Das Blackview Shark 9 ist ein Android-Smartphone unter 200 Euro mit 5G, Dual‑SIM und einer 50‑Megapixel‑Kamera . Der Praxis-Test verrät, ob der Budget‑Hai nur billig oder auch bissig ist?
Inhaltsverzeichnis
Blackview
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Das Blackview Shark 9 im Detail:Das Wichtigste auf der Folie
- Der chinesische Hersteller Blackview wurde 2013 gegründet und stellt Smartphones und Tablets her.
- 6,67 Zoll, 90 Hertz, 1604×720 Pixel
- 5000 Milliamperestunden-Akku
- Frontkamera: 8 Megapixel, Rückkamera: 50 + 2 Megapixel
Die „Versandschutzfolie“ zeigt wesentliche Merkmale.
(Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch)
Form-Check:Angemessene Verarbeitung
Das Design ist geradlinig und zeitgemäß. Verarbeitung und Haptik gehen in Ordnung: Der Kunststoff hinten und am Rand ist angenehm matt, die Kanten sind abgerundet. Die dezente Wellenstruktur auf der Rückseite ist gewollt und kein Ergebnis der mühsamen Aufkleberentfernung.
Der Kleber auf der Rückseite nahm seinen Job viel zu ernst. Wer die Klebereste mit ungeeigneten Hausmitteln entfernt riskiert, sich ein Hologramm einzupolieren.
(Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch)
Sie können das Shark 9 per Gesichtserkennung oder über den Fingerabdrucksensor entsperren, der sich in der Einschalttaste am Rand versteckt. Eine IP-Zertifizierung für den Schutz vor Staub und Wasser gibt es nicht.
display von gestern:Schärfer als ein iPhone (aber von 2007)
Es kommt ein IPS-LCD mit einer Diagonale von 6,67 Zoll zum Einsatz. Im Vergleich zur heute gebräuchlichen OLED-Technik ist der Kontrast viel geringer und der Blickwinkel eingeschränkt. Zumindest bei schönem Wetter lässt auch die maximale Helligkeit zu wünschen übrig. Auch die „HD+“-Auflösung von 1604×720 Pixel darf im Jahr 2025 als Minimum angesehen werden. Ein Vorteil ist, dass Schriften etwas größer ausfallen und so recht gut abzulesen sind.
Man kann es auch positiv sehen: Als Pendler können Sie sich eine Privacy-Folie sparen.
(Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch)
Tierisch daneben
Den Begriff „Gorilla Glas“ haben Sie sicher schon mal gehört. Es ist wie „Tempo“ ein Markenname und gehört zum Handyglas-Marktführer Corning, der für besonders robustes Glas steht. Das Deckglas vom Shark 9 stammt offenbar nicht von Branchenprimus und trägt die Bezeichnung „Panda-Glas“. Das hält Blackview aber nicht davon ab, das Glas mit einem Gorilla zu bebildern.
Wie würden Sie „Panda-Glas“ bebildern? Blackview entschied sich für einen Gorilla.
(Foto: Blackview)
Das Display bietet eine Bildwiederholrate von 90 Hertz. Das bedeutet: Das Bild wird 90 Mal pro Sekunde aufgebaut. Mehr Bilder erzeugen eine flüssigere Bewegung. Laut Blackview soll das Shark 9 „so flüssig wie Seide“ und „20 Prozent flüssiger“ sein, als der alte Standard (60 Hertz). Dabei sind 90 Hertz sogar 50 Prozent mehr als 60 Hertz!
Tippen Sie mal „60 x 1,2“ ein. Spoiler: Es ist nicht 90.
(Foto: Blackview)
Vor Jahren hätten wir am Bildschirm gar nichts auszusetzen gehabt, aber die viel bessere OLED-Technik ist längst nicht mehr den teuren Oberklasse-Smartphones vorbehalten. Das Xiaomi Redmi Note 14 5G beispielsweise ist nicht teurer und bietet trotzdem ein viel besseres OLED-Display mit höherer Auflösung.
Tempo:„Schnellste Geschwindigkeit aller Zeiten“
Die zitierte Überschrift haben wir so bei Blackview gefunden. Ferner verspricht der Hersteller, dass das Shark 9 doppelt so schnell wie „andere“ sein soll. Wer die Anderen sind, wird nicht verraten. Wir vergleichen mit Geräten, die ungefähr das Gleiche kosten.
