In der Teichgruppe Kreba-West zwischen Niesky und Weißwasser haben Biber Schäden von mehr als 190.000 Euro verursacht. Deshalb sollen sie jetzt umgesiedelt werden. Es ist das erste Projekt dieser Art im Freistaat Sachsen.
Kreba/Neudorf. Auf nach Frankreich – einige Biber müssen „au revoir“ zur Oberlausitz sagen: Die gefräßigen Nager aus der Teichgruppe Kreba-West sollen ein neues Zuhause im Norden des Nachbarlandes erhalten. Aktuell läuft der Auftrag, die beiden Biberfamilien lebend einzufangen. „Betroffen sind zwei Reviere mit jeweils einer Familie. Die genaue Anzahl der Tiere ist nicht bekannt, wir gehen von maximal vier bis sechs Tieren pro Familie sowie einigen wenigen Einzeltieren aus“, sagt Dr. Susann Meerheim, die Pressesprecherin der Landesdirektion Sachsen.
Die Behörde hat Anfang Oktober erstmals den Abschuss von Bibern im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft genehmigt – allerdings nur als letztes Mittel. „Die Genehmigung gilt für einen Teilbereich des Reservats und schreibt vor, dass zuerst der Lebendfang und die Umsiedlung versucht werden müssen, bevor eine Tötung in Betracht gezogen wird“, erläutert Meerheim. Naturschutzverbände in Sachsen verurteilen diese Entscheidung scharf und fordern ein sofortiges Umdenken im Umgang mit dem streng geschützten Biber.
Große Schäden in der Teichgruppe Kreba-West