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Einem Medienbericht nach greift die Ukraine die russische Schwarzmeerflotte Wladimir Putins in Gewässern an, die von Nato-Staaten kontrolliert werden.

Savona – Kreml-Machthaber Wladimir Putin muss im von ihm brutal geführten Ukraine-Krieg immer wieder selbst herbe militärische und wirtschaftliche Rückschläge hinnehmen.

Rückschläge für Russland-Machthaber Wladimir Putin im Ukraine-Krieg

So mussten zum Beispiel am vergangenen Wochenende die Flughäfen Moskau und St. Petersburg wegen Drohnen-Gefahr zwischenzeitlich den Flugbetrieb einstellen, während gelieferte nordkoreanische Raketenwerfer durch ukrainische Drohnentreffer in Flammen aufgehen und sich unter Putins heftige Verluste an militärischem Material einreihen.

Wie ein Medienbericht nun beleuchtet, soll auch die sogenannte „Schattenflotte“ des Moskau-Regimes aus Russland ins Visier der Ukraine geraten sein. Brisant: Und zwar in internationalen Gewässern, teils vor Küsten der Verteidigungsallianz Nato. Dies berichtet die ukrainische Online-Zeitung Kyiv Post.

Die Ukrainer haben Wladimir Putins Schattenflotte angeblich vor der ligurischen Küste Italiens attackiert.Die Ukrainer haben Wladimir Putins Schattenflotte angeblich vor der ligurischen Küste Italiens attackiert. © Montage IPPEN.MEDIA / IMAGO / Zoonar / ZUMA PressWladimir Putins Schattenflotte: Ukraine nimmt Frachter in Ostsee und Mittelmeer ins Visier

Mehrere Frachtschiffe und Tanker wurden demnach im Schwarzen Meer, in der Ostsee und im Mittelmeer Ziel ukrainischer Sabotageaktionen, wie die Kyiv Post in einer Analyse auflistet. Putins Schattenflotte soll rund 900 Schiffe umfassen, wie der französische Admiral Benoit de Guibert laut Tageszeitung Le Parisien am vergangenen Mittwoch (2. Juli) vor französischen Abgeordneten erklärte. Mit den Frachtern will das russische Regime Wirtschaftssanktionen der Nato-Mitglieder umgehen und sanktionierte Waren in Drittländer liefern.

Russland tut dies mit Verschleierungstaktiken, indem die Frachter zum Beispiel unter anderer Flagge fahren und/oder dubiose Besitzverhältnisse aufweisen. Putin verdient dadurch viele Milliarden für seine Kriegskasse. Wie die im Januar 2025 veröffentlichte ZDF-Dokumentation „Putins geheime Schattentanker – Wie Russland Sanktionen umgeht“ berichtete, flossen allein im Oktober 2024 täglich geschätzt rund 210 Millionen Euro durch den Verkauf von Rohöl über den Seeweg in den russischen Haushalt.

Schattenflotte

Als „Schattenflotte“, auch „dunkle Flotte“, werden Schiffe bezeichnet, die eine Verschleierungstaktik anwenden, um sanktionierte oder verbotene Waren zu transportieren. Zu den genannten Waren gehören Rohstoffe wie Öl und Gas oder Waffen und Verteidigungstechnologien.

Vor der Küste der Türkei: Ukrainer attackieren Wladimir Putins Schattenflotte

Die Kyiv Post berichtet nun von gezielten Sabotage-Angriffen mit Sprengsätzen auf Motoren, Lenkung und Antriebswellen einzelner Frachter. Wohl in Anspielung auf den Begriff Schattenflotte ist in dem Bericht vom „Schattenkrieg der Ukraine“ die Rede. Beispiele, die genannte werden: Am 28. Januar 2025 habe eine ukrainische Marinedrohne den unter der Flagge der Marshall-Inseln fahrenden Tanker namens „Seacharm“ vor der türkischen Schwarzmeerküste attackiert. Eine Sprengladung habe dabei ein Meter langes Loch in den Rumpf gerissen und angeblich gezielt den Motorraum beschädigt. Die Informationen lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Am 4. Februar sei die Antriebswelle der unter liberianischer Flagge fahrende „Grace Ferrum“ nahe Tobruk (Libyen) mit der Munition einer nicht näher präzisierten Drohne getroffen worden. Geradezu spektakulär: Am 15. Februar sei die unter maltesischer Flagge fahrende „Seajewel“ vor der ligurischen Küste Italiens bei Savona von zwei Explosionen erschüttert worden. Die Explosionen hätten ein großes Loch in den Rumpf gerissen und angeblich die Ruderanlage des Frachters getroffen. Unklar ist, wie nahe an der italienischen Küste sich diese Sabotage zugetragen haben soll. Oder ob es sich noch um internationale Gewässer im Mittelmeer gehandelt hat.

Diese vom ZDF veröffentlichte Aufnahmen sollen zeigen, wie zwei Schattentanker vor Griechenland russisches Öl hin und her laden.Diese vom ZDF veröffentlichte Aufnahmen sollen zeigen, wie zwei Schattentanker vor Griechenland russisches Öl hin und her laden. © Screenshot ZDFUkraine-Sabotage in der Ostsee: Russland-Rückschlag nahe der Nato-Grenze

Und auch in der Ostsee gehen die Ukrainer offenbar gegen Putins Schattenflotte vor. Ende Februar sei die unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende „Koala“ im russischen Ostseehafen Ust-Luga Ziel von Sabotage gewesen, schreibt die Kyiv Post. Demnach hätten wohl Spezialeinheiten vor Ort tief in durch Russland kontrolliertem Gebiet mittels Drohnen zugeschlagen und das Antriebssystem des Frachters beschädigt. Ust-Luga ist ein wichtiger Umschlaghafen für Rohstoffe aus Russland. Die Hafenanlage liegt nur 25 Kilometer von der Nato-Grenze Estlands entfernt. (pm)