In einer Woche ist es wieder so weit: Das traditionelle Laternenfest in Halle (Saale) steht vor der Tür. Mit beliebten Programmpunkten wie dem Entenrennen, dem farbenprächtigen Bootskorso und dem spektakulären Fischerstechen verspricht das Fest auch in diesem Jahr wieder zehntausende Besucherinnen und Besucher an die Saale zu locken. Musikalisches Highlight ist der Auftritt der Rockband Silly. Eines der Highlights ist das große Höhenfeuerwerk, das diesmal sogar von drei Standorten gleichzeitig gezündet wird.
Engpass am Riveufer: Zusätzliche Brücke als Entlastung
Ein altbekanntes Nadelöhr bei Großveranstaltungen entlang der Saale ist der Bereich zwischen Ziegelwiese und Riveufer. Um die Besuchermengen besser zu verteilen, wird dort seit einigen Jahren eine zusätzliche Pontonbrücke über den Mühlgraben installiert. Auch in diesem Jahr wurde sie am vergangenen Samstag wieder aufgebaut – mit vereinten Kräften von ehrenamtlichen Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) und der Reservistenkameradschaft der Bundeswehr.
Doch der Aufbau gestaltete sich diesmal besonders anspruchsvoll: Vor zwei Jahren wurden Teile der städtischen Pontonbrücke gestohlen, darunter auch die sogenannten Anlager – stabile Metallteile, die den Übergang zwischen Ufer und Brücke bilden. Ihr Materialwert lag bei rund 15.000 Euro. Im vergangenen Jahr musste daher eine Brücke angemietet werden. Diesmal jedoch griff man wieder auf das vorhandene Material zurück – mit einigen kreativen Anpassungen.
Improvisation mit Stahlplatten
„Wir haben ausgerechnet, wie es passen könnte“, sagt Peter Ahlefeld, ehemaliger Flusspionier der Bundeswehr und heute Ehrenvorsitzender der Reservistenkameradschaft. Gemeinsam mit der Firma BBH Baumaschinen Halle-Neustadt, die kurzfristig mit Stahlplatten aushalf, konnte die Brücke dennoch fertiggestellt werden. Die improvisierten Platten überbrücken nun beidseitig den Übergang vom Ufer auf die Pontonbrücke.
Das THW sorgte während des Aufbaus für Sicherheit auf dem Wasser. Für die beteiligten Reservisten ist der Aufbau mehr als nur Hilfe beim Fest: Er gilt auch als Übung zur Pionierausbildung Land-Wasser – eine Kombination aus Ehrenamt, Praxis und gelebter Gemeinschaft.