liveblog
Außenminister Wadephul reist zu Gesprächen nach Estland und Dänemark, dabei soll es um die Sicherheitslage im Ostseeraum gehen. Der ukrainische Präsident Selenskyj schickt am Freitag Unterhändler für Beratungen nach New York.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
12:15 Uhr
Selenskyj mahnt mehr Druck auf Kreml an
Nach den massiven russischen Angriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj westliche Verbündete abermals dazu aufgerufen, den Druck auf Russland durch weitere Sanktionen zu erhöhen. Der Kreml fürchte noch immer keine Konsequenzen, während die Welt vor dem Töten die Augen verschließe und nach Entschuldigungen für den russischen Präsidenten Wladimir Putin suche, kritisierte Selenskyj beim Online-Dienst Telegram. Doch Russland müsse zur Verantwortung gezogen werden – „für jeden Angriff, für jeden Tag dieses Krieges“.
12:05 Uhr
Moskau: Militärische Ziele attackiert
Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zufolge zielten die jüngsten Angriffe auf mehrere ukrainische Regionen ausschließlich auf militärische Ziele ab. Das Ministerium sprach von einem „Großangriff“ gegen „Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes und Militärflugplätze in der Ukraine“.
Aus der Ukraine hieß es, das russische Militär habe fast 600 Drohnen und etwa 30 Raketen bei den Angriffen eingesetzt. In Kiew wurden auch die EU-Vertretung und der British Council getroffen. Der British Council sprach von „schweren Schäden“, das Büro bleibe bis auf Weiteres für die Öffentlichkeit geschlossen. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hatte die britische Kultur- und Bildungsorganisation im Juni zur „unerwünschten Organisation“ erklärt. Seine Arbeit in Russland ist seither verboten, wer dort für den British Council arbeitet, muss mit langen Haftstrafen rechnen.
11:50 Uhr
Macron verurteilt „Terror und Barbarei“
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die massiven russischen Angriffe auf die Ukraine auf das Schärfste verurteilt. „Das ist die Idee Russlands von Frieden. Terror und Barbarei“, schrieb er beim Kurznachrichtendienst X.
Auch der britische Premierminister Keir Starmer warf Russland vor, jegliche Hoffnung auf Frieden zu sabotieren. Das Blutvergießen müsse enden, mahnte er.
11:39 Uhr
Swyrydenko drängt auf weitere Sanktionen gegen Russland
Die jüngsten Angriffe auf die Ukraine zeigen aus Sicht der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko, dass Russland keinesfalls bereit sei, seine „Gräueltaten“ zu beenden, sondern diese noch ausweiten wolle. Der Kreml sei überzeugt, die Verbündeten der Ukraine mit vorgetäuschten Plänen für Verhandlungen und endlosen Verzögerungen gelähmt zu haben. Russlands einziges Ziel dabei sei, Zeit zu gewinnen und Sanktionen zu verhindern. Doch eben jene seien erforderlich, da Russland nichts anderes verstehe als Druck und Stärke, mahnte Swyrydenko.
11:26 Uhr
Ukrainischer Militärgeheimdienst meldet Angriff auf russische Korvette
Der ukrainische Militärgeheimdienst hat eigenen Angaben zufolge eine russische Korvette angegriffen. Das Schiff der Buyan-M-Klasse sei mit Kalibr-Lenkwaffen bestückt gewesen. Das Radarsystem der Korvette wurde demnach beschädigt. Unabhängig verifizieren lassen sich diese Angaben kaum.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
11:14 Uhr
EU-Politiker verurteilen Angriffe auf Kiew
Mehrere europäische Staats- und Regierungschefs haben die russischen Angriffe auf Kiew in der Nacht verurteilt. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte: „Während die Welt nach einem Weg zum Frieden sucht, reagiert Russland mit Raketen.“ Sie bezeichnete dies als eine bewusste Entscheidung Russlands, die Friedensbemühungen zu sabotieren und zu verhöhnen.
Der spanische Premierminister Pedro Sánchez bezeichnete jede weitere Aggression Russlands als „einen neuen Schlag gegen den Frieden“. Er betonte, der Angriff auf das Gebäude der EU-Vertretung in Kiew sei zudem „ein neuerlicher eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht“.
