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Sturmtief Benjamin peitscht die Wellen im Südwesten Frankreichs hoch, Windradar Orkanböen um 130 km/h: Frankreich, Belgien und Niederlande bereiten sich auf Herbststurm Benjamin vor (Montage) © Philippe Lopez/AFP/Screenshot DWD

Sturmwarnung und „Code Orange“ in Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Orkanböen und bis zu elf Meter hohe Wellen sind möglich.

Update vom 24. Oktober, 10.15 Uhr: Der Sturm Benjamin, der beginnend mit Donnerstag (23. Oktober) über die Nachbarländer Frankreich, Belgien und die Niederlande zog, forderte sein erstes Todesopfer. Ein deutscher Urlauber auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika ist bei dem Sturm „Benjamin“ ums Leben gekommen.

Der 45-Jährige habe gemeinsam mit seiner Ehefrau und ihren zwei Kindern in einem Fluss gebadet, als der Wasserpegel infolge heftiger Gewitter in den Bergen plötzlich gestiegen sei und ihn mitgerissen habe, erklärte die Feuerwehr des Départements Haute-Corse gestern. Die 39-jährige Ehefrau und die beiden Kinder im Alter von neun und 13 Jahren seien von Einsatzkräften in ihre Unterkunft gebracht worden, erklärte die Feuerwehr.

In Royan im Westen Frankreichs wurden drei Menschen von einem umstürzenden Baum leicht verletzt, wie örtliche Behörden mitteilten. Im südwestlichen Departement Gironde wurde ein Feuerwehrmann schwer verletzt. Weiters verursachte der Sturm vielerorts Stromausfälle, am späten Donnerstagabend waren Frankreichs Wirtschaftsminister Roland Lescure zufolge 38.000 Haushalte ohne Strom.

Sturmtief Benjamin wütet über Europa – über Deutschland zieht Joshua

Erstmeldung vom 23. Oktober: Hamm – Es sind die letzten Tage der Herbstferien in NRW. Ein gewaltiger Herbststurm in Westeuropa wirbelt jetzt vieles durcheinander. Zuglinien sind unterbrochen. Es kommt bereits zu massiven Stromausfällen. International hat der erste Sturm der Saison den Namen Benjamin verpasst bekommen, während in Deutschland Sturm Joshua sein Unwesen treibt. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 km/h trifft das Tiefdrucksystem Benjamin die Niederlande, Frankreich und Belgien. Auch in Deutschland hat der DWD eine Unwetter-Warnung für weite Teile des Landes am Donnerstag (23. Oktober) aktiviert.

Schon in der Nacht auf Donnerstag wurden in Frankreich Windspitzen von 116 km/h an der Pointe du Raz gemessen. Doch das Sturmtief gewinnt im Laufe des Tages laut den Prognosen der staatlichen Wetterdienste an Kraft. Mit Orkanböen um 130 km/h ist zu rechnen. Nicht nur in den Nachbarländern, auch in NRW gilt bereits eine Wetterwarnung im ganzen Land.

Herbststurm Benjamin peitscht mit 130 km/h übers Land: 100.000 Haushalte ohne Strom

„XXL-Sturm mit Wellen von bis zu elf Metern erwartet“, titelt das französische Portal franceblue.fr. An der Atlantikküste bei Biarritz wurden demnach hunderte Säcke mit Sand entlang der Promenade aufgestellt, „um die Wellen zu brechen“. Bulldozer baggerten Sand am Strand ab, um das Niveau vor dem Deich zu senken. Mitten in den Schulferien im Baskenland bedauert demnach ein Eisverkäufer den Umsatzverlust, weil er seinen Stand abbauen musste. Der Strand ist an diesem Donnerstag gesperrt, Waldgebiete geschlossen.

Der staatliche Wetterdienst Meteo France warnt vor Böen über 100 km/h in weiten Teilen des Landes. Besonders betroffen sind demnach die Mittelmeerregionen vom Roussillon bis zur Côte d‘Azur sowie Korsika. Im Norden Frankreich besteht zudem eine Tornado-Gefahr. TGV-Züge zwischen La Rochelle und Paris fallen, laut Le Parisien aus. In der ganzen Normandie wird der Betrieb auf vielen Regionalstrecken zur Sicherheit eingestellt. 100.000 Haushalte sind bereits ohne Strom.

Benjamin Sturm GrafikSturmtief Benjamin trifft Frankreich am Donnerstag (23. Oktober) mit voller Wucht, wie die Grafik des Wetterdienst zeigt. © Meteo FranceWarnstufe Orange: Niederlande wappnet sich für Herbststurm Benjamin

Die Niederlande bereiten auf das Eintreffen von Sturm Benjamin in den Nachmittagsstunden vor. In weiten Teilen gilt dann die Warnstufe Orange. An den westlichen Küstengebieten sind laut dem KNMI (Königlich Niederländisches Meteorologisches Institut) sehr starke Windböen von 100 bis 120 km/h möglich. Im Landesinneren um die 80 km/h.

„Der Wind kann Bäume umreißen und es besteht die Gefahr von (Sach-)Schäden sowie Störungen im Verkehr und öffentlichen Nahverkehr.“ Laut der Prognose ist am Freitag (24. Oktober) das Schlimmste überstanden: „Am Freitag lässt der Wind allmählich nach, zuletzt im Wattenmeergebiet.“ Wegen Sturm Benjamin könnten Fußballspiele in den Niederlanden abgesagt werden, heißt es in den Medien.

Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen solltenPolarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.Fotostrecke ansehenWetterdienst in Belgien muss Internet-System neu starten

In der Provinz Antwerpen gilt die Sturmwarnung Orange, heißt es bei La Libre. Der Wetterdienst rechnet in den nächsten Stunden auch im Landesinneren mit Windböen um bis zu 120 km/h. „Der Internetausfall ist behoben“, teilt das l‘Institut Royal Météorologique (IRM) auf seiner Webseite mit. Die Systeme würden nach und nach wieder hochgefahren. Ausgerechnet vor der extremen Wetterlage werden am Donnerstagvormittag die Texte für die Warnungen nach und nach ergänzt, heißt es.

Ob Sturm Benjamin die Intensität von Herbstorkan Ciaran im Jahr 2023 (1. November) mit Böen von bis zu 200 km/h erreicht, bleibt abzuwarten. Ciaran forderte damals mehr als zehn Todesopfer in Europa. Sturmtief Joshua löst in Deutschland Alarm aus: Live-Karte zeigt heute alle Unwetter-Warnungen. (Quelle: KNMI, franceblue.fr, Le Parisienne, Meteofrance, DWD, ) (ml)