Stand: 27.08.2025 16:03 Uhr
Hannovers Regionspräsident Steffen Krach ist von der Berliner SPD-Führung nominiert worden: Der 46-Jährige ist Spitzenkandidat für die Wahl zum Abgeordnetenhaus im kommenden Jahr.
Krach soll Ende September 2026 als Herausforderer gegen Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) antreten. „Unser Ziel ist es, das Amt des Regierenden Bürgermeisters für die SPD zurückzugewinnen“, erklärten die Landesvorsitzenden Martin Hikel und Nicola Böcker-Giannini. Krach sei ein „erfahrener und erfolgreicher Politiker“, heißt es weiter. Er verkörpere ein frisches Gesicht mit neuen Ideen. Derzeit regiert die SPD in Berlin als Juniorpartner der CDU mit.
Krach: „Erstmal bin ich hier noch im Amt“
Krach hat sich am Mittwoch in einem Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Region Hannover und die Mitglieder der SPD Hannover gewandt. Darin schreibt er, dass er sich nach reiflicher Überlegung und intensiven Gesprächen mit seiner Familie für Berlin entschieden habe. Gleichzeitig betonte Krach, dass der Wechsel keine Entscheidung gegen Hannover sei: „Erstmal bin ich hier noch im Amt – das will ich auch ganz klar sagen und das wird sich auch nicht ändern“, sagte Krach auf einem Pressetermin am Mittwoch in Hannover.
SPD-Spitze in Hannover reagiert verständnisvoll
Adis Ahmetović, Co-Vorsitzender der SPD Hannover, kann die Entscheidung des SPD-Landesverbandes, Krach offiziell zum Spitzenkandidaten zu machen, sehr gut nachvollziehen. „Für Hannover ist sein Wechsel ohne Zweifel ein großer Verlust“, schreibt Ahmetović in einem Statement. Krach habe als Regionspräsident und als Wahlkämpfer eine exzellente Bilanz vorzuweisen. Ähnlich äußerte sich Krachs Co-Vorsitzende beim SPD Unterbezirk Region Hannover, Leyla Hatami, gegenüber dem NDR Niedersachsen.
Noch sind viele Fragen offen
Man hört an der Basis aber auch von nicht so harmonischen Reaktionen, fügte Leyla Hatani indirekt hinzu. Allerdings glaubt sie, dass das hauptsächlich daran liege, dass der Wechsel am Montag durchgesickert in den Medien war, bevor die Region und die SPD Hannover informiert waren. Wie es nun weitergeht mit Krach als Regionspräsident, soll nach seinen eigenen Worten jetzt innerhalb der Partei besprochen werden. Das gelte auch für die Frage, mit wem die SPD nächstes Jahr bei der Wahl eines neuen Regionspräsidenten für Hannover antritt.
Krach hat schon Studienzeit in Berlin verbracht
Krach wurde in Hannover geboren, dürfte Berlin aber gut kennen. 2002 kam er aus Niedersachsen zum Studium in die Bundeshauptstadt. Anschließend arbeitete der Diplom-Politologe in verschiedenen Positionen in der damaligen Senatsverwaltung für Bildung und Wissenschaft. Von 2012 bis 2014 war Krach Leiter der Bund-Länder-Koordinierungsstelle der SPD-Bundestagsfraktion. Danach Staatssekretär für Wissenschaft in Berlin. SPD-Mitglied ist Krach sei 1998.
Dort wird sie Staatssekretärin im Familienministerium. Die Theologin stand seit 2017 an der Spitze des Kirchenbezirks Hannover.
In Berlin hat sich der neue Bundestag erstmals getroffen. Vor Ort waren auch neu gewählte Abgeordnete aus Niedersachsen.