Der litauische Präsident Gitanas Nausėda äußerte sich entsetzt über den massiven russischen Angriff auf Kiew. Er bezeichnete ihn als „Angriff auf europäische diplomatische Vertretungen, bei dem die Gebäude der EU-Vertretung und des British Council beschädigt wurden“. „Russlands Terror wird uns nicht brechen. Wir stehen fest an der Seite der Ukraine und ihrer Bevölkerung“, sagte er. Auch die kroatische Regierung verurteilte „einen weiteren rücksichtslosen Angriff“ auf Kiew.
„Während die Welt nach einem Weg zum Frieden sucht, reagiert Russland mit Raketen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kallas.
11:06 Uhr
Kiew ordnet Trauerbeflaggung an
Kiews Oberbürgermeister hat nach den schweren russischen Angriffen mit mindestens 14 Toten eine Trauerbeflaggung für die ukrainische Hauptstadt angeordnet. „An diesem Tag werden die Flaggen an allen städtischen Gebäuden der Stadt auf Halbmast gesetzt“, schrieb Vitali Klitschko auf Telegram. „Es wird außerdem empfohlen, die Staatsflaggen an Gebäuden öffentlicher und privater Einrichtungen auf Halbmast zu setzen.“
10:52 Uhr
Opferzahl in Kiew steigt erneut – 14 Tote
Die offiziellen Angaben zu den Todes- und Verletztenzahlen in der ukrainischen Hauptstadt wurden erneut aktualisiert. Die Behörden melden nun mindestens 14 Tote, darunter drei Kinder und Jugendliche im Alter von 2, 14 und 17 Jahren. Allein im Darnytskyi-Viertel seien zwölf Menschen getötet worden, teilte das Innenministerium mit. Mindestens 38 Menschen wurden verletzt, einige schwer. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
10:43 Uhr
EU-Ratspräsident nennt Angriff auf EU-Gebäude „vorsätzlich“
Auch EU-Ratspräsident António Costa hat die russischen Angriffe auf Kiew verurteilt. Er sei entsetzt über die nächtlichen Angriffe auf die Ukraine, betonte Costa. Er drückte zudem seine Solidarität mit den Opfern und den Mitarbeitenden der EU-Delegation in der Ukraine aus und bezeichnete den russischen Angriff auf die diplomatische Vertretung der Union als vorsätzlich. „Die EU lässt sich nicht einschüchtern. Russlands Aggression bestärkt uns nur in unserer Entschlossenheit, an der Seite der Ukraine und ihrer Bevölkerung zu stehen“, sagte er.
EU-Ratspräsident Costa warf Russland vor, vorsätzlich die EU-Vertretung angegriffen zu haben.
10:39 Uhr
EU-Mitarbeitende laut von der Leyen in Sicherheit
Die Kommissionspräsidentin der Europäischen Union, Ursula von der Leyen, hat bestätigt, dass keine Mitarbeitenden der EU-Vertretung bei den russischen Angriffen auf Kiew verletzt wurden. „Eine weitere Nacht unerbittlicher russischer Bombenangriffe hat zivile Infrastruktur getroffen und Unschuldige getötet“, schrieb sie auf der Plattform X. „Auch unsere EU-Delegation in Kiew wurde getroffen. Unsere Delegationsmitarbeiter sind in Sicherheit. Russland muss seine wahllosen Angriffe auf zivile Infrastruktur sofort einstellen und sich an Verhandlungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden beteiligen.“
10:29 Uhr
Auch Gebäude des British Council beschädigt
Bei den russischen Angriffen auf Kiew wurde nicht nur das Gebäude der EU-Vertretung beschädigt, auch der British Council meldet Schäden. Das Gebäude befindet sich unweit der EU-Vertretung in der Zhylyanska Straße im Zentrum der Hauptstadt. Der British Council ist eine gemeinnützige Einrichtung zur Förderung internationaler Beziehungen.
Auch das Gebäudes des British Council in Kiew wurde beschädigt.
