Verdächtige Fahrt ab Nürnberg

Taxifahrer überführt Trickbetrüger

29.08.2025 – 10:28 UhrLesedauer: 2 Min.

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Taxis am Nürnberger Hauptbahnhof (Archivbild): Sein Fahrgast wirkte auf den Fahrer verdächtig. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Helmut Meyer zur Cap/imago)

In Mittelfranken durchschaut ein Taxifahrer einen Betrugsversuch. Ohne ihn wäre eine Seniorin ihren Schmuck im Wert von über 80.000 Euro wohl los gewesen.

Ein 63-jähriger Taxifahrer hat am Montagnachmittag in Mittelfranken einen mutmaßlichen Callcenter-Betrug vereitelt. Ein Verdächtiger hatte sich zuvor von ihm zu einer 79-jährigen Frau fahren lassen. Diese sei Opfer eines Schockanrufs geworden und händigte dem 27-jährigen Verdächtigen im Glauben, er sei ein Gehilfe eines Rechtsanwalts, Schmuck im Wert von über 80.000 Euro aus. Jetzt sitzt der Verdächtige im Gefängnis.

Der Taxifahrer hatte den Notruf gewählt, als der 27-Jährige bei der Seniorin ausstieg. Der Mann habe zuvor verlangt, ihn nach Schwanstetten zu fahren und dort kurz zu warten, um ihn anschließend zurück nach Nürnberg zu bringen, teilte die Polizei mit. Diese ungewöhnliche Bitte sei dem Taxifahrer komisch vorgekommen.

Die Einsatzzentrale habe während der Rückfahrt mit dem Taxifahrer Kontakt gehalten, sodass die Polizei den Standort des Fahrzeugs ermitteln konnte – ohne dass der Fahrgast Verdacht schöpfte. Mehrere Streifen der Polizeiinspektion Roth, der Verkehrspolizei Feucht sowie der Zivilen Einsatzgruppe Schwabach seien an der koordinierten Fahndung beteiligt gewesen.

Die Einsatzkräfte hielten das Taxi schließlich an einer Tankstelle im Nürnberger Süden an. Bei der Überprüfung des 27-jährigen Fahrgastes hätten die Beamten eine größere Menge Bargeld sowie Schmuck im Gesamtwert von über 80.000 Euro gefunden. Der Verdächtige wurde festgenommen.

Parallel dazu ermittelte die Polizeiinspektion Roth zur Herkunft der Wertgegenstände. Nach Anwohnerbefragungen stießen die Beamten auf die 79-jährige Frau aus Schwanstetten. Ihr sei vorgegaukelt worden, dass ihr Sohn angeblich einen schweren Unfall verursacht habe – weshalb sie dem Verdächtigen die Wertgegenstände aushändigte.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth stellte gegen den 27-jährigen Verdächtigen Haftantrag. Ein Haftrichter erließ inzwischen Haftbefehl.