Berlin – Bei den Sicherheitsbehörden wächst die Sorge über immer mehr russische Drohnen über Deutschland! Damit würden vor allem streng geheime Rüstungstransporte an die Ukraine ausspioniert.
Nach Angaben von drei westlichen Geheimdiensten, über die „New York Times“ und „Wirtschaftswoche“ berichten, gehe es dem Regime von Kreml-Despot Wladimir Putin (72) vor allem darum, die Routen europäischer Militärtransporte durch Ostdeutschland auszukundschaften, die ständig verändert werden. Herausgefunden werde dabei aber auch, welche Waffen die Ukraine bald erreichen werden und wann frische Munition die Front erreiche.
Aber auch Stützpunkte von Bundeswehr und US-Armee in ganz Deutschland sind Ziel der Spionage-Drohnen. Genannt werden Ramstein in Rheinland-Pfalz, Standorte bei Wiesbaden, Stuttgart und in Bayern. Von Spionage betroffen sei auch die AWACS-Basis der Nato in Geilenkirchen.
Die Überflüge seien im laufenden Jahr deutlich dreistellig, berichteten Geheimdienstler.
Die Bundeswehr bestätigte die Drohnenflüge, sie hätten seit dem russischen Überfall auf die Ukraine „deutlich zugenommen“. Wie viele genau bekannt sind, wurde nicht gesagt.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dürfte das genaue Ausmaß der Spionage-Angriffe kennen, hielt sich aber bedeckt: „Dass Drohnen auch irgendwo über den Häfen, über den Eisenbahnanlagen unterwegs sind, dürfte niemanden überraschen“, sagte der Minister vor Journalisten nach einem Treffen mit seiner spanischen Amtskollegin Margarita Robles in Berlin. „Es gibt aber nicht so furchtbar viel Handhabe dagegen“, so Pistorius.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (65) und seine spanische Amtskollegin Margarita Robles (68) in Berlin
Foto: EPA
Der Schutz militärischer Anlagen sei verstärkt worden, „aber das ist ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel technischer Art zwischen dem, was Drohnenentwickler machen, und dem, was wir tun können, auch das gehört zur Wahrheit dazu“, sagte Pistorius weiter.
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Inzwischen soll die Bundeswehr Dutzende sogenannte Netzwerkdrohnen bestellt haben, um Spionagedrohnen abzufangen. Diskutiert wird auch, ob Soldaten mit Gewehren Drohnen über militärischem Sperrgebiet abschießen dürften. Bislang seien über Deutschland nur russische Spionage-Drohnen im Einsatz, die Fluggeräte ließen sich jedoch auch schnell zu Sabotagewaffen umbauen.
Am Rand einer Veranstaltung in Würzburg warnte Generalsekretär Mark Rutte (58), Russland sei zu hybrider Kriegsführung fähig. „Wenn es aus ihrer Sicht notwendig ist, können sie sogar Mordanschläge verüben.“
Zu den Zielen der russischen Geheimdienste zählen auch Fabriken und Führungsetagen der deutschen Rüstungsindustrie. Ein geplanter Anschlag auf Rheinmetall-Boss Armin Papperger (62) konnte im vergangenen Jahr verhindert werden.