Schließungen angekündigt
Strikter Sparkurs: Entscheidung zu DB Cargo in Nürnberg gefallen
26.08.2025 – 16:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Fahrzeugcontainer von DB Cargo (Archivbild): Bei der Bahntochter kriselt es, in Nürnberg bleibt der Standort von einer Schließung verschont. (Quelle: IMAGO/Arnulf Hettrich/imago)
Die kriselnde Güterverkehrstochter DB Cargo schließt bundesweit zahlreiche Werkstätten. Im Nürnberger Instandhaltungswerk können die Beschäftigten aufatmen.
Die Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn, DB Cargo, hat umfangreiche Werkstattschließungen angekündigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur werden zehn von 15 Außenstellen geschlossen. Das Werk in Nürnberg soll aber erhalten bleiben soll.
Bei der Umstrukturierung fallen 170 Arbeitsplätze weg. Vier der betroffenen Außenstellen liegen in den neuen Bundesländern. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) kündigte Widerstand gegen die Pläne an.
DB Cargo betreibt derzeit elf Instandhaltungswerke mit 15 Außenstellen bundesweit. Neben den Außenstellenschließungen plant das Unternehmen auch Veränderungen an den Hauptstandorten. Die Werkstatt in Mainz-Bischofsheim soll komplett schließen. In Halle (Saale), Seelze und Oberhausen entfällt künftig die Wagen-Instandhaltung.
Das Konzept wurde Ende Juli dem Gesamtbetriebsrat vorgelegt. Die Verhandlungen beginnen im September. DB Cargo erhofft sich mehr Effizienz durch spezialisierte Teams.
Die Transport-Tochter des Bahn-Konzerns muss ab 2026 schwarze Zahlen schreiben. Die EU-Kommission hat dies im Rahmen eines Beihilfeverfahrens festgelegt. Cargo-Chefin Sigrid Nikutta verordnete dem Unternehmen einen strengen Sparkurs und kündigte die Streichung unprofitabler Bereiche an.
Im ersten Halbjahr 2025 konnte DB Cargo seine Verluste bereits deutlich reduzieren. Dennoch steht noch ein operatives Minus in den Büchern.
Neben Nürnberg bleiben die Werke in Hagen, Halle (Saale), Köln-Gremberg, Mannheim, Oberhausen, Maschen, Saarbrücken, Seddin und Seelze/Lohnde bestehen. Auch die fünf Außenstellen Bebra, Braunschweig, Bremerhaven, Kornwestheim und München werden nicht geschlossen.
Die EVG kritisiert das Vorgehen scharf. EVG-Vize Cosima Ingenschay erklärte mit Blick auf Cargo-Chefin Nikutta: „Die Lage im Güterverkehr ist schwierig. Aber mit einer Vision für die Zukunft des Unternehmens hat ihr Agieren wenig zu tun. Es scheint, als würde sie nur auf Sicht fahren. Und das aber leider auch noch im Dunkeln.“ Die Gewerkschaft werde die Schließungspläne nicht hinnehmen.