Dresden. Zum ersten Mal hat an der Universitätsschule Dresden (USD) ein kompletter Jahrgang die Abschlussprüfungen abgelegt. 55 Schülerinnen und Schüler erhalten am Freitag in feierlichem Rahmen an der TU Dresden die Abschlusszeugnisse für die Förder-, Haupt- und Real­schul­lauf­bahn.

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Das Besondere daran: Die Unischule ist anders als andere Schulen. Jugendliche bekommen erst ab der neunten Klasse Noten, es gibt Projekte statt Fächer, Gärten, Werkstätten und Küchen statt klassische Arbeitszimmern. Die Klassen sind niveau- und altersgemischt, es gibt keine frühe Aufteilung nach Schulformen. Die Schülerinnen und Schüler haben zudem flexible Ferientage, die sich selber einteilen können.

Experiment geglückt: Pionierjahrgänge bestehen alle ihre Prüfungen

Was nach einem gewagten Experiment klingt, ist sehr erfolgreich: Alle Jugendlichen aus den Pionierjahrgängen (seit 2019 an der Schule) haben ihre Abschlussprüfungen in diesem Jahr bestanden.

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Schulleiterin Maxi Heß ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Die Ergebnisse bestätigen, dass der Schulversuch an der Universitätsgemeinschaftsschule auf einem erfolgreichen Weg ist”, sagt sie.

Blick in ein Klassenzimmer der Universitätsschule. Eine klassische Anordnung wie an anderen Schulen gibt es hier nicht.

Blick in ein Klassenzimmer der Universitätsschule. Eine klassische Anordnung wie an anderen Schulen gibt es hier nicht.

Die Lernbegleiter der Qualifizierungsstufe überreichen 47 Schülerinnen und Schüler das Realschulzeugnis, fünf von ihnen werden für ihre sehr guten Prüfungsleistungen aus­gezeichnet. Auch die Hauptschulabsolventen haben die Prüfungen demnach hervorragend gemeistert. Vier Schüler können mit dem qualifizierten Hauptschulabschluss im kom­men­den Schuljahr weiter lernen im Realschulniveau.

Erneut gehören drei Universitätsschüler zu den besten in Sachsen und werden vom Sächsischen Kultusministerium aus­ge­zeich­net. Der Schnitt bei den Hauptschulabschlüssen lag insgesamt bei einer 2,54. Bei den Realschul-Abschlüssen liegt der Noten-Durchschnitt bei 2,1.

Vier Hauptschüler könnten Jahrgang 10 und den Realschulabschluss, 26 Realschüler den Gymnasiumsabschluss anschließen. „Ein guter Teil der Jugendlichen möchte nach den Sommerferien sogar zurück in die Universitätsschule kommen, um weiterzulernen“, sagt die Schulleiterin. „Das finde ich großartig!“

Schulleiterin: „Alternative Wege im Bildungssystem sind wirksam“

Die Universitätsschule ist ein gemeinsames Projekt der Landeshauptstadt und der Technischen Universität Dresden. An der Schule werden unter wissenschaftlicher Begleitung neue Formen des Lehrens und Lernens erprobt. Die Klassen sollen einen Querschnitt durch die Stadtgesellschaft abbilden, ein Algorithmus berechnet, welche Kinder an der Schule angenommen werden.

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Die Universitätsschule Dresden befindet sich auf der Cämmerswalder Straße und ist im Schuljahr 2019/20 mit den Jahrgangsstufen 1, 2, 3 und 5 gestartet. Der Schulversuch ist zunächst für 15 Jahre genehmigt. Aktuell lernen an der Schule hier etwa 850 Kinder in den Klassenstufen 1 bis 10. Mit dem Schuljahr 2026/27 startet die erste Klassenstufe 11. Das erste Abitur wird 2028 abgelegt.

Am Freitag, dem 27. Juni, werden Schulleiterin Maxi Heß und ihre Kolleginnen und Kollegen die diesjährigen Zeugnisse ausgeben. Die guten Ergebnisse ermutigen sie, sagt Heß: „Wir können mit Zuversicht weiterarbeiten, unsere Konzepte weiterentwickeln und gleichzeitig deutlich machen, dass alternative Wege im Bildungssystem nicht nur möglich, sondern auch wirksam sind.“ Und weiter: „Es sind tolle Ergebnisse, die Mut machen – für uns, für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Bildungslandschaft insgesamt.“

SZ