Giuseppe Leo demonstriert den „Löwen“ Frank Thelen, Carsten Maschmeyer, Janna Ensthaler, Ralf Dümmel und Judith Williams (von links) den Geruchsneutralisator und WC-Reiniger Air Cube.
Foto: Bernd-Michael Maurer/RTL
Bei den Junioren von Bayern München, später als Profi bei Ingolstadt und dem KSC: Giuseppe Leo war viele Jahre Fußballer, lief auch im Karlsruher Wildpark im blau-weißen Trikot auf – 2017 in der Dritten Liga. In der ersten Mannschaft spielte er keine große Rolle. Dennoch ist die Zeit am Montagabend auch in der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ Gesprächsthema, obwohl der inzwischen 30-Jährige nicht in sportlicher Mission unterwegs ist.
„Was verdienen denn die Spieler? Kann man vom Job in der Dritten Liga leben?“, diskutieren die Investoren. Ja, kann man, sind sich schnell alle einig. Leo geht es derweil um einen Deal – um im Kampf gegen Gerüche weiter durchstarten zu können.
Sein Geschäft konzentriert sich auf die Toilette. Der Gründer hat einen kleinen Kasten entwickelt – Air Cube genannt – der direkt an allen handelsüblichen WCs befestigt werden kann. Dieses mit einem Akku unterstützte System saugt Gerüche ab, bevor sie in die Raumluft gelangen.
Pitch vor Investoren
„Es geht um frische Luft“, schließt Judith Williams, noch bevor Leo ins Studio kommt. Williams ist eine der möglichen Investoren, die es beim Pitch zu überzeugen gilt. Neben ihr sitzen Carsten Maschmeyer, Janna Ensthaler, Ralf Dümmel und Frank Thelen. Alle steigen über die „Höhle der Löwen“ immer wieder in Start-ups ein, von denen einige heute millionenschwer sind.
Im Prinzip möchte ich die Toilettenhygiene revolutionieren – weltweit.
Giuseppe Leo
Unternehmer
Jetzt also ein Produkt fürs WC: Leo beschäftigt das Thema schon lange, wie er erzählt. Oft sei er als Fußballer auf Reisen gewesen. „30 Spieler, drei Toiletten, und Sie können sich vorstellen, was da manchmal los war“, sagt Leo: „Sprays ändern nichts.“ Deshalb hat er sich selbst eine Lösung ausgedacht. Er sagt: „Im Prinzip möchte ich die Toilettenhygiene revolutionieren – weltweit.“
Start war in der Corona-Zeit
Seit der Corona-Zeit arbeitet er am Air Cube. „Ich habe mir alles selbst beigebracht.“ Zur Unterstützung holte er nur den Produktentwickler Felix Rennies an Bord. Der hat als erstes Produkt in seiner Karriere einen Wursttoaster entwickelt, wie er in einem Einspieler erzählt.
Rennies ist überzeugt vom Air Cube, den sich die Löwen direkt an einer Kloschüssel auf der Bühne erklären lassen. Die Technologie arbeitet mit einem Zwei-Phasen-Filtersystem, erläutert der junge Unternehmer: Im ersten Schritt spalten positiv geladene Ionen die Geruchsmoleküle und teilen diese voneinander ab.
In einem zweiten Schritt filtert der Filter die aufgebrochenen Geruchsmoleküle und neutralisiert diese rückstandslos. Und noch etwas kann der Air Cube: Erkennt der Sensor, dass das WC wieder frei ist, gibt er zur Reinigung ionisierte Luft in die Schüssel.
Du bist ein absoluter Vorbildgründer.
Jana Ensthaler
Green-Tech-Investorin
Leo macht den möglichen Gründern eine Ansage: Er selbst habe einen sechsstelligen Betrag in die Entwicklung gesteckt und widmet sich dieser in Vollzeit, Tag für Tag. Jetzt will er 200.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile. „Ich suche auch Unterstützung beim Vertrieb und im Marketing“, fasst er sein Anliegen zusammen.
Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten – und sie fällt euphorisch aus. „Du bist ein absoluter Vorbildgründer“, lobt Green-Tech-Investorin Ensthaler. Sie sagt: „Du triggerst mich.“ Investieren will sie dennoch nicht, „das Produkt bin nicht authentisch ich.“
Battle der Löwen
Doch Leo muss nicht ohne Deal nach Hause gehen, im Gegenteil. Er hat die übrigen Löwen so von sich überzeugt, dass die um seine Zusage buhlen. Beauty-Expertin Williams will 200.000 Euro für 15 Prozent geben. Dümmel und Thelen möchten im Doppelpack einsteigen, mit 200.000 Euro für 20 Prozent. „Du bist ein geiler Typ“, urteilt Dümmel. Er sieht den Air Cube in Baumärkten und im Teleshopping. „Das Ding kann richtig international groß werden.“
Der Cube kostet im Internet rund 100 Euro. Leo spricht von bisher 4.500 Kunden – und erzählt von Diebstählen durch begeisterte Nutzer. In Gaststätten wurde der Air Cube von Gästen nämlich schon entwendet. Ein Chip soll das künftig verhindern, auf dieser Basis will Leo ab Ende des Jahres bei Hotels oder anderen Geschäftskunden durchstarten.
Dafür und bei der gesamten weiteren Entwicklung des Unternehmens hat er jetzt Carsten Maschmeyer an seiner Seite. Der sagt offen: Noch am Nachmittag hätte er sich nicht vorstellen können, dass er in ein Toilettenprodukt investiert. „Aber du gefällst mir.“ Der Investor fasst es zusammen: „Als Sportler hast du Ausdauer und Disziplin gelernt.“ Leo habe eine gewinnende Kommunikation, technisch sei das Produkt durchdacht. Der Löwe gibt 200.000 Euro für 15 Prozent.
Vivien Konca nennt ihn „Doktor Toilette“
Und Maschmeyer ist der Wunschlöwe von Leo, wie dessen Freundin Vivien Konca im Abspann verrät. Sie war einst Miss Germany und ist heute Moderatorin. Im TV-Interview erinnert sie sich an ihren ersten Restaurantbesuch mit Leo, schon da sei die WC-Sache Thema gewesen. „Ich nenne ihn Doktor Toilette“, sagt Konca über Leo.
Leo lebt heute in München, schon mit sieben Jahren ging er dort zu den Bayern. In seiner Karlsruher Zeit spielte er zu Hause in der Partie gegen den FC Rot-Weiß Erfurt. Zu einem weiteren Einsatz für die erste Mannschaft kam es nicht mehr, er hatte aber 14 Einsätze für die zweite Mannschaft. Später wechselte er in die Schweiz zum FC Aarau und beendete 2020 seine Karriere.
An Karlsruhe hat er gute Erinnerungen: „Ich hatte ein schönes Jahr dort.“ Und noch heute halte er, wenn er beruflich an der Stadt vorbeifährt, um sich mit Freunden von früher zu treffen, verrät er im Gespräch mit dieser Redaktion.