Seit Jahrzehnten wird am Brandenburger Tor mit Zehntausenden ins neue Jahr gefeiert – doch damit ist vorerst Schluss. Nach der Ankündigung von Berlins Bürgermeister Wegner, keine Gelder mehr bereitzustellen, sagt der Veranstalter die Veranstaltung ab.

Die traditionelle große Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin ist vom Veranstalter für dieses Jahr endgültig abgesagt worden. „Eine Veranstaltung, wie es sie in den vergangenen Jahrzehnten immer gab am Brandenburger Tor, wird es aus meiner Sicht nicht geben“, sagte der Geschäftsführer der Berlin feiert Silvester (BfS) GmbH, Benedikt Alder, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte zuvor der dpa gesagt, dass das Land für die Show, die zuletzt immer vom ZDF übertragen wurde, kein Geld mehr gibt. „Es ist meiner Meinung nach nicht Aufgabe der Steuerzahler, solche Veranstaltungen mitzufinanzieren“, sagte der CDU-Politiker. „Erst recht nicht in Zeiten einer angespannten Haushaltslage.“

Die Party mit zahlreichen Künstlern findet seit Jahrzehnten statt. Zuletzt wurde sie immer vom ZDF live übertragen. Zehntausende Besucher kamen dazu an das Wahrzeichen in der Mitte Berlins, um Mitternacht startete ein Feuerwerk. Anfang Juli hatte der Veranstalter Alarm geschlagen und mitgeteilt, dass für dieses Jahr die Finanzierung nicht gesichert sei. Als Grund nannte er fehlende Zusagen zu Landeszuschüssen. Eine alleinige Unterstützung durch das ZDF reiche nicht.

Dem privaten Veranstalter sei schon vor zwei Jahren mitgeteilt worden, dass Berlin ab 2025 kein Geld mehr für die Show lockermachen könne, sagte Wegner. „Auch im letzten Jahr haben wir sehr klar kommuniziert: Dieses Jahr gibt es noch einen Zuschuss, 2025 ist Schluss.“

Der Senat habe jüngst aus den Medien und nur per Mail erfahren, dass der Veranstalter ohne Zuschuss nicht mehr weitermachen könne. „Wenn der Veranstalter der Meinung ist, er möchte nicht mehr, dann ist es so. Wir werden diese Veranstaltung nicht dauerhaft mit Steuergeld finanzieren“, so Wegner.

„Wir führen jetzt Gespräche“, fügte er hinzu. Eine Möglichkeit sei ein Feuerwerk am Brandenburger Tor. Oder: „Ein Veranstalter macht die Party mit dem ZDF, aber mit einer anderen Finanzierung oder mit einem anderen Konzept. Das ist ja unbenommen.“

AfD: Zuschuss für Silvesterparty beibehalten

Die Berliner AfD-Fraktionschefin Kristin Brinker hat die Streichung von Landeszuschüssen für eine Silvesterparty am Brandenburger Tor kritisiert. Derartige Ausgaben zahlten sich als Investition in den Tourismus am Ende aus, erklärte die Politikerin. Die Silvesterparty trage maßgeblich dazu bei, Berlin überregional und international als Reiseziel zu bewerben.

„Sie sollte deshalb erhalten und weiterhin gefördert werden“, so Brinker. Es sei vom Senat „zu kurz gedacht“, das Weiterbestehen einer Veranstaltung zu gefährden, die Jahr für Jahr Werbung für Berlin als Zielort für Städtetouristen mache.

Die genaue Höhe der finanziellen Unterstützung, die zuletzt vom Land Berlin für die Silvester-Show floss, ist unklar. Laut der Berlin feiert Silvester GmbH als Veranstalter betrug sie zwischen 500.000 Euro und einer Million Euro, indem landeseigene Gesellschaften Werbeflächen anmieteten. Nach Angaben der Berliner Senatswirtschaftsverwaltung steuerte diese im Vorjahr 300.000 Euro bei, aber auch andere Senatsbereiche hätten sich an der Finanzierung beteiligt. Eine Gesamtsumme war vom Senat nicht zu erfahren.

dpa/ceb/saha/cvb