Das Flugchaos in den USA hat am Wochenende nach Angaben eines Branchenverbands mehr als 1,2 Millionen Reisende getroffen. Ein massiver Personalmangel bei den Fluglotsen führte auch am Montag zu erheblichen Störungen: Mehr als 2380 Flüge wurden gestrichen und über 8900 waren verspätet, wie die Flugverfolgungs-Website „Flight Aware“ berichtete. Hintergrund ist der wochenlange Haushaltsstreit, weshalb die Lotsen unbezahlt arbeiten müssen.

US-Präsident Donald Trump forderte die Fluglotsen zur sofortigen Rückkehr an ihre Arbeitsplätze auf und drohte Abwesenden mit erheblichen Gehaltskürzungen. „Alle Fluglotsen müssen jetzt zurück zur Arbeit“, schrieb Trump in den sozialen Medien. „Jeder, der das nicht tut, wird erheblich gekürzt werden.“

Gleichzeitig versprach Trump denjenigen, die während des 41 Tage andauernden Stillstands nicht gefehlt haben, einen Bonus von 10.000 Dollar.

Die Luftfahrtbehörde FAA hatte die Airlines in der vergangenen Woche angewiesen, vier Prozent der täglichen Flüge an 40 großen Flughäfen zu streichen. Diese Quote soll am Dienstag auf sechs Prozent steigen und am Freitag zehn Prozent erreichen.

Verkehrsminister Sean Duffy warnte, die Kürzungen könnten 15 bis 20 Prozent erreichen, sollte der Regierungsstillstand nicht enden.

Airlines berichten von Hunderttausenden betroffenen Passagieren

American Airlines teilte mit, dass am Wochenende mehr als 250.000 Kunden von Verspätungen oder Streichungen betroffen waren. „Das ist einfach inakzeptabel und alle verdienen Besseres“, sagte David Seymour, Chef des operativen Geschäfts bei American Airlines, gegenüber Mitarbeitern. Southwest-Chef Bob Jordan forderte: „Der Regierungsstillstand muss enden und ebenso die Störungen für unsere Kunden und die Bundesangestellten, die gezwungen sind, ohne Bezahlung zu arbeiten.“

Die FAA berichtete, dass an den 30 größten Flughäfen täglich 20 bis 40 Prozent der Fluglotsen fehlen. Insgesamt arbeiten 13.000 Fluglotsen und 50.000 Mitarbeiter der Transportsicherheitsbehörde TSA während des Stillstands ohne Bezahlung. Viele müssen Nebenjobs annehmen – etwa als Fahrer für Uber oder Lieferanten für Door Dash –, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken.

Bereits vor dem Stillstand fehlten der FAA rund 3500 Fluglotsen, um die angestrebten Personalstärken zu erreichen. Viele Lotsen arbeiteten bereits mit verpflichtenden Überstunden und Sechs-Tage-Wochen. Die US-Flugsicherung kämpfte schon vor der Krise mit strukturellen Problemen.

Die Krise verschärft sich kurz vor der wichtigen Reisezeit um den Feiertag Thanksgiving und droht nun auch den für Deutschland wichtigen Flugverkehr über den Atlantik zu beeinträchtigen, wovon Fluggesellschaften wie die Lufthansa betroffen wären. Die Störungen treffen auf einen bereits angespannten Markt. Erst in der vergangenen Woche hatte die IAG von einer rückläufigen Nachfrage auf den Nordatlantik-Routen berichtet, was die aktuelle Situation für die Fluggesellschaften zusätzlich verschärft.

Wann kehrt der Flugverkehr zur Normalität zurück?

Chris Sununu, der frühere Gouverneur von New Hampshire, der heute die Airline-Vereinigung Airlines for America leitet, sagte dem Sender „CNN“, es stehe „eine harte Woche bevor. Die FAA hat nach wie vor Streichungen angeordnet, die im Laufe der Woche zunehmen.“ Er fügte jedoch hinzu: „Behalten Sie Ihre Feiertagspläne bei. Das System wird bis Thanksgiving und Weihnachten wieder funktionieren, lebensfähig und widerstandsfähig sein.“

US-Senat nimmt erste Hürde für Ende der Haushaltssperre – Flugverkehr bricht weiter ein, © DPA/Adam Gray

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Selbst wenn der Stillstand diese Woche endet, könnte es mehrere Tage oder länger dauern, bis der Flugverkehr zur Normalität zurückkehrt. Die FAA teilte mit, dass die Fluglotsen etwa 24 Stunden nach Ende des Stillstands ihre Nachzahlung erhalten könnten. Das bedeute jedoch nicht, dass die Fehlzeiten sofort enden und alle Lotsen unmittelbar an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Verkehrsminister Duffy erklärte, er wolle zunächst Verbesserungen bei der Personalausstattung und den Sicherheitsdaten der Flugsicherung sehen, bevor er die derzeitigen Flugkürzungen aufhebt. Die Zahl der Flugsicherungszentren mit Personalengpässen war am Samstag auf 81 gestiegen – der Höchststand seit Beginn des Stillstands, wie Duffy am Sonntag mitteilte.

Im Senat zeichnet sich unterdessen ein Kompromiss zur Beendigung des Konflikts ab. Der Senat verabschiedete am späten Montagabend ein Gesetz zur Wiedereröffnung der Regierung und sandte es zur Abstimmung an das Repräsentantenhaus. Es war jedoch unklar, wann der Kongress seine endgültige Zustimmung geben würde.