Anfang: „Letztlich haben wir diesen Punkt erzwungen“

Verzweiflung hin, Verzweiflung her – Anfang blieb wie an jedem seiner bisherigen Tage als Fortuna-Trainer zuversichtlich. „Ist es Pech, ist es kein Pech? Das weiß ich nicht. Die Situation ist, wie sie ist. Wir müssen trotzdem in Lösungen denken“, betonte er. „Und die Lösung ist: Wir müssen zusehen, dass wir die Spieler stabil und leistungsfähig bekommen. Es bringt nichts, über etwas zu sprechen, was vielleicht irgendwo mal war. Fakt ist aber auch, dass man auch Jungs geholt hat, die direkt stabil geworden sind und den Unterschied gemacht haben. Bei dem einen oder anderen hat das aus Gründen, die ich aktuell noch nicht erklären kann, bislang nicht geklappt. Daran müssen wir arbeiten.“

Immerhin gelang gegen Kaiserslautern der erste Punktgewinn seit dem Trainerwechsel, obwohl Fortuna schwächer aufgetreten war als bei Hertha BSC (0:1) und im Pokal gegen den SC Freiburg (1:3). „Wir konnten nach dem Rückstand nicht viel Personal nachlegen, haben aber weiter nach vorne gespielt und versucht, in den gegnerischen Strafraum zu kommen. Letztlich haben wir diesen Punkt erzwungen. Am Ende einer Englischen Woche und in einer solchen personellen Lage – das macht mir Mut und ist in Ordnung. Ich hoffe, dass wir innerhalb der vergangenen sieben Tage weiter adaptiert haben, was die Widerstandsfähigkeit betrifft“, sagte Anfang.

Allzu schwach hatte er sein Team jedenfalls keineswegs gesehen. „Ich fand nicht, dass wir gerade in der ersten Hälfte nicht so gut waren. Es war aber von vornherein klar, dass diese Partie anders wird als die vorherigen: Mann gegen Mann über den gesamten Platz“, erzählte der 51-Jährige. „Wir hatten vor allem vor der Pause viele Balleroberungen, aber im Umschaltmoment hat uns ein Stück weit das Tempo gefehlt, um in die Tiefe zu kommen. Bis dahin war das Spiel aber relativ ausgeglichen. Nach der Pause hat Kaiserslautern dann insgesamt ein bisschen mehr investiert, ohne aber viele Chancen zu kreieren.“

Wunsch von Anfang: mehr Abschlüsse

Das Freistoßgegentor führte Anfang auf die individuelle Qualität von Luca Sirch zurück, haderte aber damit, dass Fortuna zuvor eine ganz ähnliche Gelegenheit vergeben hatte. „Florent Muslija hatte in der ersten Hälfte einen Freistoß von derselben Position aus“, sagte der Coach. „Wenn wir in Führung gegangen wären, wäre das Spiel vielleicht ganz anders gelaufen. Die Reaktion auf den Rückstand war aber gut.“ Allerdings gab es noch ein weiteres Thema, das Anfang nicht zufriedenstellte: „Ich hätte mir insgesamt gewünscht, dass wir häufiger mal abziehen, weil wir in guten Situationen waren.“

Und wieder nannte er Muslija als Beispiel. „,Mukki’ hatte mehrere Gelegenheiten dazu. Wir müssen einfach gucken“, ergänzte Anfang, „dass wir wesentlich mehr zum Abschluss kommen.“ Allerding auch, dass die Verletzenmisere endlich ein Ende nimmt.