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Geschichte um zwei gegensätzliche Cousinen: Liane Madaus von der Buchhandlung Urban empfiehlt „Wild wuchern“. © Arndt Pröhl
Die neuen Romane von Wolf Haas, Andreas Föhr oder Sarah Winman gehören zu den aktuellen Empfehlungen der Buchhändler in Bad Tölz.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Urlaubszeit ist auch Lesezeit. Bevor der Berufs- und der Schulstress wieder anfangen, können es sich Literaturfreunde noch einmal mit einem guten Buch im Garten, im Park oder am Isarufer gemütlich machen. Tölzer Buchhändler haben die passenden Lektüretipps dazu – von spannenden Krimis über berührende Romane bis hin zu Leseabenteuern für Kinder und Jugendliche.
Vertrackter „Wackelkontakt“ von Wolf Haas
„Wackelkontakt“ heißt die Romanempfehlung von Christine Gaßel, der Filialleiterin der Buchhandlung Rupprecht. „Das ist ein total irres und verdrehtes Buch“, findet sie. Es handle von einem Mann namens Franz Escher, der auf einen Elektriker wartet, weil seine Steckdose einen Wackelkontakt hat. Zum Zeitvertreib liest er ein Buch über den Mafia-Kronzeugen Elio Russo, der im Gefängnis sitzt. Der wiederum liegt in seiner Zelle wach – und liest ein Buch über Franz Escher, der auf einen Elektriker wartet. „Es ist total verstrickt. Man weiß nicht direkt, wer real ist und wer nicht“, erklärt Gaßel. Es sei ein spannender Roman, der viele familiäre Verstrickungen und ungelöste Geheimnisse beinhalte.
Von Andreas Föhr, einem Drehbuchautor der Serie „Die Rosenheim-Cops“, erschien dieses Jahr mit „Bodenfrost“ ein neuer Regionalkrimi aus dem Tegernseer Raum. „Wer Krimis und den regionalen Aspekt mag, ist hier richtig“, sagt Gaßel. „Spannung trifft auf schwarzen Humor.“ Protagonist ist der Miesbacher Polizist Leonhard Kreuthner. Beim Kindernachmittag der Polizei auf einem alten Bauernhof entdeckt ausgerechnet ein Kind die Leiche eines Mordopfers. Der Täter hat eine Zeichnung auf dem Bauch hinterlassen, die der Polizei von früher bekannt ist. So stellt sich die Frage, ob „der Harpunier“, ein lange gesuchter Serienmörder, wieder zurück ist.
Tölzer Buchhändlerin empfiehlt „Fenster zur Welt“
Petra Schenk, die Inhaberin der Buchhandlung Winzerer, empfiehlt für diesen Sommer den Roman „Das Fenster zur Welt“ von Sarah Winman. „Dieses Buch hat sowohl mich als auch meine Kollegen begeistert“, sagt sie. Es handle sich um einen warmherzigen Roman über Freundschaft und Neuanfänge. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs begegnen sich ein junger britischer Soldat und eine 60-jährige Kunsthistorikerin in einem Weinkeller in Florenz. Sie unterhalten sich über Kunst, die Schönheit und das Leben. Diese Begegnung legt die Grundlage für eine lebenslange, tiefgründige Freundschaft. „Dabei entsteht eine ganz besondere Atmosphäre“, betont Schenk.
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Eine von großen Gegensätzen geprägte Geschichte hat Liane Madaus von der Buchhandlung Urban begeistert: „Wild wuchern“ von Katharina Köller. In diesem Roman finden zwei vollkommen unterschiedliche Cousinen wieder zueinander. Marie lebt ein Luxusleben in Wien, Johanna wohnt auf einer einsamen Alm in Tirol. Marie flüchtet zu ihrer Cousine, da ihr Leben in Wien außer Kontrolle geraten ist. „Dabei erlebt sie erst einmal totale Ablehnung“, erklärt Madaus. „Der Roman ist humorvoll und berührend, aber gleichzeitig beleuchtet er kritisch die High Society.“
Buch-Empfehlungen für Jugendliche
Auch für die Jugendlichen haben die Buchhändler Sommer-Empfehlungen. „Bei Jugendbüchern ist Ursula Poznanski immer ein Highlight“, sagt Petra Schenk. Von Poznanskis Reihe „Erebos“, mit der sie 2011 den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann, erschien diesen August der dritte Band. Es geht um ein Computerspiel, das süchtig macht. Auch der 16-jährige Nick ist voll dabei, bis ihn das Spiel dazu auffordert, einen Menschen zu töten. Der Thriller setzt sich mit Sucht und den Gefahren der digitalen Welt auseinander.
Die neue Liebesgeschichte „Red Flags“ von Sophie Jo kommt laut Schenk bei Mädchen besonders gut an. „Das ist eine sehr intelligente Liebesgeschichte von einem selbstbewussten Mädchen, das genau weiß, was es will“, erklärt sie. Es geht um die 18-jährige Poppy, die noch nie einen Freund hatte. Sie hat strenge Ausschlusskriterien für potenzielle Partner, ihre sogenannten „Red Flags“. Dann verguckt sie sich in den gleichaltrigen Cam.
Lektüre-Tipp für Kinder
Für Kinder hat Christine Gaßel ebenfalls eine Empfehlung. Beliebt seien die Pumuckl-Sammelbände mit verschiedenen Abenteuern rund um den frechen, rothaarigen Kobold und den Schreinermeister Eder: „Hier gibt es einen mit Sommergeschichten und einen mit Schulgeschichten. Die sind super zum Vorlesen oder zum Lesen-Lernen für den Schulstart der ersten Klasse.“ (Joleen Boyce)