Alexander Ende, Trainer von Fortuna Düsseldorf.

Stand: 09.09.2026 • 22:44 Uhr

Nach einem Top-Start in der 3. Liga geht Tabellenführer MSV Duisburg als Favorit in das Straßenbahn-Derby bei Fortuna Düsseldorf.

Nach achteinhalb Jahren treffen Fortuna Düsseldorf und der MSV Duisburg wieder in einem Pflichtspiel aufeinander. Mehr als 45.000 Zuschauer werden in der Arena in Düsseldorf am Samstag (14 Uhr) erwartet. Die bisherige Saison könnte nicht unterschiedlicher verlaufen sein: Während Zweitliga-Absteiger Fortuna mit einer fast komplett neuen Mannschaft noch im Findungsprozess ist, stürmten die Zebras zu vier Siegen in Serie. Der WDR zeigt die Partie live im TV und im Stream.

MSV: Qualität, Moral und Wille

Wie schon in der Vorsaison, in der der MSV als Aufsteiger die ersten sechs Partien für sich entschied, gab sich das Team bisher keine Blöße. Selbst als das Team von Trainer Dietmar Hirsch am vergangenen Wochenende nach einer Roten Karte gegen Top-Torjäger Lex-Tyger Lobinger ab der 25. Minute in Unterzahl spielte und kurz nach der Pause in Rückstand geriet, drehten die Meidericher die Partie bei Jahn Regensburg mit einem Kraftakt noch in einen 2:1-Erfolg.

Die Blau-Weißen haben ihre Mannschaft im Sommer weitgehend zusammengehalten, sich gezielt verstärkt und wirken noch gefestigter als in der letzen Spielzeit. „Die Qualität ist da, aber wenn dann noch diese Moral und dieser Wille dazukommen, macht mich das sehr stolz“, sagte Hirsch nach dem Sieg beim Jahn.

Remmert liefert nach Lobinger-Rot

Duisburgs Peter Remmert (links) jubelt.

Wenn ein Top-Scorer wie Lobinger ausfällt, der in den ersten drei Partie bereits vier Mal getroffen hatte, springen andere in die Bresche. So stellte Hirsch in der Halbzeitpause um und bewies mit den Einwechslungen von Peter Remmert sowie Jan-Simon Symalla ein goldenes Händchen. Beide gehörten nach der Pause zu den Aktivposten, Symalla bereitete den Ausgleichstreffer für Remmert vor.

Für Remmert waren es die ersten Drittliga-Minuten im MSV-Trikot. „Mit Peter Remmert haben wir einen Mann, der immer sehr fleißig gearbeitet hat und zuletzt nicht im Kader war, der aber immer im Training Gas gegeben hat – und der dann das Spiel dann auf unsere Seite zieht“, so Hirsch, der mit dem 21-Jährigen nach einer schwierigen Zeit auf Schalke viele Gespräche führte. Gut möglich, dass der „Kopfmensch“ (Hirsch) Remmert am Samstag in der Starteld stehen wird, da Lobinger für seinen Ellbogencheck für drei Spiele gesperrt wurde.

Noch Sand im Fortuna-Getriebe

Deutlich gedämpfter als in Duisburg dürfte die Stimmung in Düsseldorf sein. Nachdem der neue Sportvorstand Samir Arabi nach dem Abstieg in Rekordzeit eine fast komplett neue Mannschaft zusammengestellt hat, läuft noch längst nicht alles rund: Nur vier Punkte sprangen aus den ersten vier Spielen heraus, dies bedeutet Platz 16. Im DFB-Pokal war der SC Freiburg (1:5) in der 1. Runde eine Nummer zu groß.

Nach zwei Niederlagen zum Liga-Auftakt holte die Mannschaft von Trainer Alexander Ende aus den letzten beiden Partien gegen Stuttgart II (1:0) und Fortuna Köln (0:0) immerhin vier Zähler und blieb dabei ohne Gegentor. „Diese Stabilität im Defensivbereich haben wir reinbekommen, zwei Mal zu Null gespielt – das ist positiv“, so Ende.

Ende: „Nicht sauber ausgespielt“

Nicht so positiv war bisher das Offensispiel der Fortuna, die bisher nur zwei Tore schoss. In Köln lief Düsseldorf vor allem in den letzten 20 Minuten der zweiten Halbzeit immer wieder an, konnte sich aber kaum zwingende Chancen herausspielen.

„Die Chancen, die wir hatten, haben wir nicht klar und sauber ausgespielt“, sagte Ende. Ihn ärgerte zudem, dass seine Spieler zu selten den Abschluss suchen und es zu kompliziert machen. „Da geht es auch mal um einen abgefälschten Schuss, der dann so reingehen kann. Dafür muss ich aber schießen“, so Ende. Insgesamt müssten seine Spieler „geradliniger denken“.

Ende braucht Punkte bis zur Liga-Pause

Drei Liga-Spiele – gegen Duisburg, in Regensburg und gegen Aachen – stehen für die Landeshauptstädter bis zur dreiwöchigen Länderspielpause noch auf dem Programm, in der Ende wieder mehr Zeit haben wird, um Abläufe und Strukturen weiter zu festigen. Bis dahin sollte sich die Fortuna nicht mehr im Tabellenkeller aufhalten, sonst könnte die Luft für Ende schnell dünn werden.

„Wir müssen unsere Aktionen einfach ordentlicher ausspielen und unseren Spielstil durchdrücken“, sagte Mittelfeldspieler Andreas Müller, der sich selbst erst vor knapp vier Wochen den Düsseldorfern angeschlossen hat. „Wenn wir das über längere Phasen im Spiel hinbekommen, wird es schwer für den Gegner. Das müssen wir von Anfang an mit einer gewissen Selbstverständlichkeit auf den Platz bringen.“

Unsere Quellen:

  • Fortuna Düsseldorf
  • MSV Duisburg
  • Rheinische Post
  • Reviersport

Sendung: WDR.de, „Düsseldorf will gegen Duisburg die Trendwende schaffen“, 09.09.2026, 22:42 Uhr

Westdeutscher Rundfunk