Die französische Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA (Direction Générale de l’Armement) hat Thales mit der Entwicklung und Lieferung des neuen Weltraumüberwachungsradars Aurore beauftragt. Das System entsteht im Rahmen des Programms Ares (Action et Résilience Spatiale) und markiert einen entscheidenden Schritt beim Ausbau der französischen Fähigkeiten zur Beobachtung und Sicherung des erdnahen Weltraums.
Nachfolger für GRAVES
Das neue Hochleistungsradar ist Teil der militärischen Programmplanung 2024 bis 2030 und soll ab 2030 das seit 2004 betriebene GRAVES-System (Grand Réseau Adapté à la VEille Spatiale) ablösen. Wie sein Vorgänger wird Aurore Objekte in niedriger Erdumlaufbahn (LEO) vom Boden aus erfassen und verfolgen – jedoch mit deutlich höherer Auflösung und Reichweite. Das System besteht aus einer Sende- und Empfangsstation sowie einem leistungsfähigen Rechenzentrum.
Dank modernster Technologie wird der französische Weltraumkommandostab (Commandement de l’Espace, CDE) künftig in der Lage sein, Objekte bis in Höhen von 2.000 Kilometern zu erkennen, deren Flugbahn präziser zu bestimmen und selbst kleinere Objekte als bisher zu identifizieren. Aurore dient somit nicht nur der Erfassung neu auftretender Satelliten, sondern auch der Beobachtung ausländischer Spionage- oder Kommunikationssatelliten sowie der Früherkennung potenziell gefährlicher Weltraumtrümmer.
Modulare Technologie – auch für künftige Radarprogramme
Das System basiert auf einer neuen Generation ultrahochfrequenter (UHF) Technologieelemente von Thales, die eine modulare Architektur ermöglichen. Durch den nachträglichen Einbau zusätzlicher UHF-Module kann die Leistung des Radars im Betrieb weiter gesteigert werden. Die Technologie wird zudem Grundlage für zukünftige nationale und exportfähige Frühwarnradare – ob taktisch, maritim oder stationär.
Aurore wird darüber hinaus einen Beitrag zum europäischen Überwachungsnetzwerk EU-SST (European Space Surveillance and Tracking) leisten, das 15 EU-Mitgliedstaaten umfasst und Teil des EU-Raumfahrtprogramms ist. Damit stärkt Frankreich nicht nur seine nationale, sondern auch die europäische Weltraumsouveränität.
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Programm Ares – „Action et Résilience Spatiale“
Das 2021 gestartete Programm Ares geht auf die französische Verteidigungsraumfahrtstrategie von 2019 zurück und verfolgt das Ziel, die Fähigkeit zur militärischen Operationsführung im Weltraum auszubauen und nationale Satelliten besser zu schützen. Es beruht auf drei Säulen:
- Überwachung des Weltraums: Erfassung, Charakterisierung und Verfolgung potenziell bedrohlicher Objekte – sowohl vom Boden als auch aus dem All.
- Handlungsfähigkeit im Weltraum: Entwicklung von Verteidigungsmaßnahmen zur Abwehr feindlicher Aktivitäten gegen französische Satelliten, im Einklang mit internationalem Recht.
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Führung militärischer Weltraumoperationen: Aufbau eines integrierten Informationssystems zur Lageanalyse, Planung und Steuerung von Einsätzen durch das Commandement de l’Espace (CDE).
Mit dem Radar Aurore modernisiert Frankreich den Kern seiner weltraumgestützten Überwachungsarchitektur und setzt ein deutliches Zeichen für technologische Eigenständigkeit und strategische Resilienz im Orbit.
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