10:02 Uhr
Ungarn und Slowakei melden russische Öllieferungen über Druschba-Pipeline
Durch die Druschba-Pipeline fließt offenbar russische Rohöl in die Slowakei und Ungarn. Das teilen der ungarische Ölkonzern MOL und die slowakische Regierung mit. In der vergangenen Woche war die Lieferung nach einem ukrainischen Angriff auf russisches Gebiet unterbrochen worden. „Ich hoffe, dass der Betrieb stabil bleibt und es keine weiteren Angriffe auf die Energieinfrastruktur geben wird“, teilte die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Sakova auf Facebook mit. Im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Ländern sind die Slowakei und Ungarn weiterhin stark von russischem Öl abhängig, das sie über die Pipeline aus der Sowjetzeit beziehen.
09:38 Uhr
Schäden in EU-Vertretung in Kiew nach russischem Luftangriff
Bei den nächtlichen russischen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist auch die Vertretung der Europäischen Union zu Schaden gekommen. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf Russland auf der Plattform X vor, gezielt Diplomaten ins Visier genommen zu haben. Es handele sich um einen Verstoß gegen die Wiener Konvention, erforderlich sei eine internationale Verurteilung des Angriffs. „Wir drücken den EU-Kollegen unsere Solidarität aus und sind bereit, Unterstützung zu leisten“, sagte Sybiha, der auch Fotos von Schäden in Büroräumen veröffentlichte.
EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos verurteilte die „brutalen Angriffe“ auf der Plattform X. „Ein klares Zeichen, dass Russland Frieden ablehnt & den Terror wählt“, sagte sie.
Der ukrainische Außenminister Sybiha warf Russland vor, gezielt Diplomaten ins Visier zu nehmen.
09:26 Uhr
Behörden melden zehn Tote und 48 Verletzte in Kiew
Die örtlichen Behörden in der ukrainischen Hauptstadt Kiew haben nach den massiven russischen Angriffen in der Nacht die Opferzahl erneut erhöhen müssen. Mindestens zehn Menschen wurden getötet, weitere 48 verletzt, zum Teil schwer. Mindestens 30 Menschen wurden demnach in Krankenhäuser gebracht.
09:06 Uhr
LKA schließt offenbar russische Einflussnahme auf Weihnachtsmarkt-Anschlag aus
Das Landeskriminalamt (LKA) in Sachsen-Anhalt hat ausgeschlossen, dass der Magdeburger Weihnachtsmarktattentäter vom russischen Geheimdienst gesteuert wurde. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf einen Abschlussbericht der Behörde zu der Amokfahrt am 20. Dezember 2024 mit sechs Toten und mehr als 300 Verletzten hervor. Es hatte nach dem Anschlag zahlreiche Falschbehauptungen und Spekulationen gegeben – ein davon war, dass Moskau dahinterstecken könnte. Um diese These zu prüfen, untersuchte das LKA laut dem internen Bericht alle 7.364 Kontakte auf dem Handy des Täters. Russische Telefonnummern wurden keine gefunden. Auch einen Aufenthalt des Mannes in Russland gab es laut der GPS-Daten auf dem Gerät nicht.
Es gebe keine Anhaltspunkte für „Bezüge der Tat zu ausländischen bzw. russischen Diensten“. Nach Überzeugung der Ermittler handelte der aus Saudi-Arabien stammende Arzt allein, Mittäter oder Helfer hatte er nicht. Auch eine „Saudi Military Opposition“, als deren Mitglied er sich auf der Plattform X bezeichnete, existiert laut LKA nicht. Vermutlich habe er sich als Teil einer Gruppe ausgegeben, um bedrohlicher zu wirken.
08:51 Uhr
Kuleba: „Putin glaubt, dass der Westen bereits schwächelt“
Der ehemalige ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine nach den Gipfeltreffen in Alaska und Washington gedämpft. „Alle tun so, als kämen wir dem Frieden näher. Aber alle erkennen, dass dies nicht der Fall ist. Der Krieg wird weitergehen“, sagte er dem Spiegel.
Laut Kuleba der bis September 2024 das Auswärtige Amt der Ukraine leitete, vermeidet Putin ein Treffen mit Selenskyj „mit allen Mitteln“. Er sage, dass er zu einem Deal bereit sei, aber dann instruiere er seine Diplomaten, alles zu tun, um einen Deal zu vermeiden, sagte der ukrainische Politiker. „Er glaubt, dass er den Krieg gewinnen kann. Er glaubt, dass der Westen bereits schwächelt.“
Kuleba sagt für die kommenden Wochen Druck seitens der US-Regierung auf Ukrainer und Europäer voraus. „Erstens werden sie Russland als konstruktive, engagierte und kompromissbereite Kraft darstellen und damit auch Zugeständnisse von der Ukraine und dem Rest Europas fordern. Und zweitens werden die Amerikaner die Ukraine und den Rest Europas unter Druck setzen und sagen: Ohne uns habt ihr keine Karten in der Hand. Ihr müsst unseren Vorschlägen zustimmen, sonst ziehen wir uns zurück.“ Wenn Europa jedoch geeint bleibe, könne weder Trump noch Putin Europa und die Ukraine auseinanderbringen.
