbau vor sich oder hört innerlich Lieder am Lagerfeuer – alles richtig – aber längst nicht alles: Wer heutzutage ein großes Lager der Pfadfinderschaft St. Georg besucht, trifft auf Avatare, Fantasiewesen und ferne Welten, Impro-Theater und Instragram – so zu beobachten eine Woche lang auf dem Jugendzeltplatz in Berg im Attergau in Oberösterreich.

Teilnehmende aus zehn Stämmen des Augsburger DPSG-Bezirks

Über zwei Jahre hatte ein Vorbereitungsteam des DPSG-Bezirks Augsburg unter Federführung des Bezirksvorsitzenden Rizk Alla Kassouha und der dreiköpfigen Lagerleitung Felicitas Löhlein, Nicolas Mercier und Eleftheria Lazaridou geplant und Ideen ausgetüftelt, bis rund 350 Kinder der Pfadfinderstämme aus Lechhausen, Bärenkeller, Haunstetten, Hochzoll, Univiertel, St. Ulrich und Afra, Stadtbergen, Neusäß, Friedberg und Kissing samt Helferteam die Reise in eine besondere (Ferien)woche antreten konnten: „Nexus – Hüter der Portale“ lautete das Motto des Lagers, bei dem die jungen Leute jeden Tag ein anderes Portal, eine andere Welt spielerisch mit Aktionen, Workshops und Herausforderungen betreten konnten. Los ging es mit Avatar, weiter ging‘s mit Magie und Mittelalter, bevor es am Schlußtag vielversprechend „Weitraum“ hieß.

Imposanter Blick aus der Luft: Die Zeltstadt und die Teilnehmenden aus Augsburg und Umgebung in Berg im Attergau.

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Imposanter Blick aus der Luft: Die Zeltstadt und die Teilnehmenden aus Augsburg und Umgebung in Berg im Attergau.
Foto: Florian Winkler

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Imposanter Blick aus der Luft: Die Zeltstadt und die Teilnehmenden aus Augsburg und Umgebung in Berg im Attergau.
Foto: Florian Winkler

In fünf selbst aufgebauten Zeltdörfern lebten die zehn Stämme, ein Küchenteam sorgte für leckere Verpflegung, im großen Festzelt traf man sich abends zur täglichen Bühnenshow oder zur Aufführung der Theatergruppe in fantasievollen Kostümen. Es dauerte nicht lange, bis alle den eigens kreierten Lager-Song „Zurück in den Nexus“ mitsingen konnten. Jeden Morgen lag in den Dörfern die von einem Redaktionsteam zusammengestellte Tageszeitung „Portal Post“ mit den neuesten Lagerneuigkeiten oder dem Zitat des Tages auf. Im Nexus-Shop hatten sich die Teilnehmenden schon zuhause mit Stickern oder  Hoodies eindecken können. Wer mal eine Pause brauchte, der suchte Café & Bar auf.

Besuch von der Chefin des Stadtjugendrings

Nicht fehlen durften natürlich Lagerfeuer und Nachtwanderungen – schließlich war und ist das intensive Gemeinschaftserlebnis eines der Ziele ihrer Kinder- und Jugendarbeit, wie die Verantwortlichen betonen. Von daher war auch die Freude groß, dass die Vorsitzende des Augsburger Stadtjugendrings, Fabienne Kündgen, den Wölflingen, Jungpfadindern, Pfadis und Rovern einen Besuch abstattete. Der SJR hatte per Zuschuss die Pfadfinderschaft finanziell unterstützt. Die SJR-Chefin betonte, Jugendförderung sei aber als eine Zahl im städtischen Haushalt: „Hinter Jugendarbeit stehen Menschen. Menschen, die ihre Freizeit, Energie und oft auch ihren Urlaub investieren, damit mehrere hundert junge Menschen eine solche Zeit erleben können. Das ist alles andere als selbstverständlich.“

Fantasievolle Gewänder und Geschichten gab es bei der täglichen Bühnenshow zu sehen.

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Fantasievolle Gewänder und Geschichten gab es bei der täglichen Bühnenshow zu sehen.
Foto: Kristin Dittrich

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Fantasievolle Gewänder und Geschichten gab es bei der täglichen Bühnenshow zu sehen.
Foto: Kristin Dittrich

Regengüsse zwingen ins Ausweichquartier der Scheune

Der Zusammenhalt aller war zwischendurch dann auch kräftig gefordert, als Regengüsse über dem Lager niedergingen und flugs ein trockenes Ausweichquartier für die Nacht in einer Scheune organisiert werden musste. Übrigens: Handys sind auf einem „modernen“ Pfadfinderlager heutzutage erlaubt, wenngleich nur im eigenen Zelt – schließlich galt es ja auch, den Daheimgebliebenen via Instagram mit ein paar Fotos einen Einblick in die Nexus-Welt zu verschaffen.

Übrigens: Die Pfadfinderstämme in der Region nehmen regelmäßig neue Grüpplinge auf und freuen sich auch über weitere Jugendleiterinnen und Jugendleiter.