Mal hat Trump es mit Schmeicheln versucht, mal mit Drohungen. Doch Putins Krieg in der Ukraine konnte er mit beidem nicht stoppen. Das liegt daran, dass der russische Präsident ein spezieller Krieger-Typus ist.
Auch Klassiker können irren. Und ihr Irrtum wächst sich zuweilen ins Monströse aus, wenn er nicht als Irrtum erkannt, sondern als Naturgesetz behandelt wird. Dann erklärt man sich mit ihrer Hilfe die Welt, ohne zu merken, dass man sich in einem Geisterschloss bewegt. Bis es in dieser Welt zu spuken beginnt.
Damit sind wir bei dem Militärstrategen Carl von Clausewitz, der uns den Krieg als „eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ verkaufte. Weiter schrieb er in „Vom Kriege“:
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„Die politische Absicht ist der Zweck, der Krieg ist das Mittel, und niemals kann das Mittel ohne Zweck gedacht werden.“
Mit Sanktionen oder Diplomatie ist Krieger Putin nicht erreichbar
Damit wird dem Krieg eine Rationalität eigener Art abgesprochen; er wird zum Derivat politischer Motive (Machtausdehnung) oder wirtschaftlicher Interessen (Bodenschätze) erklärt, die man dann im Umkehrschluss durch politische Initiativen (Diplomatie) oder wirtschaftliche Strafexpeditionen (Sanktionen) einhegen und im besten Falle beenden kann.
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Doch diese Sichtweise scheitert an einer Kategorie von Herrschern, für die der Krieg kein Mittel zum Zweck ist – sondern der Zweck selbst. Der Krieg ist ihnen kein Werkzeug; er ist ihr Ziel. Gewalt gilt ihnen nicht als Ausnahme, sondern als Grundbedingung von Geschichte.
Sanktionen oder Diplomatie? Dieser Krieger-Typus, der sich nicht als kriegführender Politiker, sondern als politisch taktierender Kriegsfürst sieht, ist weder durch das eine noch das andere erreichbar. Trümmerlandschaften und Tote schrecken ihn nicht, weil sie das Fundament bilden, auf dem er sein Imperium baut. Das Blut der Völker ist sein Lebenselixier.
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Selbst Abschreckung – also die Drohung mit Gegengewalt – findet vor diesem Herrschertyp ihre Grenzen. Viele Angreifer sind nicht erschreckbar.
Für Hitler war Diplomatie nur die Vorbereitung des Krieges
Adolf Hitler wollte Krieg um des Krieges willen. In seiner Ansprache an die Oberbefehlshaber vom 23. November 1939 legte er seine Ziele in einer Deutlichkeit dar, dass sie wie ein fernes Echo auf „Mein Kampf“ klangen:
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„Die steigende Volkszahl erforderte größeren Lebensraum. Keine geklügelte Gescheitheit hilft hier, Lösung nur mit dem Schwert. Ein Volk, das die Kraft nicht aufbringt zum Kampf, muss abtreten.“
Diplomatie galt für ihn der Vorbereitung des Krieges, nicht seiner Verhinderung. Mit dem Münchner Abkommen erhielt Hitler 1938 das Sudetenland von seinen europäischen Kollegen Neville Chamberlain (Vereinigtes Königreich), Édouard Daladier (Frankreich) und Benito Mussolini (Italien). Vor allem der Engländer glaubte, den Frieden damit dauerhaft gesichert und Hitlers Appetit gestillt zu haben. Doch der Führer hatte gerade erst Blut geleckt. Wenig später marschierte er in Polen ein.
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Die Appeasement-Politik war gescheitert, weil Hitler nicht Frieden und Prosperität anstrebte, sondern Krieg und Vernichtung.
Putin will nicht verhandeln, er will siegen
Wladimir Putins erklärtes Kriegsziel ist es nicht, einen guten Deal zu erreichen. Er will nicht die Ukraine einnehmen, um einen Hebel für Verhandlungen zu besitzen. Knapp acht Jahre nach der Annexion der Krim erklärte der russische Präsident beim erneuten Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar 2022 in einer TV-Ansprache:
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„Ich möchte betonen, dass die Ukraine für uns nicht nur ein Nachbarland ist. Sie ist ein unveräußerlicher Teil unserer eigenen Geschichte, Kultur und unseres geistigen Raums.“
Die Erkenntnis aus den 1.241 Tagen Krieg lautet: Jedes Mal, wenn US-Präsident Donald Trump dachte, Putin an den Verhandlungstisch geführt zu haben, folgten in den Tagen danach umso härtere Angriffe. Putin will eben nicht verhandeln, er will siegen. Er will keinen Deal, er will die Ukraine.
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Trumps Schmeichelei und Europas Sanktionen sind doppelt erfolglos
Rückblende: Im Vorlauf zu seiner zweiten Amtszeit ließ Donald Trump kaum eine Gelegenheit aus, um zu erklären, dass er den Krieg in der Ukraine innerhalb eines Tages beenden werde – und zwar auf diplomatischem Weg. Vor ihm habe einfach noch niemand versucht, den Machthaber im Kreml zu verstehen:
„Ich kenne Putin sehr gut; ich habe ein gutes Verhältnis, und sie respektieren mich. Sie respektieren Biden nicht. Warum sollte man ihn respektieren?“
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Gesagt, getan: Im Februar berichtete Trump, Putin und er hätten ein „langes und äußerst produktives Telefonat“ geführt, in dem sie sich darauf geeinigt hätten, „sehr eng an einer diplomatischen Lösung“ im Ukraine-Krieg zusammenzuarbeiten.
Als Putin sich auch davon nicht abhalten ließ, weiter Bomben auf Kiew fliegen zu lassen, zeigte Trump sich verärgert:
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„Ich bin sehr enttäuscht von Präsident Putin. Ich dachte, er wäre jemand, der zu seinem Wort steht, und dann redet er schön und nachts bombardiert er Menschen.“
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Doppelte Erfolglosigkeit: Sowohl Trumps Schmeichel-Diplomatie als auch Europas Sanktionsregime haben nicht gewirkt, weil sie von falschen Voraussetzungen ausgingen. Putin will nicht geliebt, er will vom Westen respektiert werden. Er fürchtet Trumps Umarmung mehr als seine Raketen.
Clausewitz außer Dienst: Trump hat die Theorie vom Krieg als Fortsetzung der Politik damit ad acta gelegt. In Berlin, London, Paris und Kiew ist man schon länger der Meinung, dass Putin nicht erreichbar ist – weder mit Diplomatie noch mit Strafe.
Fazit: Clausewitz wurde durch die Realität des 21. Jahrhunderts einmal mehr ungültig gestempelt. Der Satz der deutschen Regierung „Wir sind keine Kriegspartei“ hat sein Verfallsdatum überschritten. Der traurige Satz für Realisten lautet: Die Fortsetzung des Krieges ist der Krieg.