Putin glaube, dass der Westen bereits schwächelt, sagte der ehemalige ukrainische Außenminister Kuleba im Spiegel.
08:43 Uhr
Ukraine spricht von 589 russischen Drohnen und 31 Raketen
Nach den massiven russischen Angriffen in der Nacht hat das ukrainische Militär erste Zahlen zu abgewehrten Drohnen veröffentlicht. Demnach wurden 563 der 598 russischen Drohnen und 26 der 31 Raketen abgefangen. An 13 Orten seien Einschläge verzeichnet worden, an 26 Orten außerdem der Absturz von Trümmern zerstörter Geschosse. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
08:30 Uhr
Behörden melden Tote und Verletzte in Donezk
Der Chef der Militärverwaltung in der Oblast Donezk hat schwere russische Angriffe in den vergangenen 24 Stunden gemeldet. Dabei seien zwei Menschen in Kostiantynivka getötet und fünf weitere verletzt worden, teilte Vadym Filashkin mit. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
08:22 Uhr
Wadephul will Sicherheitszusammenarbeit im Ostseeraum vertiefen
Bundesaußenminister Johann Wadephul will angesichts des aggressiven russischen Vorgehens im Ostseeraum die Sicherheitszusammenarbeit mit Estland und Dänemark vertiefen. „Die Sicherheit des Baltikums ist auch unsere Sicherheit in Deutschland“, sagte der CDU-Politiker zu seinen Antrittsbesuchen bei den EU- und NATO-Partnern Estland und Dänemark. Die Sicherheit sei auch zentrales Thema im Austausch mit den dänischen Nachbarn.
Wie bedroht diese Sicherheit sei, spüre man im Ostseeraum besonders stark, sagte Wadephul. „Dort treibt die russische Schattenflotte ihr Unwesen, dort werden Kabel durchtrennt, Bojen versetzt, GPS-Signale gestört – dort erleben wir das ganze Instrumentarium der hybriden Aggression Russlands.“ Wie real diese Gefahren seien, davor hätten Estland und die baltischen Staaten früh gewarnt. „Wir profitieren in der EU und NATO heute von ihrer Weitsicht und Expertise – diese Zusammenarbeit wollen wir weiter vertiefen“, sagte er.
08:19 Uhr
Was können die Europäer für die Sicherheit der Ukraine tun?
Zehn Tage nach den Gipfeln in Anchorage und Washington beraten Europas Verteidigungs- und Außenminister in Kopenhagen. Dabei dürfte es darum gehen, was Europa konkret für den Schutz der Ukraine tun kann.
Den ganzen Artikel lesen Sie hier.
08:17 Uhr
Ukraine meldet weiteren Angriff auf Raffinerie
Nachdem russische Telegram-Kanäle von einem ukrainischen Angriff auf die Raffinerie Novokuibyshevsk in der Oblast Samara berichtet haben, hat die Ukraine die Meldungen nun bestätigt. Das ukrainische Militär habe die Anlage angegriffen, zudem sei eine weitere Raffinerie in Afipsky in der Oblast Krasnodar attackiert worden. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
Immer wieder greift die Ukraine gezielt die Öl- und Gasindustrie an. Durch Drohnentreffer auf russische Raffinerien hat Russland nach Medienberichten 17 Prozent der Kapazität zur Ölverarbeitung verloren. In vielen Regionen herrscht Treibstoffmangel. Die Benzinpreise sind massiv gestiegen.
