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Kunden nutzen Rewe-SB-Kassen für Kleingeldzahlungen. Ein ungewöhnlicher Lifehack, der Rewe nun zu einer neuen Regel veranlasst.

München – Kleingeld sammelt sich schneller an, als man denkt – das Portemonnaie quillt über, das Sparschwein platzt aus allen Nähten und selbst in der Küchenschublade klimpern die Cent-Münzen. Für viele ist es lästig, das Kleingeld wieder loszuwerden: zu schwer, unhandlich und oft mit Gebühren verbunden. Banken oder Coinstar-Automaten verlangen meist 9,9 Prozent Gebühr plus zusätzliche Transaktionskosten. Doch was tun mit den ganzen Münzen? Ein cleverer Trick machte jüngst in den sozialen Medien die Runde.

Kundinnen an einer Selbstbedienungskasse. Kleingeld-Trick an SB-Kassen sorgt für Ärger – Rewe zieht Reißleine (Symbolbild) © Markus Matzel/ Imago

Das Nachrichtenportal news38.de erläuterte die simple Idee: einfach bei Rewe oder Lidl an der SB-Kasse bezahlen und dabei alle gesammelten Münzen einwerfen. Der Automat gibt das Wechselgeld anschließend in größeren Scheinen zurück – völlig kostenlos. Und genau das sorgte jetzt für Ärger.

Rewe-Kunden nutzen SB-Kassen auf neue Weise

Was als smarter Lifehack begann, wurde für eine Rewe-Filiale offenbar so sehr zum Problem, dass sie eingriff. Immer mehr Kunden nutzten die SB-Kassen wohl, um ihr Kleingeld loszuwerden. Nicht verwunderlich, denn der Trick verbreitete sich über die sozialen Netzwerke rasant.

Die Rewe-Filiale reagierte mit klaren Regeln, wie ein Influencer auf seinem Instagram-Account „spar.radar“ kürzlich berichtete: „Lifehacks funktionieren nicht mehr. Rewe hat in diesem Fall schnell reagiert und wir müssen jetzt unsere Münzen woanders wechseln.“ Pro Einkauf dürfen in dem Markt, den der Instagram-Nutzer in seinem Video zeigt, inzwischen nur noch maximal 50 Münzen eingeworfen werden. Außerdem weisen Aushänge in der Filiale darauf hin, dass die SB-Kassen nicht als Tauschautomaten gedacht sind.

In den Kommentaren zeigte sich die Community gespalten: Während einige Nutzer die Einschränkung als unfair empfinden, verstehen andere Rewes Entscheidung: „Das ist ein legitimes Verhältnis von Rewe. Denn dafür sind die Geräte nicht gedacht und wurden quasi zweckentfremdet“, schrieb ein User. Viele Entscheidungen im Supermarkt fallen nicht zufällig – mit psychologischen Tricks beeinflussen Marken gezielt das Einkaufsverhalten der Kunden.

Wie Supermärkte zum Kauf verführen: Diese zehn Tricks sollten Sie kennenFrau vergleicht Produkte im SupermarktFotostrecke ansehenWie Sie Ihr Kleingeld trotzdem loswerden können

Wie das Verbraucherportal Biallo.de berichtet, verweisen viele Banken auf die steigenden Kosten im Umgang mit Bargeld. Münzen müssen nicht nur gezählt, sondern auch auf Echtheit geprüft und anschließend sicher transportiert werden. Das erfordert spezielle Maschinen, geschultes Personal und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.

Der damit verbundene Aufwand führt laut Banken zu höheren Betriebskosten – ein Grund, warum viele Institute inzwischen Gebühren für Münzeinzahlungen verlangen. Diese sollen die Ausgaben ausgleichen und den Trend hin zu digitalen Bezahlmethoden fördern, die für Banken deutlich günstiger sind. Für Verbraucher bedeutet das: Wer sein Kleingeld einzahlen möchte, muss oft Gebühren akzeptieren oder nach gebührenfreien Alternativen suchen.

Wer trotzdem sein Kleingeld ohne Gebühren loswerden möchte, hat folgende Möglichkeiten:

  • Einzahlung bei Filialbanken: Einige Filialbanken erlauben es, bis zu 50 Münzen kostenlos einzuzahlen. Dazu zählen die Commerzbank und ihre Tochter Comdirect, die Postbank sowie die Hypovereinsbank.
  • Zahlung im Handel: Eine praktische und kostenfreie Methode ist, das Kleingeld direkt beim Einkaufen auszugeben. Laut § 3 des Münzgesetzes sind Geschäfte verpflichtet, bis zu 50 Münzen pro Zahlung anzunehmen. 
  • Umtausch bei der Deutschen Bundesbank: Sie bietet den Service, Münzen in haushaltsüblichen Mengen ohne Gebühren in Scheine umzutauschen. Aber: Das Geld wird nicht immer sofort gezählt und Sie müssen die Filiale eventuell zweimal besuchen.
  • Wertbons: In einigen Discounter-Filialen stehen Münzautomaten. Dort können Kunden Münzen in Wertbons für das jeweilige Geschäft umwandeln. Beim Umtausch fällt jedoch eine Gebühr sowie Transaktionskosten an.
  • Gebührenfreie Spende: Viele Automaten bieten die Option, Münzen zu spenden.

Ab 2027 gilt in der EU eine Obergrenze für Barzahlungen – was das für Verbraucher bedeutet. (Quellen: news38.de, Instagram, Biallo.de) (vw)