Es gibt viele Möglichkeiten, Esslingen zu erkunden. Leserinnen und Leser unserer Zeitung durften mit den Sofageschichten ein ganz neues Format ausprobieren.

Ralf Weinberger kennt den Neckar und dessen Esslinger Stadtkanäle wie seine Westentasche. Unzählige Male ist er dort mit seinen Booten entlang geschippert, immer wieder hat er touristische Angebote entwickelt, die den Fluss zum Hauptdarsteller machten. Sein jüngstes Projekt nennt er Sofageschichten, und es ist für all jene gedacht, die für Stadtführungen auf Schusters Rappen nicht gut genug zu Fuß sind – oder die Esslingen auf etwas andere Art erleben wollen. Leserinnen und Leser unserer Zeitung durften nun Weinbergers jüngstes touristisches Angebot ausprobieren.

Meist sind Stadtführungen mit einem Rundgang durch Esslingen verbunden. Man bleibt mal hier und mal da stehen, betrachtet malerische Gebäude, schmunzelt über die eine oder andere Anekdote und geht zur nächsten Sehenswürdigkeit weiter. Weinbergers Sofageschichten sind anders. „Bilder aus der Vergangenheit können auch in unseren Köpfen entstehen“, ist er überzeugt. Und er trat bei unserer jüngsten Leseraktion den Beweis dafür an.

Esslinger Tausendsassa mit vielen Talenten Kim Raisch (links) und Ralf Weinberger sind auf dem Neckar zuhause. Foto: Roberto Bulgrin

Kanu-Käpt’n Kim Raisch schipperte die Gäste gemächlich auf einem Seitenarm des Neckars, und kaum hatte das Solarboot von „Esslingen erleben“ abgelegt, da konnte jeder auch schon eine tiefe innere Ruhe spüren. Zwei Stunden lang lud Ralf Weinberger zum Spaziergang durch die Stadtgeschichte ein – und keiner brauchte auch nur einen Schritt zu gehen. Ebenso kenntnisreich wie unterhaltsam plauderte er über Esslingen, zwischendurch zeigte er sein Talent als Zauberkünstler, und damit der Ausflug in die Stadthistorie keine trockene Angelegenheit wurde, hatten die Wengerter vom Teamwerk Esslingen einige Fläschchen Faifegrädler Spätburgunder Weißherbst spendiert.

Jeder der Gäste unserer Sofageschichten-Aktion hat eine ganz persönliche Beziehung zu Esslingen. Allen voran Heidi Gassmann, die mit 96 Jahren Esslingens älteste Stadtführerin ist. Mit ihr auf Tour durch die Stadt zu gehen, ist ein Erlebnis – ihr Wissen und ihr Anekdotenschatz sind unerschöpflich. Dass sie diesmal als Gast dabei war, freute Weinberger ganz besonders: „Vielen Dank für zahllose unvergessliche Führungen, die wir mit Ihnen erleben durften.“ Viel hat der Esslingen-Tourismus auch Brunhilde Knobloch zu verdanken, die das Stadtmarketing mit aufgebaut hat. „Mit Ralf Weinberger habe ich vor vielen Jahren die allererste Tour unternommen, und es macht bis heute viel Spaß.“ Eine Aktion blieb ihr besonders in Erinnerung: „Auf dem Weihnachtsmarkt hatten wir mal einen Stand mit einem Kanu auf dem Dach, im Boot saß ein aufblasbarer Weihnachtsmann als Werbung für die Kanutouren. Dem ging irgendwann die Luft aus. Zum Glück kann man das von Herrn Weinberger nicht sagen.“ Die Sofageschichten haben auch Jürgen Knobloch überzeugt: „Durch die lebendige Art des Erzählens nimmt man unheimlich viel mit.“

Tatja Hettrich-Duhanaj war schon oft mit Weinberger auf Tour: „Mit ihm ist es immer spannend, mitreißend, überzeugend und lustig. Und man geht mit gutem Gefühl nach Hause. Das ist so unglaublich wertvoll.“ Tatja Hettrich-Duhanaj liebt Esslingen: „Das Mittelalter und die Moderne sind so schön vereint. Ich bin oft im Stadtkern, bewundere die alten Gemäuer und verweile, in Gedanken versunken, am Ufer des Neckars. Der gehört zu Esslingen. Im Freibad lag man früher mit seinem Handtuch direkt neben der Wasserkante, nur durch einen Eisenzaun getrennt.“ Eine besondere Beziehung zum Fluss hat auch Katharina Ursch, die in den 60er-Jahren das damalige Mädchengymnasium besucht hat: „Da hatten wir den Neckar gleich neben der Schule. Meine Mutter hatte damals ein Paddelboot. So haben wir viele Sonntage auf dem Neckar verbracht. Jetzt mal wieder in einem Boot zu sitzen war wunderbar.“

Esslingen zeigt seine Geheimnisse Das Oberesslinger Laufwasserkraftwerk ist vielen kein Begriff. Foto: privat

Das fanden auch Heike Haker und Andreas Müller: „Esslingen vom Wasser aus zu erleben, eröffnet eine völlig neue Perspektive. Besonders reizvoll ist die Kombination aus nachhaltigem Reisen und lebendiger Stadtgeschichte. Die ruhige Fahrt mit dem solarbetriebenen Kanu bietet nicht nur Entspannung, sondern auch spannende Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Stadt.“ Das hat auch Marianne Holzmann so empfunden: „So wird Stadtgeschichte lebendig.“

Als ehemaliger DLRG-Bootsführer kennt Martin Maurer den Neckar. „Den Fluss zu erleben und auf entspannte Weise Neues über die Stadtgeschichte zu erfahren, ist ein Erlebnis. Als gebürtiger Esslinger, der hier zur Schule gegangen ist, seine Ausbildung absolviert und in einem namhaften Betrieb gearbeitet hat, fühle ich mich Esslingen und seiner Geschichte lebenslang verbunden.“ So geht es auch Bertram Stoll und seiner Frau Ute, die in Esslingen zur Schule gegangen und seit den frühen 70er-Jahren miteinander verbunden sind. „Die Sofatour ist eine interessante Ergänzung unser bisherigen Aktivitäten rund um die Esslinger Stadtgeschichte“, finden die beiden. „Der Neckar ist für uns quasi ein magischer Ort. Häufig haben wir unsere Freizeit dort verbracht. Immer, wenn wir am Fluss stehen, werden viele dieser alten Erinnerungen wieder in uns wach.“

Zur Person

Ralf Weinberger
ist Esslinger aus Überzeugung. Seine Talente sind breit gefächert: Als Extremsportler hat er erlebt, was Selbstüberwindung und Durchhaltevermögen bewirken. Später hat er als Ausbilder in der Finanz- und Versicherungsbranche gearbeitet. Er ist seit vielen Jahren selbstständig in Sport und Tourismus tätig, hat sich als Zauberkünstler einen Namen gemacht. Als Mentalcoach und Hypnosetherapeut bietet Weinberger Seminare und Vorträge an.

Kanutouren
 1992 hat Weinberger die beliebten Kanutouren auf dem Neckar und seinen Stadtkanälen etabliert und im Lauf der Jahre mit immer neuen Formaten variiert.