08:05 Uhr
Opferzahl in Kiew steigt auf acht
Während die Bergungsarbeiten in Kiew voranschreiten, steigt die Opferzahl. Nach Behördenangaben wurden mindestens acht Menschen bei den russischen Angriffen getötet, darunter ein 14-jähriger Jugendlicher. 45 Menschen seien verletzt, davon wurden 30 in Krankenhäuser gebracht, zum Teil schwer verletzt. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf der Plattform X, es seien mindestens acht Menschen getötet worden. Viele steckten noch unter Trümmern fest. Ukrainische Medien berichten derzeit von einem Einsatz, bei dem sie versuchen, drei Menschen zu befreien, die unter Trümmern feststecken.
Russland habe laut den örtlichen Behörden Hyperschall-Raketen des Typs „Kinschal“ abgefeuert. Auch „Shahed“-Drohnen seien zum Einsatz gekommen, teilte Tymur Tkachenko, der Chef der Militärverwaltung in Kiew mit.
07:55 Uhr
Zehntausende Ukrainer offenbar ohne Strom
Im Großraum Winnyzja sind offenbar 60.000 Menschen ohne Strom. Russland habe in der Oblast, die südwestlich von Kiew liegt, gezielt Energieinfrastruktur angegriffen, teilte Nataliia Zabolotna von der Militärverwaltung mit. Bislang gebe es keine Berichte zu Toten oder Verletzten in der Region. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
07:45 Uhr
Russland meldet massive Drohnenangriffe in sieben Regionen
Das russische Verteidigungsministerium hat angegeben, dass in der Nacht 102 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört wurden. Demnach griff die Ukraine mindestens sieben Regionen an. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht.
07:39 Uhr
Ukraine wirft Russland „systematische Angriffe auf Wohngebäude“ vor
Nach den schweren Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt suchen Einsatzkräfte noch immer nach Überlebenden. Behörden meldeten bislang vier Tote. Es gibt viele Verletzte, Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von 38. Zahlreiche Gebäude in mehreren Stadtteilen wurden bei dem nächtlichen Angriff beschädigt oder teilweise zerstört, wie die Kiewer Militärverwaltung mitteilte. Darunter seien auch zwei mehrstöckige Wohnhäuser. Einsatzkräfte seien an mehr als 20 Orten in Kiew im Einsatz, teilten die Behörden weiter mit. An mehreren Stellen der Stadt seien Brände ausgebrochen.
Der Chef der Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, warf Russland vor, systematisch gewöhnliche Wohngebäude ins Visier zu nehmen. Im Internet veröffentlichte Bilder zeigten brennende Wohnungen in den oberen Stockwerken von Häusern. Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf der Plattform X: „Russland wählt ballistische Waffen statt des Verhandlungstisches.“ Er forderte neue Sanktionen gegen Russland. „Es (Anm. d. Redaktion: Gemeint ist der Kreml) entscheidet sich dafür, weiter zu töten, anstatt den Krieg zu beenden.“
Sanitäter versorgen einen verletzten Mann vor einem Wohngebäude in Kiew.
07:26 Uhr
Selenskyj ernennt Stefanischyna zur US-Botschafterin
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Olha Stefanischyna, eine ehemalige hochrangige Kabinettsministerin, zur ukrainischen Botschafterin in den Vereinigten Staaten ernannt. Selenskyj erklärte in seiner abendlichen Videoansprache, er habe das Dekret zur Ernennung der 39-jährigen Stefanischyna unterzeichnet. Sie übernimmt das Amt von Oksana Markarowa, die sechs Jahre lang US-Botschafterin war. Markarowa erlebte Anfeindungen von Unterstützern der Republikaner, nachdem sie beim Treffen von Präsident Selenskyj und US-Präsident Donald Trump im Oval Office im Februar ihren Kopf in ihre Hände legte und ihre Frustration über das entgleiste Treffen zeigte. In dem Gespräch wurde der ukrainische Präsident von den US-Vertretern öffentlich abgekanzelt.
Selenskyj betonte gestern, für die Ukraine seien die Lieferung von US-Waffen und US-Drohnen entscheidend. „Die langfristige Sicherheit der Ukraine hängt maßgeblich von den Beziehungen zu Amerika ab.“
Stefanischyna hatte in Selenskyjs Regierung als stellvertretende Ministerpräsidentin für die europäische und euro-atlantische Integration gedient und spielte eine wichtige Rolle als Justizministerin.
Olha Stefanischyna wird die neue ukrainische Botschafterin in den USA.
