Werk bei Berlin

Ausbau der Tesla-„Gigafactory“ gerät offenbar ins Stocken

25.08.2025 – 08:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Tesla-Fabrik in Berlin: Offenbar hat das Unternehmen keine weiteren Genehmigungsanträge für den Ausbau des Werks gestellt.Vergrößern des Bildes

Tesla-Fabrik in Berlin: Offenbar hat das Unternehmen keine weiteren Genehmigungsanträge für den Ausbau des Werks gestellt. (Quelle: IMAGO/Joko)

Eigentlich sollte der Ausbau der Tesla-„Gigafactory“ in Grünheide bei Berlin bald starten. Jetzt könnte der US-Autobauer dem Projekt den Stecker ziehen.

Der geplante Ausbau der Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide kommt offenbar langsamer voran als ursprünglich angekündigt. Laut „Spiegel“-Informationen hat der US-Konzern bislang keine weiteren Genehmigungsanträge für die angestrebte Jahresproduktion von einer Million Fahrzeugen gestellt. Auch für die mehrfach angekündigte Batteriezellenfertigung fehlen demnach die nötigen Unterlagen. Lediglich eine von drei Teilgenehmigungen wurde im Oktober 2023 vom Landesamt für Umwelt erteilt.

Die öffentliche Hand investiert unterdessen weiter in die Infrastruktur rund um das Werk. Unter anderem entsteht ein neuer Bahnanschluss, dessen Baukosten die Deutsche Bahn auf rund 244 Millionen Euro beziffert. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.

Grundlage der Investitionen waren ursprüngliche Pläne von Tesla, die langfristig mit bis zu 40.000 Beschäftigten rechneten. Aus den derzeitigen Genehmigungsunterlagen geht jedoch hervor, dass selbst bei einem Ausbau lediglich 22.500 Arbeitsplätze vorgesehen sind. Aktuell arbeiten etwa 11.000 Menschen an dem Standort.

Laut „Spiegel“ liegt die tatsächliche Produktion in Grünheide derzeit deutlich unter der möglichen Kapazität von 500.000 Fahrzeugen pro Jahr. Werksleiter André Thierig kündigte an, die Produktion auf über 5.000 Fahrzeuge pro Woche zu steigern. „Wir richten unsere Produktion an der Nachfrage aus“, sagte er dem „Spiegel“. Der Standort funktioniere „sehr gut und stabil“, Tesla würde sich auch heute wieder für Deutschland entscheiden.

Allerdings machte Thierig deutlich, dass ein weiterer Ausbau von der Entwicklung der Nachfrage abhänge. Die erteilte Genehmigung setze lediglich einen Rahmen, sei aber keine verbindliche Ausbauzusage.

Ein Ausbleiben des Ausbaus wäre auch für die brandenburgische Landesregierung ein Rückschlag. Laut „Spiegel“-Recherchen setzte sich diese bislang intensiv für das Projekt ein. Der frühere Umweltminister Axel Vogel (Grüne) erklärte dem Magazin, sein Ressort habe für das Tesla-Projekt eigens Personal umgeschichtet – teilweise zulasten anderer Verfahren. Während Tesla anfangs erheblichen Druck auf Behörden ausgeübt habe, sei dieser mit den aktuellen Absatzproblemen deutlich gesunken.