Stand: 30.08.2025 13:42 Uhr
Nach dem Tod einer 16-jährigen am Bahnhof von Friedland (Landkreis Göttingen) ist die Hilfsbereitschaft in der Gemeinde Geisleden (Landkreis Eichsfeld) groß. Bislang sind 14.000 Euro gespendet worden.
Das Geld soll der Familie der Jugendlichen mit ukrainischer Herkunft zugutekommen, wie Markus Janitzki, Bürgermeister der Gemeinde dem NDR Niedersachsen sagte. Auf ihrer Homepage hatte die Gemeinde einen Spendenaufruf gestartet. Die Eltern haben demnach nicht genügend finanzielle Rücklagen für die anstehende Beerdigung, hieß es dort. Man wolle sicherstellen, dass die Familie Abschied nehmen könne, „ohne sich mit den finanziellen Sorgen der Beerdigung belasten zu müssen“.
Trauer in der Gemeinde groß
In Geisleden sei die Trauer und das Entsetzen über die Tat nach wie vor groß, betont Bürgermeister Janitzki. In dem Ort war die 16-Jährige im Juli 2022 zusammen mit ihren beiden jüngeren Brüdern und ihren Eltern nach der Flucht aus dem ukrainischen Mariupol untergekommen, bevor sie ins benachbarte Heilbad Heiligenstadt zog.
Familie ist dankbar für die Spenden
Janitzki hat eigenen Angaben zufolge engen Kontakt zur Familie der 16-Jährigen. Die Familie sei sehr dankbar für die Spenden und hoffe, dass der Täter eine gerechte Strafe bekomme. Die Beerdigung ist für den 18. September in Heilbad Heiligenstadt (Landkreis Eichsfeld) geplant.
16-Jährige begann Ausbildung in Friedland
Die 16-Jährige hatte nach Gemeindeangaben erst vor einigen Wochen ihren Schulabschluss gemacht. Im August habe die Jugendliche eine Lehre zur Zahnmedizinischen Fachangestellten in Friedland begonnen. Sie pendelte demnach täglich zwischen der Ausbildungsstelle und ihrem Zuhause. Die Tochter war den Angaben nach die große Stütze der Familie. Trotz der Berufstätigkeit beider Eltern sei ihnen in der kurzen Zeit nicht möglich gewesen, ausreichende finanzielle Rücklagen für die Beerdigung zu bilden, heißt es auf der Homepage.
31-Jähriger steht unter Verdacht
Bei dem Fall vom 11. August ermittelt die Staatsanwaltschaft Göttingen wegen eines mutmaßlichen Gewaltverbrechens. Ein 31-Jähriger wird verdächtigt, die 16-Jährige gegen einen Güterzug gestoßen zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen am Freitag mitteilte, wurde ein Unterbringungsbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag erlassen. Der Mann mit irakischer Staatsangehörigkeit sei nun in einer Psychiatrie untergebracht.
Der Mann wird verdächtigt, die Jugendliche gegen einen Güterzug gestoßen zu haben. Niedersachsens Innenministerin Behrens fordert eine genaue Aufarbeitung des Falls.
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