Nach mehr als 30 Jahren
Deutsche Jobbörse Monster.de ist insolvent
27.08.2025 – 18:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Monster-Webseite in den USA: Das Unternehmen muss Insolvenz anmelden. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Maria Kraynova)
Das einstige Jobportal-Urgestein Monster.de ist zahlungsunfähig. Betroffen sind Beschäftigte und Kunden.
Seit Ende Juli ist die Internetseite Monster.de abgeschaltet – nun steht fest: Das Jobportal in Deutschland steckt im vorläufigen Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Frankfurt am Main bestellte am Dienstag den Anwalt Jan Roth von der Kanzlei Lintilia Law zum Insolvenzverwalter.
Monster.de gilt als eine der ersten großen Online-Stellenbörsen weltweit. Nach mehr als 30 Jahren ist das Portal in Deutschland nicht mehr erreichbar. Grund für den Insolvenzantrag ist eine drohende Zahlungsunfähigkeit, wie der Rechtsanwalt Dennis Geissler erklärte.
Zwar habe die Gesellschaft noch über ausreichende Mittel verfügt, um Gehälter bis einschließlich Oktober zu zahlen. Dennoch sei das Verfahren eingeleitet worden, um die Beschäftigten über Insolvenzgeld abzusichern.
Hintergrund ist die Lage der US-amerikanischen Mutterfirma Monster Worldwide. Sie hatte Ende Juni in den USA ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 beantragt. Der Konzern verlor zuletzt Marktanteile an Konkurrenten wie Indeed und Glassdoor. Ende Juli verkaufte Monster seine Markenrechte an den Karrieredienst Bold für rund 27 Millionen US-Dollar.
Für die europäischen Tochtergesellschaften hatte dieser Deal Folgen: Da die Marke nun Bold gehört, können eigenständige Landesgesellschaften wie die deutsche Monster Worldwide Germany GmbH ihre Angebote nicht mehr weiterführen. Webseiten wie Monster.de sind damit wertlos geworden.
Die 36 Beschäftigten in Deutschland waren im August zwar noch angestellt, konnten aber keine Aufgaben mehr erledigen. Inzwischen leitet die Domain Monster.de auf ein Angebot von Bold weiter. Auch Kunden der deutschen Plattform seien zuvor nicht informiert worden, berichteten frühere Mitarbeiter.