Das Blackview Shark 9 hält leistungstechnisch sehr gut mit gleich teuren Konkurrenten mit.
(Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch)
Tatsächlich schneidet das Blackview in mehreren Benchmarks besser ab als etwa ein Poco M7 Pro, Motorola Moto G55 oder Redmi Note 14 5G. „Doppelt so schnell“ ist das aber längst nicht und schon minimal teurere Handys wie das CMF Phone 1 (Kauf-Tipp unter 200 Euro) legen die Leistungslatte wesentlich höher. Das Shark 9 hält zwar gut in seiner (Markt-)Preisklasse mit, aber eine Gaming-Maschine, so wie es den Anschein auf der Produktseite hat, ist es nicht.
Das Shark 9 läuft mit DokeOS 4.0, das noch auf Android 14 basiert. Angaben zur Support-Dauer und zu künftigen Updates sucht man vergeblich.
(Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch)
Kamera:Sieht das gut aus?
50 Megapixel, 2 Megapixel Makro, kein Ultraweitwinkel, kein Tele. Zumindest bei Tageslicht macht das Shark 9 standardmäßig brauchbare Fotos mit 12,5 MP Auflösung. Wenn Sie den „50-MP-Modus“ im Menü auswählen, steht die volle Auflösung zur Verfügung. Dann bieten die Fotos noch mehr Details.
Sieht erstmal gut bestückt aus, tatsächlich macht nur eine Linse richtige Fotos.
(Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch)
Eine Telelinse gibt es nicht. Blackview lässt lediglich eine vierfache Vergrößerung zu – aber nur im Standardmodus. Selbst bei geringer Vergrößerung sind Fotos schon verwaschen. Die zweite Linse ist Assistenzlinse, die bei Tiefeneffekten unterstützen soll. Die Makrokamera sorgt dafür, dass es auf der Rückseite nicht so leer aussieht. Die Fotos waren so naja.
LInks: Standardfoto. Mitte: Vierfach-Zoom. Rechts: Vierfach-Zoom vergrößert.
(Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch)
Zur Bearbeitung von Fotos sind Googles Magischer Editor und andere Google-Effekte an Bord. Die Fotos müssen in der Cloud gespeichert und bearbeitet werden. Dafür ist die Qualität der Effekte richtig gut. Pro Monat haben Sie zehn Bearbeitungen frei.
Akku und Ausstattung:„Virtuell“ erstklassig bestückt
Der Akku hat eine typische Kapazität von 5000 Milliamperestunden. Geladen wird per USB Typ C. Der physische Arbeitsspeicher hat mit 8 Gigabyte eine normale Größe. Da er virtuell um 16 Gigabyte erweitert werden kann, schreibt Blackview groß „24 GB RAM“ auf die Verpackung und „8+16 GB“ eher klein.
LIeferumfang des Blackview Shark 9 mit Ladekabel, Schutzglas und Schutzhülle.
(Foto: COMPUTER BILD / Michael Huch)
Der Gerätespeicher ist mit 256 Gigabyte recht groß und zudem per microSD um bis zu 2 Terabyte erweiterbar. Alternativ nutzen Sie den Kartenschacht für eine zweite SIM-Karte (Dual-SIM). NFC für berührungsloses Bezahlen, WLAN und Bluetooth sind ebenso an Bord wie der aktuelle Funkstandard 5G. Außerdem gibt es an der Unterseite noch eine klassische Klinkenbuchse.
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Unser Fazit:Nicht besser als die Konkurrenz
Lassen Sie sich nicht vom Streichpreis oder vermeintlichen Superlativen auf der Produktseite blenden. Das Blackview Shark 9 ist weder Gaming-Smartphone noch Foto-Wunder. Dabei erledigt es Grundaufgaben durchaus zufriedenstellend. Wer beispielsweise zum Zocken mehr Power braucht, bekommt fürs gleiche Geld kaum mehr Prozessorleistung, aber dafür viel bessere Bildschirme und vielseitigere Kameras. Unsere Empfehlungen im Bereich von 150 Euro sind das Poco M7 Pro, Motorola Moto G55 oder Redmi Note 14 5G. Aber für ein paar Euro mehr gibt es wesentlich bessere Handys schon unter 200 Euro.
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