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Der Außenminister von Teheran schockt Donald Trump: Sein Land stehe besser da, als während des zwölftägigen Krieges mit Israel im Juni.

Teheran – Der iranische Außenminister Abbas Araghchi richtet eine Warnung an US-Präsident Donald Trump: Er erklärte, dass die Verteidigungs- und Raketenfähigkeiten des Landes seit dem zwölftägigen Krieg im Juni verbessert worden seien. Zudem teilte er den Vereinigten Staaten mit, dass Teheran nicht bereit sei, bei künftigen Gesprächen zwischen beiden Parteien über sein Raketenprogramm oder regionale Aktivitäten zu verhandeln.

Donald Trump und Ali ChameneiDer Iran, unter Religionsführer Ali Chamenei (rechts) weist Trumps (links) Behauptungen zurück. Die Raketenabwehr Israels versagte. (Archivbild) © Foto links: IMAGO / Newscom / GDA | Foto rechts: IMAGO / ZUMA Press Wire

„Die Raketen- und Regionalfragen wurden stets zur Sprache gebracht, und unsere Position war immer klar: Sollte es Konsultationen geben, werden sich diese ausschließlich auf das Nukleardossier beschränken“, sagte Araghchi am Mittwoch laut der iranischen Studenten-Nachrichtenagentur (ISNA).

Raketenstreit mit den USA: Iranische Verteidigung nicht verhandelbar

Araghchi wies die amerikanische Kritik am iranischen Raketenprogramm zurück: Er widersprach Behauptungen, Israel habe während des Konflikts den Sieg errungen. In dessen Verlauf Israel Raketen- und Nuklearinfrastruktur angegriffen hatte, während US-Truppen drei bedeutende Nuklearanlagen ins Visier nahmen.

Präsident Donald Trump bezeichnete Iran als geschwächten Gegner und erklärte, amerikanische und israelische Militäreinsätze hätten „die nuklearen Fähigkeiten zerstört“. Laut westlichen Geheimdiensten scheint Iran jedoch den Wiederaufbau seines Raketenprogramms sogar zu beschleunigen. US-Beamte beschreiben dieses Programm als eine destruktive und destabilisierende Kraft in der Region, trotz UN-Sanktionen, die Waffenhandel und Raketenaktivitäten verbieten.

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Araghchi erklärte, dass das israelische Luftverteidigungssystem die iranischen Raketen während des Konflikts nicht habe abwehren können und dass Iran seinen Gegnern einen „unbedingten Waffenstillstand“ auferlegt habe. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu behauptete, ein Großteil des iranischen ballistischen Raketenarsenals sei in den ersten Stunden der Luftangriffe zerstört worden. Iran feuerte als Vergeltung Hunderte ballistische Raketen auf Israel ab und griff die größte US-Militärbasis im Nahen Osten in Katar an.

Laut US-amerikanischen und alliierten Geheimdiensten ist das iranische Arsenal nicht nur umfangreich, sondern wird auch zunehmend fortschrittlicher. Außenminister Marco Rubio bezeichnete das Raketenprogramm im September als ein „inakzeptables Risiko“.

Seit Ende September soll Iran etwa 2.000 Tonnen Natriumperchlorat—einen Grundstoff für Raketentreibstoff, ausreichend für rund 500 ballistische Raketen—aus China erhalten haben, wie westliche Geheimdienstquellen letzte Woche gegenüber CNN berichteten. Teheran betont, dass seine Verteidigungsfähigkeiten nicht verhandelbar seien und das Land keine nuklearen Waffen anstrebe.

Iran und China: Zusammenarbeit gegen westlichen Druck

Nach dem Konflikt im Juni und den verschärften Sanktionen infolge gescheiterter Nuklearverhandlungen hat das Mullah-Regime im Iran Unterstützung bei Russland und China gesucht, auch jetzt, da das zehnjährige Joint Comprehensive Plan of Action im Oktober ausgelaufen ist.

Araghchi lobte die Haltung Chinas, das die UN-„Snapback“-Prozedur in einem Telefongespräch mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi am Mittwoch als illegal bezeichnete. Laut der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur Mehr war „die konstruktive Zusammenarbeit“ zwischen Peking, Teheran und Moskau bei der Abwehr des amerikanischen und westlichen Unilateralismus bei den Vereinten Nationen „von großer Bedeutung“.

Der Snapback-Mechanismus, ausgelöst durch das Vereinigte Königreich, Frankreich und Deutschland wegen angeblicher Nichteinhaltung des Nuklearabkommens, setzte die UN-Sanktionen gegen Iran wieder in Kraft. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), die Atomaufsichtsbehörde der UN, drängt Teheran weiterhin auf vollständige Zusammenarbeit bei der Überwachung und Verifizierung des Nuklearprogramms. Am Mittwoch führte Iran Konsultationen mit China und Russland im Vorfeld einer bevorstehenden Sitzung des IAEO-Gouverneursrats in Wien, Österreich, bei der Iran auf der Tagesordnung steht. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)