„Grenzen des Zumutbaren“
Moskau wettert gegen Macrons Putin-Beleidigung

29.08.2025, 19:54 Uhr

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In einem Interview vergleicht der französische Präsident Macron in der vergangenen Woche Russlands Machthaber mit einem Raubtier. Putin sei ein Ungeheuer, das immer fressen müsse, sagt Macron. Das russische Außenministerium kritisiert ihn dafür nun scharf.

Nachdem der französische Präsident Emmanuel Macron den Kremlchef Wladimir Putin vergangene Woche als „Raubtier“ und „Ungeheuer“ bezeichnet hatte, hat Moskau die Aussagen als „vulgär“ zurückgewiesen. Die Äußerungen überschritten nicht nur die „Grenzen des Zumutbaren, sondern auch des Anständigen“, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Macrons Äußerungen seien „vulgäre Beleidigungen gegen Russland und sein Volk“.

Macron hatte in einem am Dienstag vergangener Woche ausgestrahltem Interview mit dem französischen Fernsehsender LCI europäische Spitzenvertreter gemahnt, Putin nicht zu vertrauen. „Auch für sein eigenes Überleben muss er (Putin) immer weiter fressen. Daher ist er ein Raubtier, ein Ungeheuer vor unseren Toren“, sagte Macron.

Nach dem russischen Einmarsch in Georgien im Jahr 2008 habe Putin „sich selten an seine Zusagen gehalten“, sagte Macron. „Er hat versucht, Grenzen neu zu ziehen, um seine Macht zu vergrößern.“ Die Europäer dürften daher im Umgang mit dem russischen Präsidenten nicht „naiv“ sein, forderte Macron.

Der französische Präsident betonte, dass „ein Land, das 40 Prozent seines Budgets in solche Ausrüstung investiert, das eine Armee von mehr als 1,3 Millionen Mann mobilisiert hat, nicht von heute auf morgen zu Frieden und einem offenen demokratischen System zurückkehren“ werde. Frankreich werde zwar nicht morgen überfallen werden, aber Russland stelle eine Bedrohung für Europa dar.

Frankreich unterstützt Ukraine treu

Zuvor waren Macron, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und weitere europäische Spitzenvertreter in Washington zu einem Gipfel mit US-Präsident Donald Trump zusammengekommen. Nach dem Treffen in der US-Hauptstadt mahnte der französische Präsident, Russland sei „dauerhaft zu einer destabilisierenden Macht und einer potenziellen Bedrohung für viele von uns“ geworden.

Moskau kritisiert die französische Unterstützung für die Ukraine seit langem. Frankreich gehört seit Beginn der russischen Offensive im Februar 2022 zu den treuesten Unterstützern der Ukraine.