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Im russischen Staatsfernsehen werden gewöhnlich scharfe Angriffe gegen den Westen gefahren – jetzt nimmt Putins Propagandist Solowjow Trump ins Visier.
Moskau – Nach Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus im Januar hatten sich die USA Russland angenäht, unter anderem durch den Beginn direkter Gespräche zwischen Vertretern Moskaus und Washingtons. Trotz dieser Bemühungen gab es bei den Verhandlungen über eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg bisher keinen Erfolg.
Wenn es nach dem Kreml-Propagandisten Wladimir Solowjow geht, sei Trump nicht mehr wiederzuerkennen. Im russischen Staatsfernsehen attackierte er den US-Präsidenten scharf und unterstellte ihm eine „Bidenisierung“.
Trump und Putin: Die Geschichte zweier Präsidenten in Bildern Fotostrecke ansehen„Erzählt uns eine Menge Bullshit“: Trump macht einen Kurswechsel im Ukraine-Krieg
Donald Trump ist enttäuscht von Wladimir Putin. „Putin erzählt uns eine Menge Bullshit, offen gestanden“, erklärte der US-Präsident. „Er ist immer sehr nett zu uns, aber das erweist sich als bedeutungslos.“ Zu einem vom US-Senat vorgeschlagenen Gesetzentwurf für weitere Sanktionen gegen Russland sagte Trump am Dienstag, er prüfe dies sehr intensiv.
Der republikanische US-Senator Lindsey Graham hat bereits einen möglichen Kurswechsel der USA in der Russland-Politik angedeutet. „Ein Wendepunkt in Bezug auf Russlands Invasion in der Ukraine steht bevor“, sagte er dem US-Fernsehsender CBS. Seit Monaten habe US-Präsident Donald Trump versucht, Kremlchef Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen. „Er hat die Tür in Bezug auf Russland offen gehalten – diese Tür ist dabei, sich zu schließen“, sagte Graham weiter.
Ukraine-Krieg: Putin-Propagandist rechnet mit Trump ab und wirft ihm die „Bidenisierung“ vorNeue US-Sanktionen gegen Russland? US-Präsident Donald Trump äußert sich enttäuscht über Kreml-Chef Wladimir Putin. (Symbolbild/Montage) © IMAGO / ZUMA Press Wire, IMAGO / ITAR-TASS, IMAGO / Zoonar
Solowjow gilt als Putins wichtigster Propagandist im russischen Staatsfernsehen. Aufgrund Trumps Äußerungen und einem Kurswechsel teilte Solowjow im russischen Staatsfernsehen gegen den Republikaner aus. „Trump denkt plötzlich, er wäre ein Star. Was ist passiert? Sehen Sie sich nur an, wie geschmeidig er sich bewegt, wie er die Situation verdreht. Manchmal spricht er über Sanktionen, manchmal nicht. Er hat sogar angefangen, etwas unhöflich zu reden.“
Weiter unterstellte Solowjow, Trump durchlaufe vor russischen Augen eine „Bidenisierung“ und drohte: „Trump, der früher der Einzige war, der mit Putin reden konnte, verwandelt sich in eine weitere Version von Biden. Glaubt er ernsthaft, dass er jetzt mit uns reden und erwarten kann, dass wir ihm gehorchen? Hat er denn nichts gelernt? Versteht er denn nicht, dass wir im Sinne unserer nationalen Interessen handeln?“
Trump will Kiew mit Luftabwehrsystem im Ukraine-Krieg unterstützen
Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge erwägt Trump die Lieferung eines zusätzlichen Luftabwehrsystems an die Ukraine und deutet damit einen möglichen Kurswechsel seiner Haltung in dem Ukraine-Krieg an. Laut dem Bericht zieht der Republikaner in Betracht, Kiew angesichts der massiven russischen Angriffe ein zusätzliches Flugabwehrsystem vom Typ Patriot zu schicken. (jal/dpa)