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Im Ringen um einen Frieden im Ukraine-Krieg packt Trump mal wieder seine Allzweckwaffe gegen Putin aus. Derweil gibt es im Hintergrund Gespräche über heikle Energie-Deals.

Washington D.C. – US-Präsident Donald Trump hat Wladimir Putin erneut mit Sanktionen gedroht. Sollte Putin nicht einem Waffenstillstand zustimmen, drohe ein „Wirtschaftskrieg.“ „Was ich vorhabe, ist sehr, sehr ernst, falls ich es tun muss, aber ich möchte, dass es ein Ende hat“, sagte Trump einem Reporter. „Ein Wirtschaftskrieg wird schlimm sein, und er wird schlecht für Russland sein, und das will ich nicht.“

Trump droht Putin erneut mit Sanktionen gegen Russlands Wirtschaft: „Werden den Krieg beenden“

Der US-Präsident hatte häufiger mit Russland-Sanktionen gedroht, um Putin zu einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg zu bewegen. Der Westen und vor allem die Ukraine hoffen auf eine baldige Waffenruhe, doch bisherige Gespräche verlaufen schleppend. Trump strebt nun Einzelgespräche zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und Putin an. Selenskyj hat solchen Gesprächen zwar grundsätzlich zugestimmt, Putin jedoch nicht. Der Kreml deutete an, dass ein solches Treffen derzeit nicht geplant sei.

US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin beim Ukraine-Gipfel in Alaska. US-Präsident Donald Trump hat Wladimir Putin erneut mit Sanktionen gedroht. Sollte Putin nicht einem Waffenstillstand zustimmen, drohe ein „Wirtschaftskrieg. © IMAGO/Benjamin Applebaum/Dod

Der US-Präsident hat aber nach eigenen Angaben wenige Tage nach dem Ukrainegipfel nochmal mit Putin gesprochen. Er zeigte sich mit Blick auf Russlands Angriff auf die Ukraine am Montag weiterhin zuversichtlich. „Ich denke, wir werden den Krieg beenden“, sagte er am Dienstag (26. August 2025).

Trump verhängt Sanktionen gegen Putins Handelspartner – Druck für Ende des Ukraine-Kriegs

Für ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs hatte Trump nicht nur Russland, sondern auch den Energiepartnern gedroht, die weiterhin russisches Öl kaufen. So verhängte der US-Präsident gegen Indien Zusatzzölle von 25 Prozent, die ab 27. August 2025 gelten. Ziel ist es, Russlands Wirtschaft zu schwächen, indem man Russlands Öleinnahmen dämpft.

Erste Wirkungen zeigten sich bereits: Einige indische Raffinerien stellten ihre Nachfrage nach russischem Öl ein. Ob Trump noch gegen weitere Russland-Partner Maßnahmen beschließen wird, steht noch offen. China als ebenfalls wichtiger Öl-Abnehmer blieb zumindest verschont von Sekundärsanktionen.

Trotz Sanktionsdrohungen: Beim Energie wollen die USA offenbar Deals mit Putin aushandeln

Derweil laufen am Rande der Ukraine-Verhandlungen offenbar Gespräche über ein Energie-Abkommen zwischen den USA und Russland. Das Abkommen soll ebenfalls als Anreiz für den Kreml dienen, einem Friedensprozess zuzustimmen. Konkret geht es laut der Nachrichtenagentur Reuters um einen US-Wiedereinstieg in das Öl-Projekt Sachalin I. Exxon, der größte US-Ölproduzent, habe darüber zahlreiche Gespräche mit dem staatlich kontrollierten russischen Ölkonzern Rosneft geführt, teilten anonyme Quellen der Nachrichtenagentur mit. Sachalin I ist ein russisches Projekt zur Förderung von Erdöl und Erdgas.

Zudem gibt es Verhandlungen darüber, dass Russland von den USA Ausrüstung für sanktionierte LNG-Projekte, wie Arctic LNG 2, kaufen könnte. Das Arctic LNG-2-Projekt gilt als Prestigeprojekt der russischen Wirtschaft, damit Russland weiterhin im Handel mit Flüssigerdgas große Gewinne erzielen kann. Exxon Mobil lehnte eine Stellungnahme ab und auch Rosneft und Novatek reagierten nicht auf Reuters-Anfragen.

Die Gespräche fanden während der Moskau-Reise des US-Gesandten Steve Witkoff Anfang des Monats statt, bei der er sich mit dem russischen Präsidenten Putin und dessen Investitionsbeauftragten Kirill Dmitriev traf, sagten drei der Quellen. Zwei Quellen sagten, die Gespräche hätten auch im Weißen Haus mit Trump stattgefunden. Die Abkommen seien auch beim Gipfeltreffen in Alaska am 15. August kurz besprochen worden, sagte eine Quelle.