Der italienische Energiekonzern Snam rechnet bis spätestens 17. November mit einer Entscheidung des deutschen Wirtschaftsministeriums über den geplanten Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an Open Grid Europe, dem größten unabhängigen Gasnetzbetreiber Deutschlands. Das erklärte Finanzvorstand Luca Passa am Mittwoch.
Die Transaktion drohte zuletzt zu scheitern, nachdem das deutsche Ministerium seine Prüfung verlängert und Unterlagen zu einem chinesischen Investor im Aktionärskreis von Snam angefordert hatte, wie aus informierten Kreisen verlautete.
„Wir haben mit unserem Partner eine Frist bis zum 17. November vereinbart. Unsere Erwartung ist, bis dahin eine Antwort zu erhalten, in die eine oder andere Richtung“, sagte CFO Luca Passa in einer Telefonkonferenz nach der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse.
Snam hatte im April eine Vereinbarung zum Erwerb von 24,99 % an Open Grid Europe getroffen, um in den deutschen Gasmarkt einzusteigen. Der Abschluss des Geschäfts war ursprünglich bis Ende September erwartet worden, steht aber weiterhin unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung.
Passa erklärte, Snam könne Vermögenswerte verkaufen oder eine Hybridanleihe begeben, falls die Transaktion bis Jahresende abgeschlossen werde.
Der staatlich kontrollierte Konzern hat Rothschild und BNP Paribas mit dem Verkauf seines Biomethan-Geschäfts beauftragt, das kurz nach Jahreswechsel auf den Markt kommen könnte.
„Das Biomethan-Geschäft hat aktuell einen Wert von 560 Millionen Euro“, so Passa.
Snam erhöhte seine Gewinnprognose für 2025 leicht, nachdem das Unternehmen einen Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (EBITDA) um 6,6 % in den ersten neun Monaten des Jahres verzeichnete.
Das bereinigte EBITDA stieg auf 2,23 Milliarden Euro (2,6 Milliarden US-Dollar) und lag damit leicht über dem von Reuters befragten Analystenkonsens von 2,21 Milliarden Euro.
Der bereinigte Nettogewinn legte um 10 % auf 1,1 Milliarden Euro zu und entsprach damit den Erwartungen.
Der Konzern rechnet nun damit, dass das bereinigte operative Ergebnis in diesem Jahr etwa 2,95 Milliarden Euro erreichen wird, nach zuvor prognostizierten 2,85 Milliarden Euro.
($1 = 0,8575 Euro)
(Bericht von Francesca Landini; Redaktion: Ros Russell und Emelia Sithole-Matarise)