Ensemble der Oper Halle, Motiv zu – Die Csárdásfürstin – Foto Matthias Horn
von hallelife.de – Redaktion
4. November 2025
Emmerich Kálmáns »Die Csárdásfürstin« feiert am 21. November Premier an der Oper Halle
Mit »Die Csárdásfürstin« kehrt einer der größten Klassiker der Operettengeschichte zurück auf die Bühne der Oper Halle. Regisseur und Bühnenbildner Ben Baur, einer der profiliertesten Theatermacher seiner Generation, inszeniert das Werk, in einer eigenen Fassung, als schillernde Hommage an das Theater selbst an seine Menschen, seine Sehnsucht und seine ungebrochene Lebenskraft.
Die gefeierte Starsängerin Sylva Varescu und der Baufürstensohn Edwin sind ein Paar, das nicht zusammenpassen darf. Zu groß sind Standesdünkel, gesellschaftliche Erwartungen und die Angst vor dem Skandal. Doch zwischen Showtreppen, Walzertakt und Champagnerlaune beginnt ein Tanz auf dem Vulkan: voller Lebenslust, Widersprüche und Melancholie.
Emmerich Kálmán schrieb seine Operette 1915, mitten im Ersten Weltkrieg und schuf ein Stück, das die Leichtigkeit des Lebens beschwört, während ringsum die Welt in den Abgrund taumelt. Seine Musik verbindet mitreißende Csárdásrhythmen und üppige Walzerseligkeit mit einer tiefen, fast elegischen Melancholie eine Feier des Lebens im Angesicht des Verlusts.
In Halle entfaltet Ben Baur die Geschichte in einer eigenen Fassung als modernes Spiel im Spiel: Ein Theater kurz vor der Schließung, ein letztes Fest, eine Bühne, die zur Baustelle und schließlich wieder zum Ort der Selbstermächtigung wird. Zwischen Nostalgie und Neubeginn erzählt seine Inszenierung vom Theater als Zufluchtsort und davon, wie Kunst selbst in Krisenzeiten weiterlebt.
Regisseur Ben Baur, der das Stück als vielschichtiges Gesellschaftsporträt inszeniert, beschreibt die Faszination der Operette so: »Die Operette lebt vom Widerspruch: vom Lustigen und vom Traurigen, vom Verspielten und vom Ernsten«, sagt er. »Mich interessiert, wie die Figuren in dieser Glitzerwelt ihren Halt suchen zwischen Show, Sehnsucht und dem Gefühl, dass sich etwas Grundlegendes verändert.«
Die Produktion zeigt Kálmáns Klassiker als vielstimmiges Gesellschaftsporträt zwischen Glitzer und Realität. Die untergehende Welt des Adels wird in den Kosmos moderner Machtverhältnisse übersetzt: Rendite, Einfluss und Statussymbole prägen die Gegenwart, in der Sylva und ihr Ensemble für Eigenständigkeit und Gemeinschaft kämpfen.
In den Hauptrollen sind KS Anke Berndt (Sylva) und Daniel Szeili (Edwin) zu erleben, flankiert von Robert Sellier (Boni), Gerd Vogel (Feri), Vanessa Waldhardt (Anastasia) und Eva Löser (Showgirl Selma). Die musikalische Leitung haben Andreas Wolf, es spielt die Staatskapelle Halle. Für die Choreografie zeichnet Rachele Pedrocchi verantwortlich, die Kostüme stammen von Uta Meenen.
Mit farbenfrohem Bühnenbild, Esprit und einem Schuss Wehmut feiert die Inszenierung das Theater als Ort der Träume und als Spiegel einer Gesellschaft im Wandel.
Termine
Mi, 12.11.2025 | 17:30 Uhr | Operncafé, Oper Halle | KostProbe
Sa, 21.11.2025 | 19:30 Uhr | Oper Halle | Premiere
Fr, 05.12.2025 | 19:30 Uhr | Oper Halle
Mi, 31.12.2025 | 18:00 Uhr | Oper Halle
Sa, 03.01.2026 | 19.30 Uhr | Oper Halle
So, 11.01.2026 | 18:00 Uhr | Oper Halle
Fr, 27.02.2026 | 19:30 Uhr | Oper Halle
So, 15.03.2026 | 16:00 Uhr | Oper Halle
Besetzung
Sylva Varescu: KS Anke Berndt
Edwin: Daniel Szeili
Boni: Robert Sellier
Anastasia: Vanessa Waldhart
Feri: Gerd Vogel
Eugen Rohnsdorff: Max Wölfer, Martin Rudolph
Fürst: Matthias Brenner
Selma: Eva Löser
Showgirls: Linda Rabisch, Victoria Meißner, Ricarda Oppenhorst, Lisa Ulbrich, Sahra Witter
Musikalische Leitung: Andreas Wolf
Regie und Bühnenbild: Ben Baur
Kostümbild: Uta Meenen
Choreografie: Rachele Pedrocchi
Choreinstudierung: Frank Flade
Dramaturgie: Toni Burghard Friedrich
Staatskapelle Halle
Chor der Oper Halle
Statisterie der Oper Halle