Nach jahrelangem Hin und Her vor Gericht ist es jetzt fix: Die Mohrenstraße im Berliner Bezirk Mitte heißt ab sofort Anton-Wilhelm-Amo-Straße. Der alte Name wurde immer wieder als rassistisch kritisiert. Jetzt erinnert die Straße an Anton Wilhelm Amo, einen Gelehrten aus dem 18. Jahrhundert, der in Afrika geboren wurde. Möglich wurde das Ganze durch eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg, das am Freitagabend die Eilanträge mehrerer Anrainer ablehnte.

Schon im August 2020 hatte die Bezirksvertretung beschlossen, die Straße umzubenennen. Die Begründung: Der Name Mohrenstraße sei diskriminierend und schade dem Ansehen von Berlin.

Mit dem neuen Namen wird Anton Wilhelm Amo geehrt – er wurde um 1703 im heutigen Ghana geboren und als Kind nach Deutschland verschleppt. Amo war der erste bekannte Philosoph und Rechtswissenschafter afrikanischer Herkunft in Deutschland.

Das Oberverwaltungsgericht erklärte, dass die Eilanträge wenig Erfolgsaussichten hätten. Das Gericht schrieb: Es sei „nicht ersichtlich, dass das Vorbringen in den Klageverfahren an der Beurteilung der Rechtmäßigkeit der Straßenumbenennung etwas ändern werde“. Außerdem seien die Anrainer „in keinem ihrer Grundrechte unmittelbar betroffen“.

Die feierliche Umbenennung ging am Samstag bei einem Straßenfest über die Bühne. Die neuen Schilder waren schon vorher montiert worden. Der 23. August ist übrigens der Internationale Tag der Erinnerung an den Sklavenhandel und dessen Abschaffung.

Mit der Umbenennung verschwindet „endlich ein rassistischer Begriff aus dem Berliner Stadtbild“, so die Grünen-Abgeordnete Tuba Bozkurt. „Für viele schwarze Menschen war dieser Straßenname eine tägliche Erinnerung an Ausgrenzung – jetzt setzen wir ein klares Signal für Respekt und Vielfalt.“

Die Berliner CDU war bis zuletzt gegen die Umbenennung. Sie kritisierte, dass die betroffenen Anrainer zu wenig eingebunden wurden. Sebastian Pieper, Chef der ÖVP-Fraktion im Bezirk Mitte, sprach von einem „Geschenk“ der Grünen an die „linke Community“.

Der Streit um den Namen zog sich jahrelang durch die Berliner Gerichte. In der Straße im dicht besiedelten Bezirk Mitte gibt es Wohnhäuser, Geschäfte und sogar das Bundesjustizministerium.

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