Der seit dem 1. Oktober 2025 geltende Shutdown in den USA treibt seltsame Blüten. So hat die US-Garnison im deutschen Bundesland Bayern ein Informationsschreiben (engl. Shutdown-Guidance) veröffentlicht, das den dort stationierten Soldaten unter anderem nahelegt, Lebensmittel von deutschen Hilfsorganisation wie „Die Tafel“ zu beziehen. Konkret genannt werden auch der Verein „Foodsharing e. V.“, „Essen für Alle“ sowie die „Too Good To Go“-App.
Die US-Garnison in Bayern ist mit rund 36.000 Soldaten die größte ihrer Art außerhalb der USA. Der Shutdown werde sich „auf die von der Garnison erbrachten Dienstleistungen in den Einrichtungen Rose Barracks, Tower Barracks, Hohenfels und Garmisch auswirken“, heißt es im Schreiben, das auf der offiziellen Internetpräsenz des US-Truppenstandortes veröffentlicht wurde. Die US-Armee betreibt und verwaltet in unmittelbarer Nachbarschaft den Truppenübungsplatz Grafenwöhr.
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Im Dokument werden die Lebensmittelstellen unter der Überschrift „Germany Specific Resources and Legal/Rental information“ (dt. Spezifische Ressourcen und rechtliche/mietrechtliche Informationen für Deutschland) aufgeführt. Der Hinweis zur „Tafel“ ist mittlerweile wieder entfernt worden, wie die Deutsche Welle am Mittwoch berichtete.
Garnison rudert zurück
US-Präsident Donald Trump dürfte wenig erfreut darüber sein, dass Angehörige des Militärs auf ausländische Hilfsorganisationen angewiesen sein könnten. Und so erklärte das Oberkommando der US-Streitkräfte in Europa gegenüber dem US-Militärmedium „Stars and Stripes“, dass der Hinweis auf „Tafel“ und Co ausschließlich die deutschen Angestellten der Garnison adressiere.
Interessant dabei ist, dass diese von ausbleibenden Zahlungen zumindest im Oktober nicht betroffen sind. Das Bundesfinanzministerium hatte wenige Wochen nach Ausrufung des Lockdowns erklärt, die Löhne der insgesamt 11.000 bis 12.000 heimischen Angestellten auf US-Basen übernehmen zu wollen. Ob dies auch für die übrige Zeit des Lockdowns gilt, ist unklar.
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Gemäß eines auf „Stars and Stripes“ zitierten Statements der US-Armee sei die Liste lokaler Lebensmittellieferanten bereits vor Wochen erstellt worden, als die US-Armee befürchtete, dass ihre deutschen Mitarbeiter während der Haushaltsblockade möglicherweise keine Gehälter erhalten würden.
Der Shutdown betrifft nicht selten vor allem junge Soldaten, die ein vergleichsweise geringes Einkommen haben und von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben.