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Ein massiver Stellenabbau beim Autozulieferer ZF droht. Der Gesamtbetriebsrat fürchtet einen Kahlschlag mit bis zu 4000 wegfallenden Arbeitsplätzen in Schweinfurt.

Schweinfurt – Der Autozulieferer ZF steckt tief in der Krise. Mit zehn Milliarden Euro Schulden steht das Unternehmen unter enormem Druck. Jetzt droht Tausenden von Beschäftigten in Bayern das berufliche Aus.

Massiver Stellenabbau bei ZF droht: Belegschaft in Schweinfurt fürchtet um ihre Zukunft

Der globale Autozulieferer ZF kämpft ums Überleben. Mit über zehn Milliarden Euro Schulden ist das Unternehmen, das weltweit 160.000 Menschen beschäftigt, schwer angeschlagen. Die schwierige Marktlage in der Automobilbranche macht dem Konzern zusätzlich zu schaffen.

In Schweinfurt arbeiten derzeit 8.600 Menschen für ZF. Doch ihre Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks verhandelt das Unternehmen bereits mit der IG Metall und dem Betriebsrat über den geplanten Personalabbau. Die Gewerkschaft befürchtet das Schlimmste.

Dramatische Lage bei ZF Bayern: 4000 Arbeitsplätze in Schweinfurt auf der Kippe. Auch andere Standorte von Stellenabbau betroffen.Dramatische Lage bei ZF Bayern: 4000 Arbeitsplätze in Schweinfurt auf der Kippe. Auch andere Standorte von Stellenabbau betroffen. © IMAGO / Westend61

Der Gesamtbetriebsrat geht von einem drastischen Stellenabbau aus. Zwischen 3.000 und 4.000 Jobs könnten in Schweinfurt gestrichen werden – das wäre fast die Hälfte der Belegschaft. Eine Hiobsbotschaft für die Betroffenen und ihre Familien.

ZF-Chef räumt „historisch schwierige Lage“ ein – Weitere ZF-Standorte in Bayern betroffen

Holger Klein, der Vorstandsvorsitzende von ZF, spricht Klartext. Bei der Vorlage der Finanzzahlen für das erste Halbjahr 2025 sagte er in einer Pressemitteilung: „Wir sind uns im Klaren, dass wir dabei den Menschen bei ZF viel abverlangen. Wir handeln mit großer Verantwortung und so sozialverträglich wie möglich.“ Klein verwies auf die dramatische Situation der gesamten Branche: „Klar ist aber auch, dass sich unsere Industrie in einer historisch schwierigen Lage befindet, die unseren Turnaround erschwert.“

Schweinfurt ist nicht der einzige bayerische Standort, der vor einem Personalabbau steht. Auch andere Werke des Autozulieferers sind betroffen. In Nürnberg sollen die Arbeitsplätze von 1.000 auf nur noch 300 reduziert werden. Auch in Auerbach droht ein massiver Kahlschlag: Rund 1.500 Stellen könnten dort wegfallen. In Thyrnau sind etwa 650 Jobs bedroht, in Bayreuth stehen 250 Arbeitsplätze auf der Kippe.

Fernreise-Feeling vor der Haustür: Karibik, Toskana, Fjorde und Klein-Kanada in BayernBayern gilt als das Land der Seen und Berge. Die Vielfalt der malerischen Natur hat zur Folge, dass es Orte im Freistaat gibt, die sich nach teils weit entfernten Urlaubsparadiesen anfühlen. Von der bayerischen Karibik über den bayerischen Fjord bis hin zum bayerischen „Klein-Kanada“ – auf den nachfolgenden Bildern stellen wir die Top-Destinationen des Freistaats für Fernreise-Feeling vor.Fotostrecke ansehenVerzweifelte Proteste der Belegschaft

Die Angst vor dem Jobverlust ist greifbar. An mehreren Standorten gehen die Beschäftigten bereits auf die Straße. Die Proteste spiegeln die Verzweiflung der Menschen wider, die um ihre berufliche Existenz fürchten.

Der Autozulieferer ZF plant wohl den Abbau von bis zu 4000 Stellen am Standort Schweinfurt in Bayern.Der Autozulieferer ZF plant wohl den Abbau von bis zu 4000 Stellen am Standort Schweinfurt in Bayern. © IMAGO / Fotostand

Oliver Moll, der Betriebsratsvorsitzende von ZF in Schweinfurt, machte Ende Juli gegenüber dem Bayerischen Rundfunk deutlich, mit welchen Zahlen man rechnet: Bis 2030 könnte der Abbau zwischen 800 und 4.000 Stellen betragen.

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Ungewisse Zukunft für Tausende Beschäftigte

Das Schicksal der ZF-Mitarbeiter wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Die Verhandlungen zwischen Unternehmensführung, Gewerkschaft und Betriebsrat dauern an. Für Vorstandschef Klein ist der eingeschlagene Weg alternativlos.

Das ZF sei auf einem „zwar schwierigen, aber erkennbar richtigen Weg“, betonte er. Für die betroffenen Beschäftigten und ihre Familien ist das ein schwacher Trost angesichts der ungewissen Zukunft, die vor ihnen liegt. (fhz)