Der Ausstellungstitel „Schöne neue Welt“ ließ an Aldous Huxleys dystopischen Roman denken. Doch Gabriela Drees-Holz und ihre Gäste Gisela Schmachtenberg-Scherlitzki, Jürgen Heinze und Lukas Grah entwerfen keine düsteren Zukunftsvisionen. Ihre Präsentation im Garten des Kunsthauses Dreho war im Zusammenklang auch ein Fest der Sinne.

In der Sensibilisierung für aktuelle Themen verzichtete Hausherrin Drees-Holz auf den erhobenen Zeigefinger. Stattdessen feierte sie die Natur zum Beispiel mit impulsiv wirkenden Schmetterlingswelten im Dialog mit Plastiknetzen. Dafür schafft sie begehbare Orte. „Ich habe die Hoffnung, dass sich die Natur durchsetzt“, sagte die Künstlerin. Begehbar war auch die mit Licht und Duft gefüllte „schöne neue Kapselbaumwelt“. Das klimatechnisch bedenkliche Abfallprodukt der Kaffeekapseln entfaltet über die Verwertung in eigenwilliger Zwiespältigkeit doch ästhetische Schönheit.

Die von Lukas Grah eigens komponierte synthetische Musik fand ihre Ergänzung im vom Wind erzeugten Rascheln der Folien. Verkapselte Weltkugeln und symbolisch aufgeladene Figuren ergänzten den Beitrag von Drees-Holz. Jürgen Heinze zeigte eine Auswahl seiner jüngsten, kubistisch geprägten Metallobjekte in klarer Formensprache. Im Spiel mit der Balance fordern sie die Wahrnehmung heraus, während sie sich abhängig vom Standpunkt des Betrachters in Größe und Formgebung zu verändern scheinen.

Berührend filigran mutete Schmachtenberg-Scherlitzkis in einer Vitrine geschütztes Objekt „Mein Gartenreich“ an. Aus Blättern, Blüten und Zweigen gelegte Vögel und Fische wie auch Schriftzeichen sind in laminierten Seiten zum kreisrund aufgestellten „Buch“ gesammelt. Ein Faden der Kommunikation durchzieht die Seiten. Ihr Tisch-Objekt, gedeckt mit leeren Plastikbehältnissen für Pralinen, war flankiert von zwei lebensgroßen Bauernfiguren – die eine gestaltet aus natürlichen Werkstoffen, die andere aus Plastik mit digitalen Elementen.