„Nur wenige Menschen in der Lage“
Häftling gelingt Gefängnis-Coup: Minister äußert sich
09.09.2026 – 15:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Die JVA in Duisburg: Jetzt gibt es neue Details zu dem Ausbruch aus der Haftanstalt. (Quelle: Christoph Reichwein/dpa)
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Ein Mann flieht aus einem Gefängnis in Nordrhein-Westfalen. In seiner Zelle lässt er für die Beamten eine Botschaft zurück.
Das Justizministerium aus Nordrhein-Westfalen hat neue Details zu einem Ausbruch aus der JVA in Duisburg bekannt gegeben. Wie Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) erklärte, nannte sich der Häftling selbst „Spiderman“. Der 35-jährige Serbe sprang wohl von einem Dach der JVA in einen Baum – und floh aus der Anstalt. Von dem Mann fehlt seitdem jede Spur.
Laut dem Minister hatte der Mann bei der spektakulären Flucht Ende August zunächst die Gitterstäbe von seinem Zellenfenster im dritten Stock entfernt. Limbach erklärte im Rechtsausschuss des Landtags, dass sich der Mann an der vierten Etage entlang gehangelt habe und schließlich auf das Dach der JVA geklettert sei.
Minister Limbach zeigte sich im Ausschuss von der anspruchsvollen Aktion beeindruckt. Er erklärte: „Die geringe Größe der Öffnung und die Bewegung in erheblicher Höhe zeigen, dass dieser Fluchtweg lebensgefährlich war und dem Gefangenen ein hohes Maß an Beweglichkeit und Geschicklichkeit abverlangte.“
Limbach resümierte: „Man wird sagen können, dass zu einer solchen Flucht nur wenige Menschen überhaupt in der Lage sein dürften.“
JVA-Ausbruch: Mann lässt Botschaft in Zelle zurück
Den Spitznamen „Spiderman“ habe sich der Mann selbst zugelegt: In seiner Zelle habe er eine Kopie seines Urteils zurückgelassen. Auf dem Blatt habe er zweimal seinen bürgerlichen Namen durchgestrichen – und stattdessen den Namen des Superhelden hingeschrieben.
Völlig unklar ist weiter, wie der Häftling den Gitterstab herausbekommen hat. Sechs Tage vor dem Ausbruch war der Haftraum laut Limbach kontrolliert worden. An den Gittern sei nichts auffällig gewesen.
Ein Mitgefangener habe ausgesagt, dass der Ausbrecher bei einem Besuch von Angehörigen möglicherweise ein „teures Sägewerkzeug“ bekommen habe. „Diese Angabe ist bislang nicht bestätigt“, so Limbach. Bei den Besuchen sei immer alles kontrolliert worden.
Der Mann saß laut Ministerium wegen Diebstahlsvorwurfs seit dem 10. Februar in Untersuchungshaft. Zwischenzeitlich sei er zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil ist aber bisher nicht rechtskräftig.
Innerhalb der Behörde wird laut dem Minister aktuell geprüft, wie die Haftanstalt besser gesichert werden kann. Die Stadt solle etwa gebeten werden, die Bäume vor der JVA zurückzuschneiden.