07:02 Uhr
Offenbar ukrainischer Angriff auf russische Raffinerie
Russische Telegram-Kanäle haben von einem Angriff auf die Raffinerie Novokuibyshevsk in der Oblast Samara berichtet. Die Anlage befindet sich 900 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt. Sie soll eine Produktionskapazität von 8,3 Millionen Tonnen Öl pro Jahr haben, heißt es in den Berichten. Bereits Anfang August sei die Anlage Ziel ukrainischer Angriffe geworden, seitdem werde dort nicht mehr gearbeitet. In den Gruppen werden Fotos und Videos gezeigt, die Flammen und Explosionen zeigen. Das Material und die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
06:42 Uhr
Laut ukrainischen Angaben mindestens vier Tote nach Angriffen
Bei den massiven russischen Drohnen- und Raketenangriffen in der Nacht sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens vier Menschen in der Hauptstadt Kiew getötet worden. Unter den Todesopfern waren zwei Kinder, wie der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko mitteilte. 24 Menschen seien verletzt worden. Die Zahl der Opfer werde vermutlich noch steigen.
Ein fünfstöckiges Wohngebäude im Bezirk Darnytskji wurde den Angaben zufolge direkt getroffen. Ein Einschlag im Zentrum Kiews hinterließ eine Hauptstraße übersät mit zersplittertem Glas. „Alles ist zerstört“, sagte der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko. Der Angriff traf mehr als 20 Orte in der ukrainischen Hauptstadt, wie die Behörden mitteilten. Rettungsteams suchten vor Ort nach Menschen, die unter den Trümmern begraben lagen. Die einzelnen Angaben des ukrainischen Ministers lassen sich derzeit nicht im Detail überprüfen.
Mit Hunden suchen Rettungskräfte nach Überlebenden. Dabei finden sie auch Spielzeug wie diesen Teddybären, der aus den Trümmern gezogen wurde.
04:20 Uhr
Selenskyj schickt Unterhändler nach New York
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schickt seine Chefunterhändler zu Gesprächen über Sicherheitsgarantien in die USA.
Präsidialamtschef Andrij Jermak und Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow sollen am Freitag in New York mit Vertretern der Regierung von US-Präsident Donald Trump sprechen, wie Selenskyj in Kiew ankündigte. Seitens der Amerikaner bestätigte der von US-Präsident Donald Trump eingesetzte Russland-Unterhändler Steve Witkoff das Treffen.
04:01 Uhr
Erneut massive Luftangriffe in der Ukraine
Die russische Armee hat die Ukraine am Mittwochabend erneut großflächig mit Kampfdrohnen angegriffen. Mit dem Vordringen der Drohnen weitete sich der Luftalarm von Osten nach Westen aus, wie die staatliche ukrainische Warn-App anzeigte.
Über der Hauptstadt Kiew waren Explosionen zu hören. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko war die Flugabwehr im Einsatz.
Laut dem Nachrichtenportal Kyiv Independent wurden Bewohner fast aller Landesteile in Schutzräume beordert, auch fernab der Frontlinie. Demnach schickten die Angreifer mehrere Wellen von Kampfdrohnen los und feuerten auch Überschallraketen sowie mindestens einen Marschflugkörper ab. Mehrere Kampfjets der russischen Luftwaffe seien im Einsatz.
Allein in Kiew wurden den Angaben zufolge mindestens drei Menschen getötet, darunter ein Kind. Wohnhäuser, Schulen und Büros im ganzen Stadtgebiet seien beschädigt worden, ein fünfstöckiges Gebäude sei eingestürzt. Explosionen wurden auch aus den Städten Sumy im Norden und Saporischschja im Süden gemeldet.
Gleichzeitig gab es in Russland im Gebiet Lipezk zeitweise Luftalarm wegen anfliegender ukrainischer Drohnen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Unabhängig überprüfen lassen sich derzeit weder die ukrainischen noch die russischen Angaben.
Niels Bula, ARD Kiew, tagesschau, 28.08.2025 07:30 Uhr
03:13 Uhr
Liveblog vom Mittwoch zum Nachlesen
Nach russischen Angriffen auf Energieanlagen sind in drei ukrainischen Regionen etwa 100.000 Menschen ohne Strom. Die Bundesregierung hat 2024 Rüstungsexporte im Wert von 8,15 Milliarden Euro an Kiew genehmigt.