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Nach einigem Hin und Her hat US-Präsident Donald Trump in dieser Woche angekündigt, Waffen an die Ukraine zu liefern. Bezahlen soll das Ganze die Nato.
Washington – Nach den erfolglosen Verhandlungen zu einem möglichen Friedensschluss in der Ukraine hat sich US-Präsident Donald Trump zuletzt vermehrt enttäuscht vom russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen Vorstellungen für ein mögliches Kriegsende gezeigt. Nun hat Trump nach dem Eklat mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj und einer ersten Erklärung, keine Waffen an die Ukraine mehr liefern zu wollen, ein mögliches Umdenken angekündigt.
So berichtete in dieser Woche die Nachrichtenagentur Reuters von neuen Plänen Trumps, die Ukraine nun doch weiterhin mit Verteidigungssystemen zu beliefern. In den inzwischen über drei Jahren seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine waren die US-Hilfen lange ein wichtiger Teil der ukrainischen Verteidigungsstrategie. Trumps Ankündigung, die Hilfen einzustellen hatte international, aber auch in beiden US-Parteien für lautstarke Warnungen gesorgt, dass die Entscheidung massive Auswirkungen auf den Ukraine-Krieg haben könnte.
Schon mehrfach haben Vertreter der Ukraine Mitglieder der Trump-Regierung dringend zur Lieferung von Waffen aufgerufen. Nun scheint Trump einzulenken. (Archivfoto) © Handout/dpa Waffenhilfe für Kiew im Ukraine-Krieg: Trump erkennt wichtige Rolle der USA
Laut dem Agenturbericht kündigte Trump sein Umdenken im Rahmen seines Treffens mit Israels Premier Benjamin Netanjahu im Weißen Haus an. Zur Begründung sagte er, dass die russischen Angriffe derzeit zu großen Verlusten und Problemen für die ukrainischen Streitkräfte führten und man ihnen neue Waffen liefern „müsse“, um ihnen zu ermöglichen ihr Land zu verteidigen, wie Reuters den US-Präsidenten zitierte.
Wenig später bestätigte auch das US-Verteidigungsministerium, dass es auf Trumps Weisung zusätzliche Defensivwaffen in die Ukraine schicken wolle. Gleichzeitig sollten die Verhandlungen für einen anhaltenden Frieden in der Ukraine jedoch weitergehen. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete auf dieser Basis am Donnerstag (10. Juli), dass die USA die Lieferung eines weiteren Flugabwehrsystem vom Typ Patriot prüfen wolle.
Neue Patriot-Systeme im Ukraine-Krieg: Auch Deutschland soll Defensivwaffen finanzieren
Dass die Ukraine um ein solches System gezielt gebeten habe, bestätigte Trump bereits am Dienstag (8. Juli) gegenüber der US-Zeitung Wall Street Journal. In dem Gespräch kündigte er an, dass sich die US-Regierung „ansehen müsse“, ob sie der Bitte tatsächlich nachkommen könne. In dem Reuters-Bericht heißt es dazu konkreter, dass es auch vonseiten der deutschen Regierung unter Friedrich Merz Gespräche gäbe, mit dem Ziel Patriot-Systeme für die Ukraine zu kaufen.
Laut einem Bericht der US-Zeitung Newsweek könnten sich die möglichen Lieferungen auf einen Wert von rund 300 Millionen Dollar belaufen, die womöglich vor allem über andere Unterstützer der Ukraine finanziert würden. In einem Interview mit dem Sender NBC News erklärte Trump, dass die USA die Waffen an die Nato schicken würde, die sie dann an die Ukraine übergibt. Die Waffen würden damit „zu 100 Prozent“ von der Nato finanziert.
In den vergangenen Nächten haben russische Truppen die Ukraine teils mit hunderten Drohnen und Geschossen angegriffen und in mehr als der Hälfte der Landes Luftalarm verursacht. Viele Menschen, darunter mehrere Zivilpersonen, starben. Während sich der russische Machthaber derzeit betont siegessicher zeigt, spricht der ukrainische Präsident Selenskyj aktuell in Rom mit etlichen Vertretern der Partner im Westen über einen möglichen Wiederaufbau in der Ukraine. (saka mit dpa)