Die Deutschen Minigolfmeisterschaften im System: Cobigolf sind vorbei. 94 Sportlerinnen und Sportler kamen dieses Jahr aus ganz Deutschland nach Karlsruhe-Grötzingen, um an dem Highlight der Saison teilzunehmen. Die Cobigolf-Verbandspräsidentin Sarah Böse eröffnete am Mittwoch zusammen mit Vertretern des Deutschen Minigolfverbands die Meisterschaften. Das Turnier ist auf verschiedene Geschlechts- und Alterskategorien von Schüler- bis ins hohe Seniorenalter aufgeteilt. Auch Mannschaftswettbewerbe für die allgemeinen Klassen sowie den Senioren wurden ausgerichtet. 

Titelverteidiger als Außenseiter

Der 1. Essener Cobigolf-Club reiste mit 12 Personen zum Turnier an und nahm bereits am „Malerdorfpokal“, dem Pokalturnier am Wochenende vor den Meisterschaften, teil, welches stets als erster Härtetest genutzt wird. Die Ergebnisse fielen durchwachsen aus. Einzig Konrad Peithmann wusste für die Blau-Goldenen zu überzeugen und gewann im Einzel der Altersklasse Senioren I. Nach dem Deutschen Herrenmannschafts-Meistertitel im Vorjahr auf der eigenen Anlage im Essener Norden sprach man den Essenern dieses Jahr nur eine geringe Außenseiterchance im Spiel um die Meisterschaft zu. Die Leistung bei einem Minigolfturnier ist immer stark abhängig von einem Detailwissen über die Gegebenheiten der 18 Bahnen. Zwar sind die Hindernisse auf den Bahnen der unterschiedlichen Anlagen immer gleich, doch die Idealspuren, die die kleinen bunten Bälle zum Loch führen, sind immer unterschiedlich und ändern sich häufig zusätzlich mit unterschiedlichen Außentemperaturen, wenn sich Faserplatten zusammenziehen oder ausdehnen. Die Favoritenrolle wurde dieses Jahr dem MSC Schriesheim zugeschrieben. Das junge Team um Starspieler Timo Glaser konnte sich über einen langen Zeitraum auf das Großturnier vorbereiten, verfügte so über das Know How und unterstrich dies mit tollen Leistungen bereits zum Vorbereitungsturnier. 

Meisterschaft bei über 30 °C

Donnerstag um 8 Uhr fiel der Startschuss zu den Deutschen Meisterschaften. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigte das Thermostat über 20 °C. Zu spielen waren an diesem Tag vier der insgesamt acht Durchgänge á 18 Bahnen. Die besten drei Spielenden der Einzelkategorien durften sich am Samstag in einer zusätzlichen Finalrunde beweisen. Bei so vielen teilnehmenden Personen dauerte der erste Spieltag bis kurz nach 19 Uhr. Bei Mittagstemperaturen über 30 °C litt bei einigen Akteuren die Konzentration. Nach gutem Start erwischte es die Essener, sodass das Team nach dem ersten Tag bereits 15 Schläge hinter dem Favoriten lag. Dabei sah es in den Einzelkategorien gar nicht schlecht aus: Der Deutsche Meister des Vorjahres, Michel Zazzi begann das Turnier mit einer 20er Runde, benötigte nur für zwei der 18 Bahnen zwei Schläge und stellte den Bahnrekord ein. Er sowie Dustin Raffler spielten sich in der Herren-Wertung in die führende Spitze. Die anderen Teams aus Hamm, dem „Bergischen Land“ sowie Grötzingen lagen bereits zu diesem Zeitpunkt abgeschlagen auf den hinteren Rängen.

Schriesheim verpennt Start in zweiten Tag

Wie ausgewechselt präsentierte sich der MSC zum Start des zweiten Tags. Die Baden erwischten einen katastrophalen Auftakt, den die Vogelheimer zu nutzen wussten. Plötzlich herrschte nach einer Runde nahzu Egalität, der Abstand war auf nur noch einen Zähler geschrumpft. Dustin Raffler und Konrad Peithmann schoben das Essener Team mit guten Rundenergebnissen von Runde zu Runde voran. Dustin Raffler konnte in der Herren-Einzelwertung seinen Vorsprung ausbauen. Zum Ende des Tages übernahmen die Essener die Führung. Nur ein einziger Schlag trennten beide Teams, bei nur noch einem ausstehenden Durchgang am Samstag.

Essen ist Deutscher Meister!

Für die Schriesheimer kam es knüppeldick. Wie schon am Tag zuvor konnte man die erste Runde nicht nutzen, um den Essenern gefährlich zu werden. Für die Essener holte Jan Peithmann mit einer 24 die Kohlen aus dem Ofen, nachdem weder Raffler noch Konrad Peithmann für eine merkbare Entlastung sorgen konnten. Am Schluss weiteten die Essener ihren Vorsprung auf insgesamt 5 Zähler aus und konnten den Meisterschaftstitel für sich beanspruchen. Auch die Leistung der Damenmannschaft konnte sich blicken lassen: das Team um Ash Peithmann, Andrea Peithmann und Melanie Menzel konnte die Silber-Medaille hinter dem Team der Dauersiegerinnen des CGV Hamm gewinnen und ließ das Team der Turnierausrichter hinter sich.

Edelmetall auch in den Einzelwertungen

Dustin Raffler wusste in der allgemeinen Altersklasse der Herren zu überzeugen und gewann auch dort die Goldmedaille. Sein Mannschaftskollege Michel Zazzi konnte den zweiten Platz belegen. Pechvogel Konrad Peithmann verpasste einen Podiumsplatz gänzlich knapp. Melanie Menzel gewann die Bronzemedaille in der Damenkategorie. Auch bei den Juniorinnen waren die Essener erfolgreich. Ash Peithmann gewann die Juniorinnen-Alterskategorie mit über 40 Schlägen Vorsprung.